Die IHK Schwaben erwartet trotz des Mehrheitswechsels im US-Kongress keine kurzfristige Entspannung bei der Zollpolitik. Für die exportorientierte Wirtschaft in Bayerisch-Schwaben bleibt der US-Markt damit schwierig.
Nach dem Sieg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen und dem Wechsel der Mehrheiten in beiden Kongresskammern sieht die IHK Schwaben Chancen für berechenbarere transatlantische Wirtschaftsbeziehungen. Die Handelspolitik liege jedoch weiterhin maßgeblich in den Händen der Trump-Regierung, erklärte IHK-Präsident Reinhold Braun.
IHK Schwaben setzt auf Dialog mit Europa
„Für unsere Unternehmen zählen offene Märkte und verlässliche Rahmenbedingungen“, betonte Braun. Zölle verteuerten Produkte, erschwerten die Kalkulation und erhöhten den Druck, direkt in den Vereinigten Staaten zu investieren. Für mittelständische Unternehmen sei das eine erhebliche Belastung.
Die IHK hoffe deshalb, dass die neuen Mehrheiten im Kongress weitere handelspolitische Eskalationen verhindern und den Dialog mit Europa stärken. „Investitionen brauchen Vertrauen, keine ständig wechselnden Zollandrohungen“, sagte Braun.
USA bleiben wichtiger Absatzmarkt
Rund 600 Unternehmen aus der Region unterhalten Geschäftsbeziehungen in die USA. Etwa 160 Firmen sind dort mit eigenen Standorten vertreten. Besonders für den Maschinen- und Anlagenbau, die Automatisierungstechnik und industrielle Zulieferer bietet der US-Markt nach Einschätzung der IHK weiterhin große Absatzchancen.
Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen bleibt die bayerisch-schwäbische Wirtschaft nach Angaben der Kammer zuversichtlich: In der aktuellen Konjunkturumfrage rechnen 39 Prozent der befragten Unternehmen mit steigenden Exporten nach Nordamerika. 15 Prozent erwarten dagegen Rückgänge.
Für Investitionen sei vor allem mehr Planungssicherheit erforderlich, erklärte Braun.

