In seiner gestrigen Pressekonferenz hat das Staatstheater Augsburg die Saison 2023/24 vorgestellt. Zu erwarten ist ein sehr abwechslungsreiches Programm – mit einer großen Bandbreite unterschiedlichster Inszenierungen, von bedeutenden Opern (auch auf der Freilichtbühne) über Schauspiel-Klassiker bis hin zu Uraufführungen, Vermittlungsprojekten, VR-Theater und gesellschaftlichem Engagement.

Pk Sz 23 24 Foto Jan Pieter Fuhr 2701 3
Foto: Jan-Pieter Fuhr

»Wir möchten damit die Stadtgesellschaft in ihrer ganzen Breite ansprechen«, erklärt Staatsintendant André Bücker. »Wir gehen mittlerweile ins siebte Jahr des Interims und schaffen es mit unglaublicher Kraftanstrengung unter diesen Bedingungen großes Theater zu machen. Der enthusiastische Zuschauerzuspruch der vergangenen Spielzeit ist uns ein großer Ansporn, auf diesem Weg weiterzumachen.«

Das Spielzeitmotto »Zwischen-Menschen« lenkt dabei den Fokus auf die (Un-) Möglichkeiten des menschlichen Miteinanders, so wie es sowohl in den großen politischen Stoffen der Spielzeit als auch in den vielen unterhaltsamen Formaten seinen Ausdruck findet.

Neu-Interpretationen der ganz großen Klassiker prägen das Schauspiel-Programm 2023/24, beispielsweise mit Bertolt Brechts »Mutter Courage und ihre Kinder« (Premiere 23.2.24), Shakespeares »Romeo und Julia« (Premiere 18.5.24) und einer Bühnenfassung von »Frankenstein« (Premiere 4.5.24). Eine umfassende stilistische Bandbreite bietet das Musiktheater, von Händels »Serse« (Premiere 27.04.24) über beliebte Belcanto-Opern von Donizetti und Puccini bis hin zur Uraufführung einer immersiven Kammeroper: »C:\>title Labyrinth« von Hauke Berheide (Premiere 22.3.24). Auch in den anderen Sparten setzt das Staatstheater Augsburg – neben den großen Klassikern – auf Zeitgenössisches und Uraufführungen, so zum Beispiel mit dem Tanztheater-Stück »Charlie« (UA 30.9.23) oder mit Tine Rahel Völckers Auftragsarbeit »Die gefährlichste Frau Amerikas« (UA 17.2.24). Die Spielzeit eröffnen wird das zeitgenössische Schauspiel »Linda«, das am 16.9.23 auf der Großen Bühne im martini-Park Premiere feiert.

In Kooperation mit der fünften Sparte des Hauses, dem Digitaltheater, entstehen in allen Theater-Bereichen innovative neue Produktionen, so eine zeitgemäße Version von Molières »Der Menschenfeind« (Premiere 1.12.23).

Eine mitreißende Mischung aus Popmusik und Gospel bringt die Open-Air-Saison im Sommer 2024 auf die Freilichtbühne am Roten Tor, mit dem Musical »Sister Act« (Premiere 6.7.24). Mit Giacomo Puccinis »Turandot« in der Regie von Staatsintendant André Bücker wird zudem nach langer Zeit wieder einer der ganz großen Opernklassiker unter freiem Himmel geboten (Premiere 15.06.24).

Der Kartenvorverkauf für die Spielzeit 23/24 startet am 1.7.23 (online über www.staatstheater-augsburg.de/spielplan oder beim Besucherservice des Staatstheater Augsburg, Telefon 0821 324 49 00, Email [email protected]).

Bereits am Sonntag, dem 2.7.23 ist das Publikum eingeladen, sich beim großen Theaterfest im martini-Park auf die kommende Saison einzustimmen – mit spannenden Einblicken in die neuen Produktionen und einem Mitmach-Programm für alle.

Das neu erschienene Spielzeitblatt mit allen Premierenterminen und Informationen zur Saison 2023/24 ist online unter www.staatstheater-augsburg.de/zwischenmenschen als Blätterkatalog verfügbar und liegt in allen Spielstätten des Staatstheater Augsburg aus. Als pdf steht es hier zum Download zur Verfügung.

 

Das Programm der einzelnen Sparten im Detail:

Im Schauspiel inszeniert zu Beginn der Saison Regisseur Armin Petras den Kult-Roman »Meister und Margarita« von Michail Bulgakow auf der brechtbühne im Gaswerk (Premiere 7.10.23). Eröffnet wird die Spielzeit auf der brechtbühne bereits zuvor – mit dem Musical »Hedwig and the Angry Inch« (Premiere 15.9.23). Leitender Regisseur David Ortmann inszeniert anlässlich des Brechtfestival 2024 »Mutter Courage und ihre Kinder« (Premiere 23.2.24) sowie eine neue Folge der beliebten Theater-Krimi-Reihe »Tatort Augsburg«, die erstmals im Sommer gespielt wird. Nicole Schneiderbauer, Leitende Regisseurin am Staatstheater Augsburg, widmet sich in ihrer neuesten performativen Arbeit mit dem Titel »Die gefährlichste Frau Amerikas« (UA 17.2.24) dem Leben der historischen Figur Emma Goldmann. Staatsintendant André Bücker inszeniert Molières berühmtes Schauspiel »Der Menschenfeind« als andauernde Party in der Welt von heute (Premiere 1.12.23). Als Familienstück zur Weihnachtszeit zeigt das Staatstheater eine Bühnenfassung des ikonischen Kinderbuchs »Max und Moritz« von Wilhelm Busch (Premiere 10.11.23).

