Zwischen Augsburg und München könnten ab 2028 bis zu zwölf Regionalverbindungen entfallen. Vertreter aus Bundes-, Landes- und Augsburger Kommunalpolitik fordern deshalb, das heutige Angebot mindestens beizubehalten.
Die Bundestagsabgeordnete Heike Heubach, die Landtagsabgeordnete Anna Rasehorn und die Fraktionsgemeinschaft SPD/ÖDP/Volt im Augsburger Stadtrat haben sich in einem gemeinsamen Brief an Bundesverkehrsminister Steffen Bilger, Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter und den Vorstandsvorsitzenden der DB InfraGO, Dr. Philipp Nagl, gewandt.
Bis zu zwölf Verbindungen könnten entfallen
Nach aktuellen Berichten hält die DB InfraGO vorerst an ihren Planungen zur Verteilung der Schienenkapazitäten ab 2028 fest. Demnach könnten insgesamt zwölf Regionalverbindungen entfallen. In den Hauptverkehrszeiten würden dann pro Stunde und Richtung möglicherweise nur noch zwei Regionalzüge statt bislang teilweise drei oder vier fahren.
Hintergrund ist die geplante Aufteilung der knappen Schienenkapazitäten, insbesondere zwischen München-Pasing und Olching. Im Plan der DB InfraGO zur Erhöhung der Schienenwegkapazität sind dort pro Stunde zwei Kapazitäten für den Schienenpersonennahverkehr und 3,5 für den Fernverkehr vorgesehen.
Rasehorn verweist auf die bereits hohe Auslastung der Züge am Morgen und am späten Nachmittag. Die Verbindung sei für Tausende Menschen Teil ihres täglichen Arbeitswegs. Heubach betont, zusätzlicher Fernverkehr dürfe nicht dazu führen, dass Regionalzüge für Pendler gestrichen werden.
Drei Forderungen zum Regionalverkehr
In ihrem Schreiben formulieren die Beteiligten drei zentrale Forderungen:
- Das derzeitige Regionalverkehrsangebot zwischen Augsburg und München soll auch ab 2028 mindestens erhalten bleiben.
- In den Hauptverkehrszeiten sollen ausreichend Kapazitäten für Regionalzüge zur Verfügung stehen.
- Bund, Freistaat, DB InfraGO und Bayerische Eisenbahngesellschaft sollen vor der Festlegung der Fahrpläne für 2028 gemeinsam eine Lösung erarbeiten.
Die Fraktionsvorsitzenden von SPD/ÖDP/Volt, Benjamin Adam und Lara Hammer, bezeichnen die Bahnverbindung nach München als grundlegende Infrastruktur für Augsburg und die Region. Weniger Züge am Morgen würden die bereits stark ausgelasteten Verbindungen zusätzlich belasten.
Unterstützung aus dem Augsburger Rathaus
Oberbürgermeister Dr. Florian Freund und Zweiter Bürgermeister Dirk Wurm unterstützen die Forderung nach dem Erhalt der Regionalverbindungen. Eine Reduzierung des Angebots, insbesondere zu den Hauptverkehrszeiten, würde nach ihrer Einschätzung zahlreiche Pendler unmittelbar treffen.
Bereits Anfang September hatten sich Oberbürgermeister und Landräte aus der Region in einem gemeinsamen Schreiben gegen die geplanten Kürzungen ausgesprochen. Sie verlangten insbesondere, die Regionalverbindungen während der Hauptverkehrszeiten zu sichern.
Heubach, Rasehorn und die Fraktionsgemeinschaft fordern nun, die bisherige Planung zu überprüfen und zu ändern. Der Fahrplan für 2028 sei noch nicht endgültig entschieden.

