Neues Quartier für Memmingen | Großes Interesse aus der Bevölkerung für Planungen zum Grenzhofareal

Auf dem rund 40.000 m² großen Grenzhofareal im Memminger Norden soll ab 2027 ein neues Quartier entstehen. Geplant ist der Bau von 430 Wohnungen, einer Kindertageseinrichtung sowie Raum für Dienstleitung, Handel und Gastronomie.

Die Stadt Memmingen plant das Großprojekt gemeinsam mit I+R Wohnbau (Lindau). Bei einem Informationsabend im Maximilian-Kolbe-Haus erfuhren rund 80 Bürgerinnen und Bürger vom aktuellen Stand der Planungen und stellten Fragen zur Verkehrsführung, zum Energiekonzept oder auch zu Auswirkungen auf die umliegenden Wohnhäuser während der Bauzeit. „Das Grenzhofareal ist das größte Stadtentwicklungsprojekt, das wir in den kommenden Jahren haben“, betonte Oberbürgermeister Jan Rothenbacher.

Zur zukünftigen Parkplatzsituation informierte Uwe Weißfloch, Leiter des Stadtplanungsamts, dass unterirdische Stellplätze in mehreren Tiefgaragen auf dem Areal entstehen sollen. Auch eine Parkgarage für ein Dienstleistungsgebäude an der Donaustraße ist geplant. Das Quartier soll autofrei gestaltet sein und von einem Fuß- und Radwegenetz durchzogen werden. Daher sind oberirdische Stellplätze für Besucher und die gewerblichen Einrichtungen nur im Zufahrtsbereich vorgesehen. Um zu prüfen, ob die Stellplatzsatzung der Stadt Memmingen ausreichend Stellplätze für das Stadtviertel vorsehen, wurde in einem Mobilitätskonzept ein Vergleich mit anderen Städten gezogen, informierte Weißfloch. Während Memmingen rund 700 Stellplätze vorsehe, würden in Konstanz oder Tübingen in einem vergleichbaren Projekt nur rund 400 Stellplätze gefordert und nach der Stellplatzverordnung des Freistaats Bayern wären nur rund 600 Stellplätze nötig. „Da liegen wir mit 700 deutlich drüber“, resümierte Weißfloch. Zufahrten zu den Stellplätzen werde es über den Adenauerring und in der Grenzhofstraße auf Höhe der Schillerstraße geben.  

Drei öffentliche Grünflächen sollen im neuen Quartier entstehen. Unterschiedliche Haustypen – beispielsweise ein „grünes Haus“ mit Holzfassade und Rankpflanzen oder ein „Clusterhaus“ mit Klinkerfassade –  sind in Wohnfeldern angeordnet, die das Quartier strukturieren, informierte Uwe Weißfloch. Ob alle Häuser gleichzeitig gebaut würden, wurde beim Infoabend gefragt. Das würde schon allein aus logistischen Gründen nicht funktionieren, erklärte der Stadtplaner. Das Gebiet werde vielmehr über Jahre entwickelt.

Ob die starken Erdbewegungen zu Schäden an Bestandshäusern in der Nachbarschaft führen könnten, war die Sorge eines Anliegers. Karlheinz Bayer, Geschäftsführer von I+R Wohnbau, erklärte, dass mit Schäden nicht zu rechnen sei, aber zur wechselseitigen Absicherung ein Sachverständiger vor Beginn der Bauarbeiten alle Häuser in der Nähe begutachten werde. „Dazu müssen Sie nicht aktiv werden. Der Sachverständige wird Sie kontaktieren“, informierte der Karlheinz Bayer.  

Interesse hatten die Bürgerinnen und Bürger auch daran, ob Eigentumswohnungen gebaut werden oder die Wohnungen später gemietet werden können. Neben Eigentumswohnungen und frei finanzierten Wohnungen wird es 25 Prozent geförderten Wohnraum geben. Vorgesehen seien Wohnungen unterschiedlicher Größe. „Wir möchten ein möglichst gemischtes Wohnquartier erreichen, Jung und Alt zusammen, Alleinstehende und Familien“, erklärte Oberbürgermeister Rothenbacher.

Thematisiert wurde auch das Energiekonzept. Eine Anwohnerin erklärte, die Nachbarn seien nicht gefragt worden, ob sie sich an die Energieversorgung im neuen Quartier anschließen wollten. Das Grenzhofareal werde über ein „kaltes Nahwärmenetz“ erschlossen, das das Grundwasser nutzt, erklärte Stadtplaner Weißfloch. „Es ist eine Insellösung, eine Erschließung außerhalb des Areals ist technisch nicht möglich.“

Der Stadt Memmingen gehören im Grenzhofareal alle öffentlichen Verkehrsflächen, Grünflächen und Versorgungsflächen, das Baufeld, auf dem die Kindertageseinrichtung entstehen soll und drei weitere Baufelder. Drei Baufelder verbleiben im Eigentum von I+R Wohnbau. Ein städtebaulicher Vertrag wird gerade ausgearbeitet. „Die Erschließung des Areals kann, Stand heute und optimistisch gedacht, 2026 erfolgen“, prognostizierte Weißfloch. „Die ersten Häuser könnten dann ab 2027 gebaut werden.“

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