Die Augsburger Domsingknaben feiern am 30. und 31. Oktober 2026 ihr 50-jähriges Bestehen mit einem Festkonzert, einer Pontifikalmesse und einem Festakt. Ihre Geschichte reicht bis zum ältesten Nachweis der sogenannten „Marianer“ im Jahr 1439 zurück.
Seit der Neugründung Ende Oktober 1976 singen und musizieren die Domsingknaben im Augsburger Dom. Damit verbindet der Chor die moderne Geschichte der vergangenen 50 Jahre mit einer fast 600 Jahre zurückreichenden Tradition kirchlichen Chorgesangs in Augsburg. Heute gehören rund 300 Knaben und Männer zwischen fünf und 25 Jahren zum Chor, der international bekannt ist.
Festkonzert mit großer Besetzung
Den Auftakt der zweitägigen Feierlichkeiten bildet am 30. Oktober ein Festkonzert im Augsburger Dom. Auf dem Programm steht die „Missa Salisburgensis“ von Heinrich Ignaz Franz Biber.
Unter der Leitung von Domkapellmeister Stefan Steinemann wirken der Kammerchor, der Karl-Kraft-Chor, Solisten, das Barockensemble des Bayerischen Staatsorchesters und das Ensemble Les Cornets Noirs mit.
Am 31. Oktober beginnt um 17 Uhr eine Pontifikalmesse mit Bischof Dr. Bertram Meier im Augsburger Dom. Anschließend feiern die Domsingknaben ihr Jubiläum mit geladenen Gästen aus Kirche, Politik, Gesellschaft und Förderverein bei einem Festakt im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses.
Neugründung vor 50 Jahren
Zur Neugründung kam es Ende Oktober 1976, als Reinhard Kammler den Knabenchor an der Basilika St. Ulrich und Afra an den Dom übersiedelte. Kammler wurde zur treibenden Kraft des Neubeginns, war ab 1978 Domorganist und ab 1995 Domkapellmeister. 1986 fanden die Domsingknaben im Haus St. Ambrosius ihr endgültiges Zuhause.
Seit 2020 leitet der ausgebildete Kirchenmusiker Stefan Steinemann als Domkapellmeister die Ausbildung. Gemeinsam mit drei weiteren Knabenchören gelten die Augsburger Domsingknaben seit 2024 als immaterielles Kulturerbe Bayerns.
Tradition und internationale Auftritte
Der älteste Nachweis der „Marianer“ am Augsburger Dom stammt aus dem Jahr 1439. Während der Reformationszeit verstummte die Kirchenmusik im Dom zeitweise. Nach dem Augsburger Religionsfrieden von 1555 wurde sie reorganisiert. Der gregorianische Choral gehört bis heute zum Repertoire. 1865 wurde das Singknabeninstitut formell aufgehoben; In den folgenden rund hundert Jahren begleitete ein gemischter Chor die Gottesdienste am Dom.
Seit der Neugründung gehören neben der musikalischen Gestaltung der Gottesdienste auch Konzerte und Konzertreisen zur Arbeit der Domsingknaben. Reisen führten das Ensemble unter anderem nach China, in die Türkei, nach Guatemala, Polen, Tschechien, Schottland, Russland und Litauen. Die Sänger traten außerdem für Papst Johannes Paul II., Papst Benedikt XVI. sowie für Politiker wie Helmut Kohl und Angela Merkel auf.
Für das kommende Jahr sind Konzerte in Bregenz und Basel geplant.

