Die Sicherheitslage am Nelson-Mandela-Platz in Nürnberg hat sich nach Angaben von Polizei und Stadt deutlich verbessert. Eine zuvor offene Betäubungsmittelhändlerszene hat sich nahezu vollständig zurückgezogen.
Am Freitag informierten Oberbürgermeister Marcus König und Polizeipräsident Gernot Rochholz über die Entwicklung in der Nürnberger Südstadt. Seit Ende 2023 hatten sich rund um den Platz teilweise mehrere Dutzend Händler aufgehalten und Passanten angesprochen. Nach Angaben der Behörden gingen Körperverletzungen, Raubdelikte und Straftaten mit Messerbezug inzwischen deutlich zurück; szenebezogene Körperverletzungen seien nahezu auf null gesunken.
Die Polizeiinspektion Nürnberg-Süd hatte dafür die Arbeitsgruppe „Nelson“ eingerichtet und gemeinsam mit der Stadt sowie der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth verschiedene Maßnahmen umgesetzt. Dazu gehörten unter anderem eine nahezu ständige Polizeipräsenz, gezielte Rückschnitte von Bepflanzungen sowie die Waffen- und Messerverbotszone und die Cannabisverbotszone. Im März 2026 erteilten Einsatzkräfte mehr als 220 Platzverweise und nahmen 40 Personen vorübergehend in Gewahrsam. Insgesamt wurden laut Polizei 54 Intensivtäter aus dem Verkehr gezogen, darunter 40 Inhaftierte und 14 Abgeschobene; zudem wurden 35 Betretungsverbote ausgesprochen.
Weitere Maßnahmen am Aufseßplatz
Am Aufseßplatz steht dagegen vor allem das Sicherheitsgefühl der Menschen im Mittelpunkt. Dort halten sich Menschen ohne Obdach auf, eine Szene mit starkem Alkoholkonsum ist verfestigt. Verschmutzung und Zeichen der Verwahrlosung beeinträchtigen den Platz zusätzlich, der nach Einschätzung der Polizei jedoch kein klassischer Kriminalitätsschwerpunkt ist.
Die Polizei setzt dort auf mehr Präsenz, die Unterstützung durch soziale Dienste und eine konsequente Durchsetzung der bestehenden Alkoholverbotszone. Bei wiederholten Verstößen sollen Betretungsverbote angeregt und gegebenenfalls ausländerrechtliche Maßnahmen geprüft werden. Außerdem wird eine Umgestaltung des Platzes geprüft, um die verschiedenen Nutzungen räumlich zu trennen. Seit einigen Wochen ist dort auch ein Videoturm in Betrieb.
Der Hauptbahnhof und sein Umfeld bleiben trotz des Rückgangs der Kriminalität Schwerpunkte der polizeilichen Arbeit. Das Polizeipräsidium Mittelfranken und die Bundespolizei stehen dazu mit der Deutschen Bahn im Austausch. Ziel ist ein wechselseitiger direkter Zugriff auf rund 400 Kameras am Nürnberger Hauptbahnhof. Am Nelson-Mandela-Platz nutzt die Polizei zudem einen Container für Durchsuchungen und die Sachbearbeitung vor Ort.
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