Im Rahmen umfangreicher Ermittlungen der EG Mühlfeld bei der Kriminalpolizeiinspektion Fürstenfeldbruck erhärtete sich der Tatverdacht gegen einen 22-jährigen serbischen Staatsbürger. Ausschlaggebend hierfür waren Hinweise aus der Bevölkerung im Rahmen der Öffentlichkeitsfahndung. Der Mann konnte im Laufe des gestrigen Tages in Frankreich festgenommen werden.

Der Ermittlungsgruppe (EG) Mühlfeld gelang es im Anschluss an den öffentlichen Fahndungsaufruf schnell, die Personalien des Tatverdächtigen zu ermitteln, behördlich zu verifizieren und an die Zielfahnder des Bayerischen Landeskriminalamtes (BLKA) zu übermitteln.
In enger Abstimmung mit der sachleitenden Staatsanwaltschaft München II und beteiligten ausländischen Polizeibehörden gelang es dieser speziellen Organisationseinheit, die Spur des Mannes aufzunehmen. Der Fluchtweg des Tatverdächtigen konnte von Herrsching über München, Innsbruck und Zürich nach Frankreich nachvollzogen werden.
Letztlich konnte sein Aufenthaltsort in einem Appartement nordöstlich von Paris lokalisiert werden, wo auch die Festnahme des Mannes durch französische Spezialeinheiten am Donnerstag erfolgte. Hierbei koordinierte das Bundeskriminalamt (BKA) die Zusammenarbeit mit den französischen Polizeibehörden.
Der Tatverdächtige war zu diesem Zeitpunkt alleine in dem Appartement und leistete keinen Widerstand. Er wird am Freitag einem französischen Ermittlungsrichter vorgeführt. Dem engen Zusammenwirken aller beteiligten Ermittlungsbehörden ist es zu verdanken, dass der flüchtige Tatverdächtige schnell identifiziert und zeitnah festgenommen werden konnte.

Die Ermittlungsgruppe Mühlfeld unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft München II wirkte frühzeitig mit anderen inländischen Polizeibehörden zusammen, darunter vor allem das BLKA und das BKA. Im weiteren Verlauf bezogen die Ermittler Zielfahndungsdienststellen in Serbien, Österreich, der Schweiz und Frankreich mit ein. Hierbei übernahm die zentrale Zielfahndungskoordinierungsstelle des BKA entscheidende Koordinierungsfunktionen zwischen den genannten Ländern. Maßgeblich für diesen Fahndungserfolg war die hier gezeigte enge Vernetzung europäischer Ermittlungsbehörden.
Der Fürstenfeldbrucker Kripo-Chef Manfred Frei lobte auch die große Beteiligung der Bevölkerung an der Aufklärung des Verbrechens. „Die wertvollen Hinweise nach der öffentlichen Fahndung haben dazu geführt, dass wir den Tatverdächtigen schnell identifizieren konnten“, so Manfred Frei. „Dies war ein Grundstein für die schnelle Festnahme des Mannes im Ausland.“
Der Verdächtige steht im dringenden Verdacht, am 12. Juli den 74-jährigen Ian Cameron, einen pensionierten Rolls-Royce-Designer, vor dessen Haustür in Herrsching am Ammersee erstochen zu haben. Die Nachricht von der Festnahme bringt Erleichterung in die Region, die nach der brutalen Tat in großer Aufregung war. Die Ermittlungen hatten schnell eine europaweite Suche nach dem flüchtigen Täter ausgelöst, die nun mit seiner Festnahme in Frankreich ein erfolgreiches Ende fand.
Die genauen Hintergründe der Tat sind weiterhin Gegenstand der Ermittlungen. Es wird erwartet, dass der Verdächtige bald nach Deutschland überstellt wird, um sich vor Gericht zu verantworten. Die Behörden danken den internationalen Kollegen für ihre Unterstützung bei der Festnahme des Tatverdächtigen.

