Immer mehr Studierende setzen auch an der Hochschule Neu-Ulm auf Praxisnähe

Die Kombination aus Theorie und Praxis erfreut sich wachsender Beliebtheit: Erstmals überschritt die Zahl der dual Studierenden in Bayern die Marke von 9.000 Personen. Laut aktuellen Zahlen von hochschule dual – dem Netzwerk für duales Studieren – stieg die Zahl der Studierenden an den bayerischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften im Wintersemester 2024/25 um 5 Prozent. Auch an der Hochschule Neu-Ulm (HNU) setzt sich dieser Trend fort.

An der HNU absolvierten 251 Studierende ein Studium mit vertiefter Praxis oder ein Verbundstudium, was einem Anstieg von 3,72 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Betrachtet man die Entwicklung seit dem Wintersemester 2020/21, ergibt sich sogar eine Steigerung um 97,64 Prozent.

Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume betont die Bedeutung dieser Studienform:
„Dual ist phänomenal! Das duale Studium vereint das Beste aus zwei Welten: Wir bringen Theorie und Praxis von Anfang an zusammen. Das macht die Absolventinnen und Absolventen zu gefragten Spezialisten mit Praxiserfahrung – und zwar schon direkt mit Abschluss des Studiums. Das duale Studium ist ein echtes Erfolgsmodell für die Studierenden, für die Hochschulen und für die Unternehmen. Deshalb wollen wir das Angebot noch weiter ausbauen: Wir haben das Ziel fest im Blick, mit einer fünfstelligen Studierendenzahl den nächsten Rekord zu brechen.“

Zwei Modelle: Mit oder ohne Berufsausbildung

Studieninteressierte können in Bayern zwischen zwei dualen Studienmodellen wählen:

Studium mit vertiefter Praxis: Neben der Regelstudienzeit von sieben Semestern sammeln Studierende 16 Monate Praxiserfahrung in einem Unternehmen.

Verbundstudium: Hierbei wird neben dem Bachelor-Abschluss zusätzlich eine Berufsausbildung absolviert. Diese Kombination stärkt die praktische Kompetenz der Studierenden und erleichtert die Integration ins Unternehmen.
Im aktuellen Semester entschieden sich 42 Prozent der dual Studierenden für ein Verbundstudium.

Beliebteste Studienrichtungen: Technik vor Gesundheit und Wirtschaft

Der Großteil der dual Studierenden ist in den technischen Studiengängen eingeschrieben. Die beliebtesten Fachrichtungen sind:

Ingenieurwissenschaften und Informatik (58%)
Gesundheit und Soziales (19%)
Wirtschaft (12%)
Umwelt- und Naturwissenschaften (9%)
Gestaltung (2%)

Duale Masterstudiengänge als Karrieresprungbrett

Nach dem Bachelor-Abschluss gibt es für dual Studierende die Möglichkeit, ein duales Masterstudium anzuschließen. Aktuell nutzen 3 Prozent diese Option. Darüber hinaus bieten viele Unternehmen ihren Absolventinnen und Absolventen ein berufsbegleitendes Masterstudium an. In Bayern existieren rund 80 verschiedene Programme, die eine Weiterqualifikation ermöglichen. Besonders gefragt sind an der Hochschule Neu-Ulm die Studiengänge Informationsmanagement und Unternehmenskommunikation (IMUK) sowie Wirtschaftsingenieurwesen (WIN).

Bayerische Hochschulen als Innovationsmotoren

Die staatlichen Hochschulen für angewandte Wissenschaften setzen auf Praxisnähe, Innovation und Zukunftsorientierung. Im Gegensatz zu privaten Hochschulen sind sie nicht nur kostengünstiger, sondern stärken durch angewandte Forschungsprojekte und Technologietransferzentren auch die regionale Wirtschaft. Besonders bei Zukunftsthemen wie Dekarbonisierung, demografischem Wandel und Künstlicher Intelligenz übernehmen sie eine Vorreiterrolle.

Der hohe Praxisbezug macht das duale Studium zu einem attraktiven Bildungsmodell. Dies zeigt sich auch am gestiegenen Anteil dual Studierender, der mittlerweile 7,3 Prozent aller Studierenden in Bayern ausmacht.

Dr. Tom Geiß, wissenschaftlicher Leiter von hochschule dual, fasst die Entwicklung zusammen:„Die steigende Nachfrage nach einem dualen Studium zeigt deutlich, dass sich immer mehr Studierende sehr früh mit ihrer beruflichen Zukunft auseinandersetzen und dafür auch bereit sind, die ‚extra Meile‘ zu gehen.“

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