Brustkrebs: Überlebensrate steigt kontinuierlich

Presse Augsburg
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Die Überlebensrate bei Brustkrebs steigt nach Angaben des Klinikums Memmingen kontinuierlich. Privat-Dozent Dr. Felix Flock nennt bessere Diagnose- und Therapiemöglichkeiten sowie schonendere Operationen als wichtige Fortschritte.

In Deutschland werden pro Jahr rund 75.000 Brustkrebs-Neuerkrankungen registriert. Damit erkrankt nach Angaben von Privat-Dozent Dr. Felix Flock etwa jede achte Frau im Laufe ihres Lebens an einem Mammakarzinom. Das Durchschnittsalter liegt bei 65 Jahren. Im zertifizierten Brustkrebszentrum des Klinikums Memmingen werden rund 250 Neuerkrankungen jährlich verzeichnet.

Flock ist Chefarzt der Frauenklinik und Leiter des zertifizierten Brustkrebszentrums. Er verweist auf die Fortschritte bei Diagnostik und Therapie: Die Behandlungen könnten immer genauer auf die einzelnen Patientinnen abgestimmt werden. Eine intensive Nacherfassung am Klinikum Memmingen habe zudem gezeigt, dass die Überlebensrate dort genauso hoch sei wie an großen Universitätskliniken.

Mammographie-Screening kann Sterblichkeit senken

Eine zentrale Rolle bei der Früherkennung spielt laut Flock das Mammographie-Screening. Eine deutsche Studie habe gezeigt, dass sich die Brustkrebssterblichkeit dadurch um 20 bis 30 Prozent senken lasse. Das Screening wird für Frauen zwischen 50 und 75 Jahren empfohlen. Die bundesweite Beteiligung liegt den Angaben zufolge jedoch nur bei etwa 50 Prozent.

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Als Gründe für die geringe Teilnahme nennt Flock unter anderem Ängste vor einem möglichen Befund oder vor einer durch die Mammographie ausgelösten Krebserkrankung. Dafür gebe es keine Belege. Ultraschalluntersuchungen allein seien ebenfalls kein gleichwertiger Ersatz: Studien hätten gezeigt, dass Krebsvorstufen und frühe Krebsstadien durch das Screening besser erkannt werden können.

Schonendere Operationen bei Brustkrebs

Auch bei den Operationen habe sich die Vorgehensweise verändert. Die Eingriffe an Brust und Lymphknoten seien in den vergangenen Jahren deutlich weniger radikal geworden. Aufgrund einer deutschen Studie, an der das Klinikum Memmingen teilgenommen habe, könne bei vielen Frauen inzwischen auf eine Operation der Achselhöhle verzichtet werden.

Bei manchen Patientinnen verliert die Antihormontherapie im Verlauf ihre Wirkung, weil die Krebszellen nicht mehr auf die dämpfende Wirkung der Behandlung reagieren. Flock vergleicht diesen Vorgang mit Resistenzen von Bakterien gegen Antibiotika. In mehreren Studien seien spezielle Medikamente eingesetzt worden, mit denen die Entwicklung solcher Resistenzen verhindert werden konnte. Dadurch solle sowohl der Bildung von Metastasen entgegengewirkt als auch die Behandlung bereits vorhandener Metastasen vorangetrieben werden.

Knochengesundheit und Partnerschaft im Blick

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Knochengesundheit. Frauen in den Wechseljahren neigen wegen des sinkenden Östrogenspiegels grundsätzlich zu einem Abbau der Knochenmasse, der durch antihormonelle Therapien verstärkt werden kann. Das Klinikum untersucht deshalb gezielt, ob Patientinnen einen erhöhten Knochenschwund entwickeln, und behandelt diesen gegebenenfalls medikamentös. Knochenstabilisierende Medikamente könnten bei einigen Frauen zudem das Wiederauftreten der Erkrankung verhindern.

Flock spricht außerdem die Auswirkungen der Erkrankung und ihrer Behandlung auf Sexualität und Partnerschaft an. Operationen und Medikamente könnten die Sexualität beeinträchtigen; dieser Bereich werde häufig zu wenig thematisiert. Eine entsprechende Betreuung und passende Lösungen könnten Spannungen und Missverständnisse in Partnerschaften verhindern.

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Informationsabend am 14. Oktober 2026

Über die aktuellen Möglichkeiten bei Diagnose und Therapie informiert das Klinikum Memmingen am Mittwoch, 14. Oktober 2026, ab 19 Uhr bei einer kostenlosen Veranstaltung. Der Abend findet im Sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ), Konferenzraum I im zweiten Obergeschoss des Klinikums Memmingen, statt. Dr. Felix Flock und Mitarbeitende der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe informieren über die Themen.

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