Das Landratsamt Unterallgäu will künftig seine Verwaltung zentralisieren. Derzeit noch auf neun Standorte in Mindelheim verteilt – davon sechs in angemieteten Gebäuden – soll ein sogenannter Bündelungsbau die Verwaltung effizienter machen und den Bürgerservice verbessern. Dieses Vorhaben überzeugte nun auch den Bauausschuss des Kreistags, der sich einstimmig dafür aussprach, detaillierte Pläne für ein neues zentrales Verwaltungsgebäude erstellen zu lassen.
Kein Baubeschluss – aber der nächste Schritt
Noch ist das Projekt nicht endgültig beschlossen. Landrat Alex Eder stellte im Gremium klar:„Wir haben heute den nächsten planerischen Schritt auf dem Tisch, aber es ist noch kein Maßnahmenbeschluss.“
Zunächst gehe es darum, das Bauvorhaben auf Grundlage eines bestehenden Entwurfs weiterzuentwickeln. Das Siegerkonzept aus einem Architektenwettbewerb stammt vom Architekturbüro Dürschinger (Fürth) in Zusammenarbeit mit WGF Objekt Landschaftsarchitekten (Nürnberg).
Mit der Beauftragung der ersten von vier Planungsstufen nimmt das Projekt nun konkretere Formen an. Weitere Planungsphasen und Beschlüsse folgen Schritt für Schritt im Bauausschuss.
Mehr Service, weniger Mietkosten
Warum der neue Bau notwendig ist, verdeutlichte Rita Helms vom Gebäudemanagement: Durch die Rückführung von Gesundheitsamt, Schulamt, Ausländeramt und Erziehungsberatungsstelle an den Hauptsitz würden rund 100 Beschäftigte an einem Ort arbeiten – ein großer Vorteil für Bürgerinnen und Bürger, die künftig eine zentrale Anlaufstelle vorfinden würden.
Auch aus wirtschaftlicher Sicht rechnet sich das Vorhaben. Allein durch den Wegfall von vier Außenstellen ließen sich jährlich 230.000 Euro an Mietkosten und 80.000 Euro an IT-Richtfunkkosten sparen. Hochgerechnet auf 30 Jahre und unter Berücksichtigung geringerer Nebenkosten im Neubau ergibt sich laut Helms ein Einsparpotenzial von etwa 15 Millionen Euro.
Vorausschauende Planung für langfristige Entwicklung
Obwohl sich der Fokus aktuell auf den Bündelungsbau richtet, war der Architektenwettbewerb im vergangenen Jahr bewusst breiter angelegt. Ziel war es, das gesamte Areal langfristig zu betrachten. „Wir reduzieren uns auf das, was wir unbedingt brauchen“, betont Landrat Eder. Dennoch soll die Planung so vorausschauend sein, dass künftige Erweiterungen nicht durch heutige Entscheidungen blockiert werden.
Als dauerhafte Außenstellen bleiben das Jobcenter, das Jugendamt sowie der Bauhof erhalten, da diese bereits im Besitz des Landkreises sind.
Baubeginn ab 2028 denkbar
Sollten die weiteren Planungen überzeugen und das Projekt final beschlossen werden, könnte der Bau ab 2028 starten. Die aktuell geschätzten Kosten liegen zwischen 23 und 28 Millionen Euro. Vorgesehen ist unter anderem ein ringförmiger Anbau an das bestehende Gebäude mit einem neuen Sitzungssaal und Büroflächen für die zurückkehrenden Fachbereiche. Ein Modell des Projekts gibt bereits einen ersten Ausblick darauf, wie das Landratsamt der Zukunft aussehen könnte.


