Der Abfallwirtschafts- und Stadtreinigungsbetrieb der Stadt Augsburg (AWS) ist für die Wintersaison 2026/2027 vorbereitet. Rund 200 Einsatzkräfte und 49 Fahrzeuge sichern bei Schnee und Glätte zunächst die wichtigsten Verkehrsachsen.
Hauptverkehrsstraßen haben Vorrang
Beim Winterdienst in Augsburg konzentriert sich der AWS auf verkehrswichtige und gefährliche Straßenabschnitte. Vorrang haben Hauptverkehrsstraßen mit öffentlichem Nahverkehr, hohem Verkehrsaufkommen sowie Kreuzungen, Einmündungen und Fußgängerüberwegen. Wohn- und Nebenstraßen werden grundsätzlich nicht regelmäßig geräumt und gestreut.
Ab 4 Uhr morgens kann der AWS mit bis zu 21 großen Räum- und Streufahrzeugen sowie 28 kleineren Mehrzweckfahrzeugen ausrücken. Eine Stunde später stehen zusätzlich 28 mobile Gruppen für Haltestellen, Treppen und städtische Gehwege bereit. Insgesamt unterstützen 60 Saisonkräfte den Winterdienst. Für Notfälle und vorbeugende Einsätze steht nachts ein Streufahrzeug in Rufbereitschaft.
Mehr Glätte, weniger Schnee
Nach Angaben der Stadt werden ausgeprägte Schneelagen seltener, während wechselnde Temperaturen und kurzfristig auftretende Glätte die Einsatzkräfte weiterhin fordern. Der AWS nutzt Wetter- und Glätteprognosen, bei Bedarf Kontrollfahrten sowie vorbeugende Streueinsätze.
Eine durchgängige Schnee- und Eisfreiheit sämtlicher Straßen und Radwege kann insbesondere bei starkem Schneefall oder plötzlich auftretendem Blitzeis nicht gewährleistet werden. Radwege werden im Rahmen der verfügbaren personellen und technischen Kapazitäten nach Verkehrsbedeutung und Gefahrenlage gesichert. Gerade in den frühen Morgenstunden können dort noch winterliche Verhältnisse herrschen. Radfahrende sollen ihre Fahrweise anpassen und bei Bedarf auf parallel verlaufende, bereits gesicherte Straßen ausweichen.
Räum- und Streupflicht für Anlieger
Grundstücksanlieger müssen die von ihnen zu sichernden öffentlichen Gehwege bei Schneefall räumen und bei Glätte mit abstumpfenden Mitteln streuen beziehungsweise Eis beseitigen. Das gilt auch für Gehwege mit dem Zusatz „Radfahrer frei“ und für Gehwege an Bushaltestellen.
Fehlt ein abgegrenzter Gehweg, muss ein ausreichend breiter Teil der öffentlichen Straße gesichert werden. Die Stadt nennt dafür etwa 1,50 Meter. An Werktagen müssen die Maßnahmen bis 7 Uhr, an Sonn- und Feiertagen bis 8 Uhr erledigt sein. Bis 20 Uhr sind sie so oft zu wiederholen, wie es zur Gefahrenabwehr nötig ist.
Grundsätzlich gilt ein Salzverbot. Nur an besonders gefährlichen Stellen, etwa Treppen, darf Salz im kleinstmöglichen Maß eingesetzt werden. Bei einem Splitt-Salz- oder Sand-Salz-Gemisch darf der Salzanteil höchstens zehn Prozent betragen.
Rund 9.000 Tonnen Streumittel gelagert
Für die Saison lagern nach Angaben der Stadt rund 9.000 Tonnen Salz und Splitt. Das Informationsblatt weist diese Menge genauer mit 7.300 Tonnen Salz und 1.700 Tonnen Splitt aus. Zusätzlich stehen 166.000 Liter Sole bereit. Im Stadtgebiet gibt es außerdem rund 270 Splittkisten, aus denen Bürgerinnen und Bürger kostenlos Streumittel für die Sicherung ihrer Gehwege entnehmen können.
In den vergangenen fünf Wintersaisons kam der AWS durchschnittlich auf rund 45 Einsätze pro Saison. Die durchschnittlichen jährlichen Kosten für den Winterdienst belaufen sich auf rund 3,5 Millionen Euro und werden aus dem städtischen Haushalt getragen.
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