Bus- und Bahnfahren im Augsburger Verkehrs- und Tarifverbund (AVV) wird zum 1. Januar 2027 teurer. Die Fahrpreise werden im Durchschnitt um 3,4 Prozent erhöht. Betroffen sind Einzelfahrten, Streifenkarten sowie Wochen- und Monatskarten. Gleichzeitig wächst das Verbundgebiet um die Landkreise Dillingen an der Donau und Donau-Ries. Für Fahrgäste bedeutet das mehr erreichbare Ziele im gewohnten Zonentarif.
Steigende Ausgaben für Personal und Fahrzeuge machen die Preisanpassung notwendig. Die Höhe der Erhöhung basiert auf einer indexgestützten Berechnung der Kostenentwicklung bei den Verkehrsunternehmen. Die Fahrgeldeinnahmen decken dabei nur einen Teil der tatsächlichen Betriebskosten.
„Die Kosten im öffentlichen Nahverkehr steigen weiter deutlich – im Berechnungszeitraum vor allem für Personal und Fahrzeuge. Die Fahrpreise decken dabei höchstens die Hälfte der tatsächlichen Kosten. Den größten Teil der Kosten tragen die Stadt und die Landkreise als öffentliche Aufgabenträger. So müssen wir nur einen Teil der Kostensteigerungen an unsere Kundinnen und Kunden weitergeben. Uns ist aber bewusst, dass auch eine moderate Erhöhung für viele Fahrgäste spürbar ist“, sagt Manuela Schaar, Geschäftsführerin des AVV.
Einzeltickets kosten künftig 2,20 Euro pro Zone
Für Erwachsene steigt der Preis eines Einzeltickets ab Januar 2027 auf 2,20 Euro je Zone. Kinder zahlen weiterhin 1,20 Euro pro Zone beziehungsweise Preisstufe. Auch bei der Kurzstrecke bleibt alles beim Alten: Sie kostet weiterhin so viel wie ein Einzelticket für eine Zone. Bei der Streifenkarte wird dafür ein Streifen entwertet.
Wer mit Streifenkarten unterwegs ist, kann weiterhin günstiger fahren als mit Einzeltickets. Besonders preiswert ist die digitale Variante über die AVV-App.
Die Papier-Streifenkarte für Erwachsene kostet künftig 16,90 Euro für neun Streifen. Das entspricht 1,88 Euro pro Zone. Die digitale Handy-Streifenkarte ist mit 15,90 Euro für neun Streifen etwas günstiger; der rechnerische Preis liegt bei 1,77 Euro je Zone.
Auch für Kinder gibt es unterschiedliche Preise: Die Papier-Streifenkarte kostet künftig 10,40 Euro für neun Streifen, also 1,16 Euro pro Zone. Die digitale Variante schlägt mit 10,20 Euro für neun Streifen beziehungsweise 1,13 Euro je Zone zu Buche.
Wichtig für alle, die noch Streifenkarten aus dem Jahr 2026 besitzen: Diese bleiben gültig und können bis einschließlich 31. März 2027 genutzt werden. Ein Umtausch ist nicht möglich.
Wochen- und Monatskarten: Das kosten die Zeitkarten
Auch bei den Zeitkarten steigen die Preise. Eine Wochenkarte für Erwachsene kostet ab Januar 26,50 Euro für die erste Preisstufe. Jede weitere Preisstufe schlägt mit 12,30 Euro zu Buche. Für Schülerinnen und Schüler kostet die Wochenkarte künftig 18,70 Euro für die erste Preisstufe und 8,80 Euro für jede weitere.
Bei den Monatskarten zahlen Erwachsene künftig 71,10 Euro für die erste Preisstufe. Jede zusätzliche Preisstufe kostet 33 Euro. Die Schülermonatskarte liegt bei 54,60 Euro für die erste Preisstufe; für jede weitere kommen 24,90 Euro hinzu.
Damit gelten ab dem Jahreswechsel folgende Preise für die erste Preisstufe:
- Wochenkarte: 26,50 Euro
- Schülerwochenkarte: 18,70 Euro
- Monatskarte: 71,10 Euro
- Schülermonatskarte: 54,60 Euro
Die vollständige Übersicht aller neuen Ticketpreise will der AVV spätestens Ende November auf seiner Website veröffentlichen.
Deutschland-Ticket kostet ab Januar 66,80 Euro
Auch für das Deutschland-Ticket ist ein neuer Preis vorgesehen. Ab dem 1. Januar 2027 kostet es monatlich 66,80 Euro. Diesen Betrag hat die Verkehrsministerkonferenz inzwischen bestätigt.
Das Ticket gilt bundesweit im öffentlichen Nahverkehr und kann insbesondere für Pendlerinnen und Pendler sowie für Menschen, die regelmäßig über Verbundgrenzen hinweg unterwegs sind, eine attraktive Alternative zu einzelnen Verbundfahrkarten sein.
Größeres Verbundgebiet ohne zusätzlichen Aufschlag
Zum 1. Januar 2027 erweitert der AVV sein Gebiet um die Landkreise Dillingen an der Donau und Donau-Ries. Fahrgäste können damit künftig mehr Ziele im erweiterten Verbundgebiet erreichen, ohne sich auf ein neues Tarifsystem einstellen zu müssen. Die bekannte Einteilung nach Zonen bleibt bestehen.
Abonnements und Tagestickets gelten künftig in einem größeren Gebiet. Fahrkarten für den Gesamt- oder Außenraum sind dann im gesamten neuen Verbundgebiet gültig. Zusätzlich wird für die Zonen 70 bis 104 der neue Geltungsbereich Donau-Ries/Dillingen eingerichtet.
Für die Verbunderweiterung selbst wird kein zusätzlicher Preisaufschlag erhoben. Die Änderungen sollen den Nahverkehr für Fahrgäste über die bisherigen Verbundgrenzen hinaus einfacher nutzbar machen.
Weitere Informationen folgen im November
Erste Informationen zum erweiterten AVV-Gebiet sind bereits online verfügbar und werden in den kommenden Wochen ergänzt. Die vollständigen, ab dem 1. Januar 2027 geltenden Ticketpreise sollen spätestens Ende November auf der Website des Augsburger Verkehrs- und Tarifverbunds veröffentlicht werden.

