Bei einer Waffenkontrolle in Berngau im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz sind zwei Beschäftigte des Landratsamtes tödlich verletzt worden. Ein 60-jähriger Tatverdächtiger wurde nach einem stundenlangen Polizeieinsatz festgenommen und dabei am Bein verletzt.
Der 45-jährige Mitarbeiter und seine 54-jährige Kollegin waren am 8. Oktober 2026 zu einer nach Polizeiangaben unangemeldeten Routinekontrolle legal besessener Waffen bei dem späteren Tatverdächtigen erschienen. Gegen 14 Uhr gingen bei der Polizei Meldungen über schussähnliche Geräusche ein.
Einsatzkräfte fanden vor einem Wohnhaus den leblosen 45-Jährigen. Nach Angaben der Polizei war er zu diesem Zeitpunkt bereits tot.
Polizei riegelt Wohnhaus ab
Die Polizei umstellte das Gebäude und sperrte den Bereich weiträumig ab. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, in den Häusern zu bleiben und Gefahrenbereiche zu meiden. Neben Spezialkräften des SEK waren unter anderem gepanzerte Fahrzeuge, ein Polizeihubschrauber und eine Drohne im Einsatz.
Der Tatverdächtige nahm telefonisch Kontakt zur Einsatzzentrale auf. Nach Angaben der Polizei erklärte er, Schusswaffen zu besitzen und geschossen zu haben. Zudem kündigte er an, sich nicht widerstandslos festnehmen zu lassen. Spezialisten für Einsatzkommunikation standen über mehrere Stunden mit dem Mann in Kontakt. Ziel war zunächst eine gewaltfreie Lösung.
Zweite Tote im Gebäude entdeckt
Gegen 22.30 Uhr wurde im Gebäude die Leiche der 54-jährigen Mitarbeiterin entdeckt und geborgen. Nach Einschätzung der Polizei deutete die Auffindesituation darauf hin, dass sie bereits im Zusammenhang mit den zu Einsatzbeginn gemeldeten Schüssen tödlich verletzt worden war.
Am 9. Oktober drangen Polizeikräfte gegen 2.20 Uhr in das Haus ein, überwältigten den mutmaßlichen Schützen und nahmen ihn fest. Der 60-jährige deutsche Tatverdächtige wurde durch Polizeischüsse am Bein verletzt und medizinisch behandelt. Nach Angaben eines Polizeisprechers bestand keine Lebensgefahr.
Die Kriminalpolizeiinspektion Regensburg ermittelt in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth. Der genaue Ablauf des Geschehens und das Motiv sind bislang unklar.

