Eine große Mehrheit deutscher Unternehmen hält den geplanten digitalen Euro der Europäischen Zentralbank (EZB) für überflüssig. Nur sieben Prozent der Firmen erwarten positive Auswirkungen durch das neue digitale Zahlungsmittel, wie aus den Ergebnissen einer Umfrage in mehreren Branchen hervorgeht, über die das “Handelsblatt” berichtet. 77 Prozent der befragten Unternehmen rechnen demnach mit gar keinen Auswirkungen, 17 Prozent sind negativ eingestellt. Woran die Sorgen der übrigen Firmen genau liegen, geht aus der Umfrage nicht hervor.
Das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) hatte Anfang des Jahres 800 Unternehmen aus dem verarbeitenden Gewerbe sowie aus Informations- und Kommunikationstechnik, Medien und wissensintensiven Dienstleistungen befragt. 60 Prozent der Unternehmen kennen die Pläne der EZB zum digitalen Euro, fünf Prozentpunkte mehr als in derselben Umfrage vor zwei Jahren. Knapp ein Drittel der befragten Unternehmen geht davon aus, wegen des digitalen Euros Anpassungen vornehmen zu müssen – weniger als bei der ersten Umfrage Anfang 2024, als es noch 40 Prozent waren.
“Die EZB sollte versuchen, die Vorteile für Unternehmen deutlicher hervorzuheben”, sagte Studienautor Vincent Rost dem “Handelsblatt”. “Es ist der EZB bislang nicht gelungen, die Unternehmen von den positiven Auswirkungen zu überzeugen und mit ihrem Enthusiasmus anzustecken.”

