In Bezug auf die umstrittene Übergabe von zwei Pavianen an eine Forschungseinrichtung kommt jetzt auch Kritik aus der Augsburger Lokalpolitik.

Der Zoo gab zwei männliche Mantelpaviane ans Deutsche Primatenzentrum in Göttingen ab. Dieses Zentrum ist Teil des Leibniz-Instituts für Primatenforschung. Der Zoo betonte jedoch, dass die Paviane dort nicht für Tierversuche verwendet würden. Tierschützer haben gegen diese Vorgehensweise protestiert. Die Organisation Ärzte gegen Tierversuche vermutet, dass die Paviane in Göttingen zur Zucht eingesetzt werden und ihre Nachkommen grausamen und wissenschaftlich unsinnigen Tierversuchen ausgesetzt sein könnten, bei denen sie misshandelt und letztendlich getötet würden.
Der Zoo verteidigte jedoch die Abgabe der beiden männlichen Paviane an das Institut. Dadurch konnten Spannungen in der 55-köpfigen Gruppe der Augsburger Mantelpaviane reduziert werden. Gleichzeitig erhalten die beiden Paviane in Göttingen “eine angemessene Haltung in einer entspannten Umgebung”.
Grüne und CSU fordern klare Kommunikation bei der Abgabe von Tieren
Sabrina Koch, Sprecherin für Tierschutz von BÜNDNIS 90/Die Grünen und Leo Dietz, CSU-Fraktionsvorsitzender: “Es ist erschreckend zu erfahren, dass die Nachkommen der zwei Paviane höchstwahrscheinlich für Tierversuche verwendet werden. Mittlerweile gibt es für die allermeisten Versuche bereits tierfreie Methoden. Deshalb wollen wir gemeinsam mit dem Augsburger Zoo Lösungen entwickeln, wie in Zukunft die Abgabe von Tieren außerhalb von anderen Zoos in Deutschland vermieden werden kann. Außerdem verlangen wir zukünftig eine transparente Kommunikation mit dem Aufsichtsrat und bei solchen Entscheidungen das zuständige Veterinäramt mit einzubeziehen. Zwar kann die Stadt Augsburg nicht verhindern, dass der Augsburger Zoo Tiere an Forschungseinrichtungen abgibt, die Stadt sollte jedoch als Gesellschafterin in solche Prozesse, die dem Ruf des Zoos schaden könnten, mit einbezogen werden.”


