Die Grüne Jugend Augsburg hat sich in einem aktuellen Beschluss deutlich zur Zukunft des Augsburger Zoos positioniert. Ihr Ziel: Die Tierhaltung soll bis zum Jahr 2040 vollständig beendet werden. Stattdessen soll das Zoogelände gemeinsam mit dem bestehenden Umweltbildungszentrum zu einem modernen Bildungsort für Tier- und Naturschutz entwickelt werden. Als ersten Schritt fordern die jungen Grünen einen sofortigen Stopp von Nachzuchten und Neuaufnahmen.
Führungswechsel als Chance für Neudenken
Der Wechsel der Geschäftsführung nach 25 Jahren bietet aus Sicht der Grünen Jugend den idealen Moment, um grundlegende Fragen zur Zukunft des Zoos aufzuwerfen. „Wer über neue Zoo-Geschäftsführer redet, aber nicht über ein absehbares Ende des Zoos, zeigt das Dilemma auf. Wenn wir wollen, dass Augsburg konsequent auf Tierschutz setzt, heißt das: kein Zoo. Hier muss sich auch die grüne Stadtregierung in der Verantwortung sehen“, erklärt Magnus Trinkwalder, Sprecher der Grünen Jugend Augsburg.
Kritik an veralteter Tierhaltung
Lukas Birkmair, Tierrechtsaktivist und Vorstandsbeisitzer der Grünen Jugend Augsburg, geht mit der Institution Zoo grundsätzlich ins Gericht: „Zoos sind ein Relikt des 19. Jahrhunderts, als das Ausstellen exotischer Tiere ein Statussymbol war. Dieses überholte Verständnis von Tierhaltung entspricht nicht mehr unseren ethischen Standards im 21. Jahrhundert.“
Laut der Grünen Jugend werden zentrale Ziele wie Bildung und Artenschutz in der Praxis nicht erfüllt. Nur ein kleiner Teil der gefährdeten Tierarten sei überhaupt in Zoos vertreten. Zudem würden deutlich mehr Wildtiere importiert als für Schutzprojekte wieder ausgewildert. Gleichzeitig flössen hohe Summen an städtischer Förderung in Zucht- und Bauprojekte, anstatt in den Schutz natürlicher Lebensräume zu investieren.

Forderung an die Stadt: Bildung statt Käfige
Obwohl der Zoo formal unabhängig agiert, hängt sein Bestehen wesentlich von städtischen Zuschüssen ab. Deshalb fordert die Grüne Jugend ein klares Umdenken in der Stadtpolitik. Die öffentlichen Mittel sollen künftig in den Umbau des Zoos zu einem Bildungszentrum fließen. Bis 2028 soll in enger Zusammenarbeit mit Fachleuten ein konkreter Transformationsplan entwickelt werden. Dabei soll das Wohl der Tiere oberste Priorität haben – etwa durch Umsiedlung in artgerechte Reservate oder spezialisierte Lebenshöfe. Ähnlich lautende Forderungen kamen in der Vergangenheit bereits von der V³-Partei um Stadtrat und OB-Kandidat Roland Wegner.
Augsburg als Vorreiterstadt?
Die Grüne Jugend sieht in dem Vorstoß eine große Chance für die Stadt. „Unser Beschluss ist eine Einladung: Lasst uns zeigen, dass Augsburg eine konsequent zukunftsgewandte Stadt ist – auch beim Tierschutz“, so Trinkwalder abschließend.


