AWO-Studie: Mehr Teilhabe durch 100 Euro im Monat

Presse Augsburg
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Eine Studie der AWO Schwaben zeigt, wie finanzielle Unterstützung und Mitbestimmung die Bildungs- und Teilhabechancen von Kindern aus einkommensarmen Familien stärken können.

Für das Forschungsprojekt „Mitmachen macht stark“ erhielten Kinder und ihre Familien aus dem Raum Augsburg und Kempten 2025 und 2026 ein Jahr lang monatlich 100 Euro für die soziale Teilhabe der Kinder. Die Kinder entschieden selbst, wofür sie das Geld verwendeten. Begleitet wurde das Projekt von vier Workshops zu Kinderrechten, Beteiligung und den eigenen Erfahrungen.

Konzipiert und wissenschaftlich begleitet wurde die Studie von Prof. Dr. Rebekka Bendig und Prof. Dr. Tanja Seider von der Hochschule für Soziale Arbeit und Pädagogik in Berlin. Die Kinder hielten ihre Erlebnisse unter anderem fotografisch fest und reflektierten sie in Fokusgruppen als Mit-Forschende.

100 Euro ermöglichten Freizeit, Bildung und Gemeinschaft

Die Ergebnisse zeigen deutliche Zusammenhänge zwischen materieller Ausstattung sowie Bildungs- und Teilhabemöglichkeiten. Die Kinder konnten beispielsweise Freunde zum Spielen oder zu Geburtstagsfeiern einladen, Sportausrüstung und Schulmaterial kaufen oder Ausflüge mit ihren Familien unternehmen. Auch die Ausstattung des eigenen Zimmers, Spiele sowie kulturelle Erlebnisse wurden finanziert.

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Durch die Verfügung über das Geld erlebten sich die Kinder als aktiv Gestaltende. Nach den Ergebnissen entwickelten sie eine Bereitschaft und die Fähigkeiten, Verantwortung zu übernehmen. Die Workshops machten zudem sichtbar, wie wichtig die Zugehörigkeit zu Gruppen Gleichaltriger, Anerkennung und das Gehörtwerden für die Entwicklung der Kinder sind.

Familien profitieren von finanzieller Entlastung

Auch die Familien standen im Mittelpunkt der Untersuchung. Besonders für Ein-Eltern-Familien kann der Betrag eine spürbare Entlastung und gemeinsame Aktivitäten ermöglichen. Die Studie weist außerdem darauf hin, dass Eltern vorhandene Förderangebote aus unterschiedlichen Gründen nicht immer nutzen können – etwa wegen fehlender Informationen, Sprachbarrieren, Zeitmangel oder eigener Belastungen.

Aus den Ergebnissen leitet die AWO Schwaben unter anderem die Empfehlung ab, finanzielle Voraussetzungen für die soziale Teilhabe dauerhaft und unbürokratisch zu sichern. Familien sollten Unterstützung ohne beschämende Antragsverfahren und hohe Zugangshürden erhalten. Zudem sollten Kinder besser erreicht werden, deren Eltern vorhandene Fördermöglichkeiten nicht umfassend nutzen können.

Horte sollen Teilhabe stärker unterstützen

Eine wichtige Rolle misst die Untersuchung den Horten und anderen sozialpädagogischen Einrichtungen bei. Sie können Kindern Bildungs- und Freizeiträume eröffnen, Familien unterstützen und über Angebote sowie Beihilfen informieren. Empfohlen werden außerdem Kooperationen mit Sportvereinen, Musikschulen, Bibliotheken und Museen sowie Antrags- und Behördenlotsen in Kitas und Horten.

Die Studie „Mitmachen macht stark“ entstand im Rahmen der AWO-Kampagne „Kinderarmut abschaffen!“. Die AWO Schwaben leitet aus den Ergebnissen weitere Empfehlungen ab: Familien sollen finanziell entlastet, Kinder stärkenorientiert beteiligt und außerschulische Bildungs- und Sozialräume ausgebaut werden.

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