Zwei Seniorinnen aus dem Landkreis München wurden am Donnerstag Opfer von Schockanrufen. In Unterhaching erbeuteten falsche Polizeibeamte Bargeld und Wertsachen im mittleren fünfstelligen Wert, in Oberhaching entstand ein Schaden im niedrigen fünfstelligen Bereich.
Seniorin in Unterhaching übergibt Tasche mit Wertsachen
Eine über 70-jährige Frau aus dem Landkreis München erhielt am Donnerstag, 29. Oktober 2026, gegen 18 Uhr einen Anruf. Zunächst behauptete ein Unbekannter, die Tochter der Seniorin liege im Krankenhaus und benötige lebenswichtige Medikamente. Weil ihr das Gespräch merkwürdig vorkam, beendete sie den Anruf.
Kurz darauf meldete sich ein weiterer Mann, der sich als Kommissar des Betrugsdezernats ausgab. Er erklärte, die Seniorin sei in Gefahr und müsse ihre Wertsachen der Polizei übergeben. Wenig später klopfte ein weiterer unbekannter Mann an ihr Küchenfenster und zeigte auf seinem Handy einen gefälschten Dienstausweis. Die Frau übergab ihm eine Tasche mit Bargeld und weiteren Wertsachen im mittleren fünfstelligen Gesamtwert. Der Abholer entfernte sich anschließend in unbekannte Richtung.
Die Seniorin kontaktierte danach ihre Tochter, wodurch der Betrug auffiel. Der Abholer wird als 25 bis 30 Jahre alt, etwa 1,80 Meter groß und schlank beschrieben. Er hatte kurze, dunkelblonde Haare. Die Polizei bittet um Hinweise zu Beobachtungen im Bereich Blütenweg, Liebigstraße, Karwendelstraße, Zugspitzstraße, Münchner Straße und Pittingerplatz.
Auch in Oberhaching Schockanruf mit Wertsachen
Bereits gegen 15 Uhr war eine über 80-jährige Frau in Oberhaching angerufen worden. Der Unbekannte behauptete, in der Nähe ihrer Wohnung seien Einbrecher festgenommen worden. Zivile Polizeibeamte würden deshalb die Wertgegenstände im Haus überprüfen. Im weiteren Gespräch erkundigte sich der Anrufer nach den Wertsachen und vereinbarte ein Kennwort.
Ein zweiter Täter gab sich anschließend als „Oberkommissar Brand“ aus, nannte das Kennwort und wies die Seniorin an, die Wertsachen in einer Tasche vor dem Haus abzustellen. Wegen der angeblichen Gefahr solle sie das Haus zunächst nicht verlassen. Später erlaubte ihr der Anrufer, das Gebäude zu verlassen, und versprach die Rückgabe der Gegenstände. Als die Frau Zweifel bekam, verständigte sie die Polizei. Der Vermögensschaden liegt im niedrigen fünfstelligen Bereich. Der Abholer konnte nicht beschrieben werden.
Hinweise zu Beobachtungen im Bereich Tisinstraße, Pestalozzistraße, Kastanienallee und Karlstraße nimmt die Polizei entgegen. Die Ermittlungen führt jeweils das Kommissariat 61. Die Polizei weist darauf hin, dass echte Polizeibeamte niemals Geld oder Wertsachen zur Abholung verlangen. Betroffene sollten Angehörige selbstständig kontaktieren, keine Angaben zu ihren finanziellen Verhältnissen machen und im Zweifel den Polizeinotruf 110 wählen.
Festnahme nach versuchtem Tötungsdelikt in der Altstadt
Nach einem versuchten Tötungsdelikt in der Münchner Altstadt ist ein 31-jähriger Tatverdächtiger festgenommen worden. Ein 29-jähriger Mann war am 2. September gegen 1.55 Uhr bei einem Aufeinandertreffen mit einem zunächst unbekannten Mann mit einem spitzen Gegenstand am Oberkörper schwer verletzt worden. Er musste notoperiert werden und überlebte.
Die Polizei identifizierte im Rahmen der Ermittlungen einen 31-jährigen Albaner mit Wohnsitz in München. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft München I erließ das Amtsgericht München einen Haftbefehl unter anderem wegen des Verdachts des versuchten Totschlags. Einsatzkräfte nahmen den Mann am Donnerstag, 29. Oktober, gegen 7 Uhr widerstandslos vor seinem Wohnanwesen fest. Er befindet sich in Untersuchungshaft. Nach aktuellem Ermittlungsstand kannten sich die beiden Beteiligten zuvor nicht; als möglicher Hintergrund gilt ein Streit. Die Ermittlungen dauern an.
