Eine Woche nach dem Start des digitalen IKEA-Second-Hand-Marktplatzes in Deutschland sind dort mehr als 6.500 Produkte eingestellt. Über 4.100 IKEA-Family-Mitglieder haben das Angebot nach Unternehmensangaben bereits genutzt.
Der Marktplatz ist am 14. Oktober gestartet. Rund 60 Prozent der aktiven IKEA-Family-Mitglieder sind demnach neue oder reaktivierte Accounts. Besonders häufig werden Ordnungssysteme und praktische Helfer für ein aufgeräumtes Zuhause angeboten. Daneben gibt es seltene Vintage-Stücke, darunter eine mundgeblasene Vase aus der STOCKHOLM-Kollektion der 1990er-Jahre.
Kostenlos einstellen und verkaufen
Für Kauf und Verkauf ist ein kostenloses IKEA-Family-Konto erforderlich. Das Einstellen und Verkaufen von Produkten ist kostenlos. Auch die regulär fünf Prozent des Kaufpreises betragende Käuferschutzgebühr entfällt zum Start vorerst.
Wer ein Produkt anbieten möchte, fotografiert es selbst. Die Plattform schlägt anschließend einen Preis vor und ergänzt Produktfotos, Maße sowie Informationen zu Montage, Pflege und verfügbaren Ersatzteilen. Verkäufer können den Zustand und den Preis anpassen, bevor die Anzeige geprüft und freigegeben wird. In den Angeboten wird gekennzeichnet, welche Bilder vom Anbieter und welche von IKEA stammen.
Die Auszahlung ist per Überweisung oder als IKEA-Guthabenkarte möglich. In beiden Fällen erhalten Verkäufer nach Angaben des Unternehmens 100 Prozent des Verkaufswerts. Bei der Wahl der Guthabenkarte gibt es zum Start zusätzlich einen Coupon über 15 Prozent des Verkaufswerts für den nächsten Einkauf. Die Zahlungsabwicklung übernimmt ein zertifizierter Zahlungsdienstleister.
Start nach Tests in anderen Ländern
Vor dem deutschen Start war das Angebot unter anderem in Spanien und Norwegen getestet worden. 2025 und 2026 folgten Markteinführungen in Portugal, Polen, Schweden, Belgien und dem Vereinigten Königreich. Betrieben wird die Plattform von der Ingka Gruppe, dem größten IKEA-Einzelhändler.
Second-Hand-Markt für Einrichtung wächst
Der Second-Hand-Markt für Einrichtung in Deutschland wuchs laut einer von der Ingka Gruppe beauftragten Studie von 2019 bis 2024 durchschnittlich um 4,4 Prozent pro Jahr auf rund 2,1 Milliarden Euro. Für 2030 wird ein Volumen von rund 2,9 Milliarden Euro prognostiziert.
Der Online-Anteil stieg demnach von 46 Prozent im Jahr 2019 auf 58 Prozent im Jahr 2024. IKEA-Produkte machten 2024 rund 7,7 Prozent des Marktes aus. Eine internationale Befragung in 30 Ländern ergab zudem, dass jeder Fünfte Haushaltsgegenstände oder Möbel überwiegend oder ausschließlich gebraucht kauft. Besonders ausgeprägt ist diese Affinität bei jüngeren Altersgruppen.

