Bei mehreren politischen Versammlungen in der Nürnberger Innenstadt musste die Polizei am Montagabend wiederholt einschreiten.
Ab 18:30 Uhr versammelten sich rund 70 Menschen unter dem Titel „Die Regierung zerstört unser Land – Neuwahlen jetzt!“ in der Waaggasse. Nach der Auftaktkundgebung war ein Aufzug durch die Innenstadt geplant. Zeitgleich beteiligten sich im Umfeld bis zu 250 Menschen an Gegenprotesten. Die Polizei trennte die politischen Lager und setzte im Bereich der Kundgebung sowie entlang der Aufzugsstrecke Sperrgitter ein.
Sitzblockaden und Eierwürfe
Während der Auftaktkundgebung wurden aus einem angrenzenden Gebäude mehrere Eier auf Einsatzkräfte und Teilnehmer der Versammlung geworfen. Beim anschließenden Aufzug kam es wiederholt zu Sitzblockaden durch Gegendemonstranten. In der Weintraubengasse trugen Einsatzkräfte mehrere Personen von der Straße, nachdem diese die räumliche Beschränkung des Protests ignoriert hatten. Zur Verfolgung versammlungsrechtlicher Verstöße stellte die Polizei die Identitäten der betroffenen Gegendemonstranten fest.
Auf der Fahrbahn der Ludwigstraße bildeten Gegendemonstranten später eine weitere Sitzblockade. Die Versammlungsleitung des Aufzugs wollte nicht auf dem Gehweg an der Blockade vorbeilaufen. Deshalb erklärte sie den Aufzug noch vor dem Erreichen des Plärrers für beendet und löste die Versammlung auf.
Die Teilnehmer des Gegenprotests setzten ihr angemeldetes Versammlungsgeschehen bis zu einer abschließenden Kundgebung im Umfeld der Waaggasse fort. Dort bildeten mehrere Personen eine Sitzblockade vor einem abgestellten Fahrzeug der bereits aufgelösten Versammlung. Polizeikräfte trugen erneut Teilnehmer weg und stellten anschließend deren Identitäten fest. Gegen 21:30 Uhr beendeten die Gegendemonstranten das Versammlungsgeschehen.
Unter Leitung der Polizeiinspektion Nürnberg-Mitte waren unter anderem Kräfte der Bayerischen Bereitschaftspolizei, der Polizeiinspektion Zentrale Einsatzdienste Mittelfranken, der Nürnberger Verkehrspolizei und der Kriminalpolizei Nürnberg im Einsatz. In einzelnen Fällen kam unabhängig von den Sitzblockaden unmittelbarer Zwang gegen Versammlungsteilnehmer zum Einsatz. Die Kriminalpolizei prüft nachträglich, ob es darüber hinaus zu Rechtsverstößen durch Teilnehmer kam.
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