Eine 75-jährige Seniorin aus Weiden hat nach mehreren Anrufen in russischer Sprache eine niedrige fünfstellige Summe an einen unbekannten Geldabholer übergeben. Die Kriminalpolizei ermittelt und sucht Zeugen.
Die in Kasachstan geborene deutsche Staatsangehörige erhielt am Mittwoch, 21. Oktober 2026, mehrere Anrufe von verschiedenen Rufnummern. Die Anrufer gaben sich als Mitarbeiter einer Bank aus der Russischen Föderation aus und behaupteten, in ihrem Namen sei ein Kredit beantragt worden. Um weitere Kosten zu vermeiden, solle sie ihr Bargeld an einen Abholer übergeben. Andernfalls werde am folgenden Tag eine Person mit einem Beschluss erscheinen und sämtliche Wertgegenstände mitnehmen.
Geldübergabe in Weiden
Die Seniorin übergab das Bargeld daraufhin an einen bislang unbekannten Mann. Er ist etwa 175 Zentimeter groß, rund 25 Jahre alt und schlank. Zur Tatzeit trug er dunkle Kleidung und einen Kapuzenpullover. Der Mann hatte keinen Bart, trug keine Brille und wies laut Beschreibung keine weiteren Auffälligkeiten auf. Bei der Übergabe verwendete er lediglich das Codewort „Expertise“.
Erst am Folgetag informierte die Frau ihre Tochter über den Vorfall. Diese verständigte daraufhin die Polizei. Die Ermittler fragen, ob am 21. Oktober 2026 gegen 19 Uhr im Bereich Geierweg, Sperberweg, Falkeweg oder Bussardweg verdächtige Beobachtungen gemacht oder der beschriebene Mann gesehen wurde. Hinweise nimmt die Kriminalpolizeiinspektion Weiden unter der Telefonnummer 0961/401-2222 entgegen.
So funktioniert die Masche
Bei der Betrugsmasche „Russische Callcenter“ suchen sich die Täter vorab Personen mit russisch klingenden Namen. Sie führen die Gespräche vollständig in russischer Sprache und schaffen dadurch eine Vertrauensbasis. Inhaltlich entspricht das Vorgehen dem bekannten Schockanruf beziehungsweise Enkeltrick. In diesem Fall trat der Anrufer als falscher Bankmitarbeiter auf.
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