Unbekannte manipulierten die Kühlanlagen einer Metzgerei im Landkreis Neustadt an der Waldnaab. Der Schaden liegt nach aktuellem Ermittlungsstand im fünfstelligen Eurobereich.
Der Cyberangriff ereignete sich in der Nacht auf Montag, 2. November 2026. Die Täter veränderten die Fernsteuerungs- und Überwachungssysteme mehrerer Kühlhäuser und stellten die Temperatureinstellungen auf bis zu 150 Grad.
Die Kriminalpolizeiinspektion Weiden in der Oberpfalz erhielt am Montagmittag Kenntnis von dem Vorfall. Das Kommissariat 11 nahm Kontakt mit der Metzgerei und dem zuständigen IT-Verantwortlichen auf. Die Manipulation wurde rechtzeitig entdeckt, sodass ein noch größerer Schaden verhindert werden konnte. Der bereits vor Ort befindliche IT-Verantwortliche brachte die Systeme wieder unter Kontrolle.
Die Kriminalpolizei ermittelt wegen des Verdachts der Datenveränderung, Computersabotage und Sachbeschädigung. Die Täter sind bislang unbekannt. Der Vorfall steht möglicherweise im Zusammenhang mit vergleichbaren Manipulationen an Kühl- und Tiefkühlsystemen in Belgien, Schweden, Irland, Estland und den Benelux-Ländern in der Nacht zum 2. November.
Polizei gibt Unternehmen Sicherheitstipps
Die Kriminalpolizei empfiehlt Unternehmen, Hard- und Software regelmäßig zu aktualisieren und die IT-Infrastruktur durch qualifiziertes Fachpersonal warten zu lassen. Benutzerkonten und Zugänge sollten mit starken, individuellen Passwörtern sowie möglichst mit Zwei-Faktor-Authentifizierung geschützt werden. Externe Zugriffe und Fernzugänge sollten auf das notwendige Maß beschränkt und ausreichend abgesichert sein.
Außerdem rät die Polizei zu regelmäßigen, getrennt vom Netzwerk aufbewahrten Datensicherungen und zur Schulung der Beschäftigten im Umgang mit Phishing-Mails, verdächtigen Anhängen und anderen Angriffsmethoden. Unternehmen sollten zudem ein Notfallkonzept mit den unmittelbar notwendigen Maßnahmen und wichtigen Ansprechpartnern erstellen.
Was Unternehmen im Ernstfall tun sollten
- Umgehend die Polizei verständigen und nicht auf die vollständige Schadensfeststellung warten.
- IT-Verantwortliche oder einen spezialisierten IT-Dienstleister informieren.
- Verdächtige E-Mails, Dateien, Systemmeldungen und Protokolle sichern und möglichst nicht löschen oder verändern.
- Notwendige Sofortmaßnahmen mit IT-Fachleuten abstimmen und betroffene Systeme gegebenenfalls vom Netzwerk trennen.
- Keine eigenständigen Lösch- oder Wiederherstellungsversuche unternehmen, damit digitale Spuren und Beweismittel erhalten bleiben.
Die Kriminalpolizei verfügt über speziell ausgebildete digitale Forensiker. Eine frühzeitige Verständigung soll dabei helfen, digitale Spuren zu sichern, weitere Schäden möglichst zu verhindern und Ermittlungen zur Identifizierung der Täter einzuleiten.
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