Zwei Verletzte bei Unfall in Milbertshofen-Am Hart
In der Knorrstraße stießen am Donnerstag gegen 15.15 Uhr zwei Pkw zusammen. Ein 48-Jähriger bog mit seinem Ford in die Einfahrt des BMW-Motorradzentrums ab, als es zur Kollision mit einem entgegenkommenden BMW kam. Der Ford-Fahrer und seine 45-jährige Beifahrerin wurden verletzt und vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht.
Der Sachschaden liegt im niedrigen fünfstelligen Bereich. Die Knorrstraße war für den Kraftfahrzeugverkehr etwa eine Stunde gesperrt, der öffentliche Nahverkehr wurde umgeleitet. Die Verkehrspolizei ermittelt.
In Neubiberg wurde gegen 18.15 Uhr ein über 70-jähriger Fußgänger beim Überqueren der Prof.-Messerschmitt-Straße von einem rückwärts ausparkenden Pkw erfasst. Der Senior stürzte und wurde schwer verletzt. Der unbekannte Fahrer brachte ihn zwar nach Hause, tauschte jedoch keine persönlichen Daten aus. Der Mann soll mit einer dunklen Limousine mit Münchner Kennzeichen unterwegs gewesen sein. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts des unerlaubten Entfernens vom Unfallort und bittet um Hinweise unter 089 6216-3322.
Einbruch und verbotenes Rennen
In Kirchheim bei München drangen unbekannte Täter zwischen 17.30 Uhr und 19.45 Uhr durch die Terrassentür in eine Doppelhaushälfte ein. Sie durchsuchten die Räume und nahmen einen Möbeltresor mit. Darin befanden sich Bargeld im niedrigen fünfstelligen Bereich sowie Wertgegenstände im niedrigen dreistelligen Bereich. Die Kriminalpolizei sicherte Spuren und bittet Anwohner im Bereich A 99, Poinger Straße und Prof.-Zorn-Straße, mögliche Kameraaufnahmen zu prüfen. Hinweise nimmt das Kommissariat 53 unter 089 2910-0 entgegen.
In Allach-Untermenzing entzog sich ein 23-Jähriger gegen 23.50 Uhr mit einem Mercedes einer Verkehrskontrolle. Zuvor war er im Bereich der Thea-Knorr-Straße deutlich zu schnell gefahren. Er stellte den Wagen in einer Tiefgarage ab und flüchtete zu Fuß, wurde bei der Fahndung aber vorläufig festgenommen. Wegen Hinweisen auf eine Alkoholisierung wurde eine Blutentnahme durchgeführt. Pkw und Führerschein wurden beschlagnahmt; nach Abschluss der Maßnahmen kam der Mann wieder frei.
Brände in zwei Schulen
In einer Mittelschule an der Eduard-Spranger-Straße setzte ein zunächst unbekannter Täter gegen 10.15 Uhr Papierhandtücher in einem Mülleimer in Brand. Die Rauchentwicklung löste die Brandmeldeanlage aus, rund 400 Personen mussten das Gebäude verlassen. Eine Lehrkraft dämmte das Feuer zunächst ein, die Feuerwehr löschte es vollständig. Der Sachschaden liegt im niedrigen dreistelligen Bereich. Ein 14-jähriger Schüler der Schule wurde als Tatverdächtiger auf dem Schulgelände angetroffen und nach den polizeilichen Maßnahmen einer erziehungsberechtigten Person übergeben.
Gegen 12.30 Uhr brannten außerdem mehrere Toilettenpapierrollen in einer Sanitäranlage einer Schule im Bereich der Freudstraße. Die Feuerwehr löschte den Brand, auch hier entstand ein Sachschaden im niedrigen dreistelligen Eurobereich. In diesem Fall ist der Täter noch unbekannt. Hinweise nimmt die Polizei unter 089 2910-0 entgegen.
Einsatzübung und Hinweise zu Halloween
In Harlaching übten Einheiten der Bayerischen Polizei, der Feuerwehr und des Rettungsdienstes vom 22. bis 24. Oktober sowie am 28. Oktober jeweils zwischen 8 und 16 Uhr gemeinsam für den Ernstfall. Zeitweise waren Blaulicht, Sondersignale und Schreckschusswaffen zu hören. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestand nach Polizeiangaben zu keinem Zeitpunkt.
Für die Halloween-Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November weist die Polizei darauf hin, dass Bedrohungen, das Anzünden von Müllcontainern sowie das Beschmieren von Hauswänden oder Verkehrsschildern keine harmlosen Streiche sind. Friedliche Feiern sind möglich, solange keine Straftaten oder Ordnungswidrigkeiten begangen und keine Menschen gefährdet werden.
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