„Nächster Halt…“ | Bekommt Zusmarshausen einen Regionalzugstopp an der Strecke Ulm-Augsburg?

Die BEG führt eine Bewertung des Potenzials für einen möglichen Regionalzugstopp in Zusmarshausen auf der neuen Strecke zwischen Ulm und Augsburg durch. Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter hat heute bekannt gegeben: „Wir werden bald herausfinden, ob es ausreichend Nachfrage für einen Regionalzugstopp in Zusmarshausen gibt. Das ist die Grundlage für alle weiteren Schritte.“

Die Deutsche Bahn (DB) baut im Auftrag des Bundes zwei neue Gleise zwischen Ulm und Augsburg, die für Hochgeschwindigkeitszüge geeignet sind. Derzeit prüft man vier potenzielle Routen. Falls die „Trasse orange“ ausgewählt wird, könnte man im Bereich des Überholbahnhofs Zusmarshausen einen Regionalzughalt einrichten. Der Landkreis Augsburg und die Marktgemeinde Zusmarshausen haben beim Freistaat die Anfrage gestellt, ob ein Regionalexpressverkehr mit einem Haltepunkt in Zusmarshausen über die Neubaustrecke geprüft werden kann.

Bernhard Uhl, Erster Bürgermeister der Marktgemeinde Zusmarshausen: „Für Zusmarshausen wäre die Bahnanbindung ein Quantensprung. Die Busfahrt nach Augsburg dauert heute circa eine Dreiviertelstunde, mit dem Zug wäre das in etwas mehr als 10 Minuten zu schaffen.“

Zunächst wird die BEG durch eine Potenzialabschätzung feststellen, wie viele Ein- und Aussteiger pro Werktag in Zusmarshausen erwartet werden können. Die Analyse berücksichtigt dabei Faktoren wie Einwohner und Arbeitsplätze in der Umgebung, P+R-Verkehr und Pendlerdaten. Außerdem kann ein Buszubringerverkehr in die Berechnung einbezogen werden. Die Ergebnisse sollen spätestens im April 2024 verfügbar sein, um die Fortsetzung der Einrichtung eines Regionalzughalts in Zusmarshausen sicherzustellen.

Um dies zu ermöglichen, müssen mindestens 1.000 Ein- und Aussteiger pro Werktag ermittelt werden. Damit wäre der vom Bund geforderte Mindestwert erreicht, um die Finanzierung von aufwändigen Stationneubauten zu ermöglichen.

Falls gezeigt werden kann, dass das Potenzial vorhanden ist und die „Trasse orange“ ausgewählt wird, wird im nächsten Schritt der Regionalexpressverkehr über die neue Strecke untersucht. Diese würde zu einer Verkürzung der Reisezeit und zusätzlichen Fahrangeboten führen, aber auch mit Kosten verbunden sein.

„Mit einem Regionalzughalt in Zusmarshausen würde die Region noch stärker von einer potenziellen Neubaustrecke profitieren“, sagt Martin Sailer, Landrat des Landkreises Augsburg. „Deshalb ist es wichtig, solche Überlegungen in die Planungen einzubeziehen.“

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