Vorreiter bei der Erzeugung regenerativer Energie – Landkreis Dillingen ist nun Europäische Klimaschutzkommune

Landkreis Oberallgäu bereits zum dritten Mal in Folge ausgezeichnet

Der Landkreis Dillingen a.d.Donau wurde jüngst erneut mit dem European Energy Award ausgezeichnet und erhielt damit das Prädikat „Europäische Energie- und Klimaschutzkommune“. Damit wird dem Landkreis nach Aussage von Landrat Markus Müller ein überdurchschnittliches Engagement im Bereich des Klima- und Umweltschutzes bescheinigt. Der European Energy Award (eea) ist ein europäisches Gütezertifikat für die Nachhaltigkeit der Energie- und Klimaschutzpolitik von Kommunen.

Eea 2023 Dillingen
Bei der Verleihung des eea an den Landkreis Dillingen im Bild von links: Martin Sambale (Geschäftsführer Energie- und Umweltzentrum Allgäu), Dr. Mady Olonscheck (Bundesgeschäftsstelle eea), Landrat Markus Müller, Christian Weber (Landratsamt Wirtschaftsförderung), MdL Manuel Knoll, Robert Winkler (Bayer. Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz), Dr. Hans-Jörg Barth (Energie- und Umweltzentrum Allgäu) Foto: Energie- und Umweltzentrum Allgäu (eza!)

Um zu der seit Jahren vielfach propagierten Energiewende einen wirkungsvollen Beitrag zu leisten, hat der Umweltausschuss des Kreistages bereits im Jahr 2015 die Teilnahme am eea beschlossen und entsprechende Projekte wie beispielsweise die Sonnen- und Wärmekampagne auf den Weg gebracht, die zu mehr Klimaschutz beitragen sollen. Bereits im Mai 2023 hat das Gremium auf Initiative von Landrat Markus Müller der erneuten Teilnahme am eea für weitere drei Jahre bis Ende Oktober 2026 zugestimmt.

Nahezu zeitglich zur erneuten Auszeichnung mit dem eea wurde das Ergebnis der Re-Zertifizierung durch das Energie- und Umweltzentrum Allgäu (eza!) in der letzten Sitzung des Umweltausschusses vorgestellt.

Wirtschaftsförderer Christian Weber betonte dabei, dass auf dem Gebiet des Landkreises so viel Strom erzeugt werde, dass er sich bilanziell komplett mit Ökostrom versorgen könnte. Positiv wurde bei der Re-Zertifizierung zudem vermerkt, dass rund 95 Prozent der landkreiseigenen Gebäude mit erneuerbarer Wärme versorgt werden. Ebenso positiv bewertet wurden zudem die Erarbeitung einer Klimastrategie mit dem Ziel der Klimaneutralität bis zum Jahr 2040, Angebote zur Energieberatung, die Neuauflage des Energiekompasses und der Sonnen- und Wärmekampagne.

Landrat Markus Müller dankte bei der Sitzung des Umweltausschusses insbesondere den Mitgliedern des Gremiums und den Vertretern des Energiebeirats, die mit viel Engagement den European Energy Award vorangetrieben hätten. Daneben dankte Landrat Markus Müller den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern für die Umsetzung lokaler Projekte und Initiativen.

Neben den laufenden Initiativen will sich Müller auf dem Erreichten aber keinesfalls ausruhen sondern auf dem Gebiet des Klimaschutzes vielmehr weitere Akzente setzen und dazu die nächste Förderperiode des eea bis Ende Oktober 2026 nutzen. Dazu sollen die Wirtschaftsförderstelle am Landratsamt und das Regionalmanagement des Landkreises gemeinsam mit den neu bestellten Ageanda21-Beauftragten, Kreisrätin Annett Jung und Kreisrat Joachim Hien, nachhaltige Impulse setzen. „Klimaschutz muss in seiner Vielfalt und mit seinen Chancen und Perspektiven effektiv und effizient in unserer Gesellschaft noch stärker verankert werden“, zeigt sich Müller überzeugt, dazu seitens des Landkreises einen Beitrag leisten zu können.

Bei der letzten Sitzung des Umweltausschusses gab Christian Weber zudem einen Überblick zur Erzeugung regenerativer Energien im Landkreis. Danach zeigte sich bei der Zusammenfassung der Erzeugungszahlen der regionalen Energieversorger zum Stichtag 31. Dezember 2022, dass rein rechnerisch 134,88 Prozent des Gesamtstromverbrauchs im Landkreis durch regenerative Energien erzeugt wurden. Der Gesamtstromverbrauch lag danach bei 550.557 MW/h, die regenerativ erzeugte Strommenge bei 742.575 MW/h. Erzeugt wurde sie aus Biomasse, Windkraft, Wasserkraft, Kraft-Wärme-Kopplung und Solar-/Photovoltaik. Der größte Zubau war dabei im Bereich der Photovoltaik zu verzeichnen. In diesem Sektor nahm die Eigenverbrauchsquote in den vergangenen Jahren deutlich zu.  

Landkreis Oberallgäu bereits zum dritten Mal in Folge ausgezeichnet

Der Landkreis Oberallgäu bekam zum dritten Mal in Folge den European Energy Award verliehen. Seit 2013 nimmt der Landkreis an diesem Programm teil. Zum zehnjährigen Jubiläum seiner Teilnahme wurde der Landkreis Oberallgäu in Augsburg durch das bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz erneut ausgezeichnet. Auch die Märkte Wiggensbach und Altusried erhielten den European Energy Award.

Trotz einer deutlichen Verschärfung der Bewertungskriterien konnte der Landkreis Oberallgäu auch in diesem Jahr überzeugen, wie sich bei der externen Auditierung im September zeigte. Besonders im Bereich der Zusammenarbeit mit den kreisangehörigen Kommunen sowie mit den benachbarten Landkreisen und kreisfreien Städten konnte der Landkreis punkten. Auch die Zunahme an Klimaschutzprojekten im Oberallgäu, die sich auch in einer deutlichen Erhöhung der hierfür zur Verfügung gestellten finanziellen Mittel ausdrückt, spielten für die positive Bewertung eine wichtige Rolle.

Damit gehört das Oberallgäu zu den sieben bayerischen Landkreisen, die durch den European Energy Award zertifiziert sind.

Schon jetzt hat der Landkreis Oberallgäu für eine Fortsetzung der Teilnahme am European Energy Award gesorgt. Für den Zeitraum bis 2026 hat sich der Landkreis bereits die Teilnahme am Programm gesichert. Auch in den kommenden Jahren wird die Teilnahme des Oberallgäus durch eine Förderung des Freistaats unterstützt.

Doch nicht nur der Landkreis wurde ausgezeichnet. Mit den Marktgemeinden Altusried und Wiggensbach erhielten zwei kreisangehörige Kommunen, die sich bereits seit Jahren für den Klimaschutz engagieren, die European Energy Award verliehen. Der Landkreis gratuliert ihnen herzlich zur Auszeichnung und dankt ihnen für die vertrauensvolle Zusammenarbeit im Bereich Klimaschutz.