Die IG Metall Bayern kündigt ab Sonntag, 1. November 2026, Warnstreiks in mehreren bayerischen Betrieben an. Am Montag, 2. November, sollen Beschäftigte in 34 Betrieben im gesamten Freistaat die Arbeit niederlegen.
Den Auftakt macht in der Nacht auf Sonntag um 0 Uhr die Nachtschicht von RF360 Europe in München. Die Aktion ist an der Anzinger Straße 13 geplant. Das Unternehmen gehört zu Qualcomm und entwickelt sowie produziert Elektronikkomponenten für Mobilfunkgeräte.
Am Sonntagabend ist bei Aerospace Peissenberg in Peißenberg um 22 Uhr eine Feuertonnenaktion mit Kundgebung am Werkstor am Robert-Drosten-Platz 1 angekündigt. Im Fließtext der IG-Metall-Mitteilung wird der Betrieb als Aerotech bezeichnet.
Am Montagabend soll erstmals auch ein bayerischer Autohersteller an einem Warnstreik beteiligt sein. Bei AUDI Ingolstadt, Scherm Logistik und DP World Logistics ist für 23 Uhr eine gemeinsame Kundgebung an der Ecke Ettinger Straße/Furtwänglerstraße in Ingolstadt vorgesehen.
Warnstreiks in Schwaben
In Memmingen sind um 13 Uhr gemeinsame Kundgebungen von Rohde & Schwarz und Otto Christ an der Riedbachstraße geplant. Außerdem stehen Goldhofer und Schwing-Stetter auf der Liste. Bei BSH Hausgeräte in Dillingen ist um 10 Uhr eine Kundgebung am Werkstor vorgesehen. AGCO in Asbach-Bäumenheim plant eine Kundgebung um 9.15 Uhr vor dem Vorstandsgebäude an der Fendtstraße 1. Bei Valeo Schalter und Sensoren in Wemding soll um 10 Uhr auf dem Werksgelände an der Valeostraße 1 demonstriert werden.
Weitere Aktionen in Bayern
In Oberbayern sind neben den Aktionen in Ingolstadt Warnstreiks bei Weber Schraubautomaten in Wolfratshausen um 14 Uhr am Werkstor am Hans-Urmiller-Ring 56, bei SAM in Bad Tölz um 11 Uhr am Werkstor im Sitecpark 1 sowie bei GKN Aerospace in München vorgesehen.
In Unterfranken planen Fränkische Rohrwerke, Fränkische Industrial Pipes, Bosch Rexroth Augsfeld und Elso Hofheim in Königsberg einen gemeinsamen Demozug. Er beginnt um 8 Uhr an der Hellinger Straße; die Kundgebung am Bleichdamm soll um 8.30 Uhr starten. Weitere gemeinsame Kundgebungen sind um 13 Uhr bei WAREMA Renkhoff und Procter & Gamble in Marktheidenfeld am Werkstor an der Hans-Wilhelm-Renkhoff-Straße 2 sowie um 8 Uhr bei Linde Material Handling, Werk IV, in Weilbach am Werkstor an der Breitendieler Straße 20 angekündigt.
In Oberfranken stehen Kaeser Kompressoren in Coburg um 12.30 Uhr vor dem Haupteingang an der Carl-Kaeser-Straße 26 sowie Kennametal in Mistelgau auf der Liste. In Niederbayern sind Aktionen bei SPIE SAG in Ergolding um 9 Uhr am Werkstor an der Landshuter Straße 65, bei Mahle in Neustadt an der Donau um 13 Uhr am Parkplatz vor der Hauptpforte an der Raffineriestraße 99 und bei ZF Thyrnau auf dem Werksgelände geplant.
In Mittelfranken nennt die Gewerkschaft Leoni Kabel in Roth, Krauss-Maffei in Treuchtlingen und Schaeffler in Herzogenaurach. Bei Leoni ist eine Kundgebung um 8.30 Uhr an der Lände 3 geplant, bei Krauss-Maffei um 12.30 Uhr an der Heusteige 5 und bei Schaeffler um 23 Uhr an der Industriestraße 1–3.
In der Oberpfalz sind Kundgebungen bei Benteler in Schwandorf um 13 Uhr am Parkplatz am Werkstor an der Bellstraße 12 und bei Kennametal in Vohenstrauß um 13 Uhr am Parkplatz am Röhrenweg bei der AWO vorgesehen. Siemens in Cham steht ebenfalls auf der Liste.
Tarifparteien liegen bei Forderungen weit auseinander
Hintergrund ist der bisherige Verlauf der Tarifverhandlungen für die Metall- und Elektroindustrie. Nach Angaben der IG Metall boten die Arbeitgeber in der zweiten Verhandlungsrunde am Dienstag in Coburg erst nach 20 Monaten eine Entgelterhöhung von 1,3 Prozent an. Die Gewerkschaft fordert fünf Prozent mehr Geld sowie 110 Euro höhere Ausbildungsvergütungen bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.
Zusätzlich verlangt die IG Metall eine tarifliche Gewinnbeteiligung für Beschäftigte in wirtschaftlich gut aufgestellten Betrieben und eine soziale Komponente zugunsten der unteren Entgeltgruppen. Außerdem soll mit dem Arbeitgeberverband über die Zukunft sowie die Sicherung von Arbeitsplätzen und Standorten gesprochen werden.
IG-Metall-Bezirksleiter und Verhandlungsführer Horst Ott erklärte: „Bisher haben die Arbeitgeber in den Verhandlungen ihre Beschäftigten auf Kostenfaktoren reduziert. Jetzt werden die Beschäftigten bei Warnstreiks demonstrieren, was sie von dieser mangelnden Wertschätzung halten.“

