In den frühen Morgenstunden des Montags (11.11.2004) ereignete sich in Nürnberg-Reichelsdorf ein dramatischer Verkehrsunfall, bei dem drei Jugendliche schwer verletzt wurden. Der Vorfall ereignete sich laut Polizeiangaben gegen 3:30 Uhr. Ein 15-jähriger Fahrer setzte sich ohne Führerschein ans Steuer eines Audi A5 Sportback und raste gemeinsam mit zwei Freunden mit geschätzten 170 km/h durch die Eibacher Hauptstraße in Richtung Reichelsdorf.
Nach Angaben von Christian Seiler, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Mittelfranken, verlor der Fahrer in einer Rechtskurve die Kontrolle über das Fahrzeug: „Der Fahrer hat offenbar aufgrund mutmaßlich überhöhter Geschwindigkeit die Kontrolle über das Fahrzeug verloren, kam nach links von der Fahrbahn ab.“ Der Audi überfuhr einen Grünstreifen, durchbrach Büsche und kollidierte in der Folge mit einem parkenden Auto, bevor er schließlich gegen einen Baum prallte und sich überschlug. „Im weiteren Verlauf kollidierte das Fahrzeug unter anderem mit Büschen und einem Baum, prallte dann gegen ein geparktes Fahrzeug, überschlug sich und blieb schlussendlich auf dem Dach liegen“, erklärte Seiler.
Die drei Insassen, zwei 15-Jährige und eine 13-jährige Person, erlitten dabei schwere Verletzungen. Die Verletzten wurden nach einer medizinischen Erstversorgung umgehend in umliegende Krankenhäuser gebracht. „Die Personen gelten derzeit als schwer verletzt. Mit einem Ableben ist aktuell aber nicht zu rechnen“, so Seiler.
Jürgen Schrödinger vom Abschleppdienst Schrödinger äußerte sich vor Ort ernüchtert, dass so junge Menschen in solch heftige Unfälle verwickelt werden: ”Mittlerweile geht mir da gar nichts mehr so durch den Kopf, weil es ist nicht mehr wie aus unserer Zeit.” Dass die jungen Fahrer mit ihrem Leben davon gekommen sind, sei auch der großen und stabilen Karosserie zu verdanken. ”Da hätte schon das eine oder andere mehr aufgespießt und es ist halt doch eine sichere Karosserie, dass sie halt eben Glück gehabt haben.”
Die Ermittlungen zur Unfallursache wurden aufgenommen. Besonders richtet sich die Aufmerksamkeit der Verkehrspolizei auf die Frage, wie der 15-Jährige an das Fahrzeug, das mit einem Kennzeichen aus dem Landkreis Kitzingen ausgestattet war, gelangte. „Die Ermittlungen richten sich derzeit gegen einen 15-Jährigen. Die Ermittlungen werden aber tatsächlich im weiteren Verlauf dann noch zeigen, wer in diesem Fahrzeug an welcher Stelle gesessen ist beziehungsweise wer der Fahrer war“, führte Seiler aus.
Auch die Frage, ob Alkohol oder andere Rauschmittel im Spiel waren, ist Bestandteil der Untersuchungen. „Die Personen befinden sich derzeit im Krankenhaus und dort wird natürlich auch überprüft, ob die Personen Alkohol oder andere berauschende Mittel zu sich genommen haben“, sagte der Polizeisprecher weiter.
Der entstandene Sachschaden ist erheblich. Laut ersten Schätzungen beläuft er sich auf mehrere Zehntausend Euro. „Insbesondere das Fahrzeug, der Pkw Audi, mit dem die drei Personen unterwegs waren, ist stark deformiert, und da wird es sich um einen sehr hohen Sachschaden handeln, ebenfalls bei dem geparkten Fahrzeug“, sagte Seiler.
Zusätzlich richtete Seiler eine Warnung an alle Fahrzeughalter, was den Umgang mit Fahrzeugschlüsseln betrifft: „Grundsätzlich wird natürlich immer geraten, sensibel mit den Kindern im Umgang mit dem Fahrzeug zu sein. Wenn man jedoch den Verdacht hat, dass möglicherweise jemand an den Schlüssel gelangen könnte, der diesen nicht haben sollte, dann ist es natürlich ratsam, den Schlüssel an einer Stelle zu hinterlegen, wo nur der Fahrzeughalter auch Zugang zu diesem Schlüssel hat.“
Ob die Jugendlichen mit dem Audi die Strecke von Kitzingen nach Nürnberg selbst zurückgelegt haben, konnte Seiler nicht bestätigen: „Aktuell haben wir keine Erkenntnisse, dass das Fahrzeug von Kitzingen nach Nürnberg unterwegs war und diese Strecke auch die Jugendlichen zurückgelegt haben. Die Ermittlungen werden aber auch da weitere Erkenntnisse liefern.“
Abschlepp-Fachmann Jürgen Schrödinger schließt den Einsatz mit der Hoffnung ab, dass solche Geschehnisse zumindest andere von derartigen Aktionen abhalten: ”Wollen wir hoffen, dass die Jungs etwas daraus lernen und andere dann auch. Wie wir es alle halt gelernt haben.”