 

Das Musiktheater bietet eine große stilistische Bandbreite, mit Händels Barockoper »Serse« (Premiere 27.4.24), italienischem Belcanto in Donizettis »Lucia di Lammermoor« (Premiere 2.12.23) und Puccinis »Turandot« (Premiere 15.6.24/ Freilichtbühne), Tschaikowskys bedeutendster Oper »Eugen Onegin« gleich zu Spielzeitbeginn (Premiere 21.10.23), Strawinskys neoklassischer Oper »The Rake’s Progress« (Premiere 20.1.24) und der zeitgenössischen, immersiven Kammeroper »C:\>title Labyrinth« (UA 22.3.24) von Hauke Berheide.

 

Das Ballett Augsburg zeigt zum Beginn der Spielzeit die Uraufführung des Tanztheaters »Charlie« (UA 30.9.23), mit dem Ballettdirektor Ricardo Fernando dem körperlichen Slapstick Charlie Chaplins tänzerisch nachspürt. Eine weitere Uraufführung steht mit Mauro Astolfis Kammerballett »Supermodified« (UA 12.1.24) auf dem Programm. Die beliebte »Internationale Ballett- und Tanzgala« findet 2024 erstmals bereits im Februar statt (10. & 11.2.24) und auch das Format »New Comer« (Premiere 25.5.24), bei dem die Tänzer:innen der Augsburger Kompanie selbst zu Choregraf:innen werden, wird fortgesetzt. Die bereits fünfte Ausgabe der Reihe »Dimensions of Dance« (Premiere 23.3.24) präsentiert die Arbeiten von drei herausragenden, zeitgenössischen Choreograf:innen (Young Soon Hue, Andonis Foniadakis und Douglas Lee), live begleitet von den Augsburger Philharmonikern.

 

Die Konzertsaison bereichert als Artist in Residence diesmal der Schlagzeuger Alexej Gerassimez. Auch weitere international renommierte Solisten und Solistinnen musizieren gemeinsam mit den Augsburger Philharmonikern. So sind in Sinfonie- und Sonderkonzerten u.a. der Geiger Christian Tetzlaff, der Pianist József Balog und die junge Harfenistin Lea Maria Löffler (Kunstförderpreis Augsburg 2023) zu Gast. Am Dirigentenpult ist neben GMD Domonkos Héja auch Anthony Bramall zu erleben, außerdem Anna Skryleva, die in ihrem Konzert mit den Augsburger Philharmonikern ein eigenes Werk zur Uraufführung bringt. Fortgesetzt wird die erfolgreiche Reihe »Zukunft(s)musik«, die zur neuen Saison vom MAN-Museum in die brechtbühne umzieht. Außerdem kehren die beliebten Krabbelkonzerte auf den Spielplan der Augsburger Philharmoniker zurück (10.12.23 & 7.7.24).

 

Ein gemeinsames Jubiläum feiern Konzert und Theatervermittlung am 10.10.23: Vor 20 Jahren wurden die Schulkonzerte ins Leben gerufen, mit bisher mehr als 200 musikalischen Besuchen des Orchesters an Schulen in Augsburg Stadt und Land. Weiter lädt die Theatervermittlung am Staatstheater Augsburg auch in dieser Saison dazu ein, die Welt des Theaters über den Vorstellungsbesuch hinaus zu entdecken und in eine künstlerische, kreative und reflektierende Auseinandersetzung mit Musik und Darstellenden Künsten zu treten. So zum Beispiel bei dem neuen Tanzprojekt »Dancing Fairy Queen«, in dem sich Augsburger Ballettschulen mit eigenen Kreationen zur titelgebenden Ballett-Oper auf der großen Bühne präsentieren dürfen.

 

Das Digitaltheater ist in der Spielzeit 2023/24 mit Koproduktionen in allen Sparten vertreten. Gemeinsam mit der Ballettkompanie wird beispielsweise ein partizipatives Bewegungsprojekt mit Motion Capture entwickelt (»pARTikel«). Die bereits etablierten Reihen der jüngsten Sparte des Staatstheater Augsburg werden fortgesetzt, ebenso ruft Leiterin Tina Lorenz neue Formate ins Leben, etwa die Science Fiction-Lesereihe »UTOPIA:DYSTOPIA« in Kooperation mit der Stadtbücherei. Mit mehr als zehn VR-Produktionen setzt Staatsintendant André Bücker das innovative 360º-Theater für zu Hause (»vr-theater@home«) fort und entwickelt neue Digitaltheater-Formen – auch in den Bereichen Augmented Reality und VR-Gaming.

 

»Do you care?« fragt die Begegnungsplattform Plan A des Staatstheater Augsburg und spielt damit auf die gesellschaftliche Mammut-Aufgabe der Pflege- und Sorgearbeit in all ihren Facetten an. Ein umfangreiches Programm mit Beteiligungsformaten und Vernetzungsprojekten stellen die beiden Kuratorinnen Imme Heiligendorff und Nicole Schneiderbauer in der Spielzeit 2023/24 zusammen und widmen sich damit einem brennenden Thema unserer Gegenwart. Auch grundsätzlich will das Staatstheater Augsburg wieder »Haltung zeigen«, wie Staatsintendant André Bücker bei der Pressekonferenz ausführte: Mit einem stetig wachsenden Angebot an inklusiven und barrierefreien Angeboten sowie Projekten für mehr kulturelle Teilhabe, wie dem Theaterbus oder dem Kultursozialticket für 1€, öffne sich das Theater kontinuierlich weiter zu einem Kultur-, Lern- und Diskurs-Ort für alle.