Warum PLAN-B NET ZEROs Gründer CrossFit für Meditation hält, und was das mit der Art zu tun hat, ein Unternehmen aufzubauen
Zwanzig Minuten von Zug entfernt beginnen die Alpen. Für viele ist das ein Postkartenmotiv. Für Bradley Mundt ist es ein fester Bestandteil seines Alltags.
Der Gründer und CEO von PLAN-B NET ZERO, einem der am schnellsten wachsenden GreenTech-Scale-ups in Deutschland, ist seit seiner Kindheit Leistungssportler. Taekwondo und Schwimmen auf Wettkampfniveau haben ihn durch seine Jugend begleitet, später kam CrossFit auf Wettbewerbsniveau hinzu. Vor COVID trainierte er täglich, manchmal zweimal am Tag. Heute sind es drei bis vier Einheiten pro Woche, kombiniert mit Calisthenics, Stretching, Foam-Rolling und Physiotherapie. Snowboarden in den Schweizer Alpen kommt hinzu, wenn es die Zeit erlaubt, was sie meistens tut, weil er dafür sorgt, dass sie es tut.
Das alles wäre eine Randinformation im Profil eines Unternehmers, wenn es nicht so direkt mit dem zusammenhinge, was ihn als Gründer ausmacht.
CrossFit als Meditation
Bradley Mundt beschreibt CrossFit nicht als Workout. Er beschreibt es als Meditation. Es bringt ihn dazu, seine Grenzen zu pushen, und es schaltet seinen Kopf aus. Wer regelmäßig auf sehr hohem Intensitätsniveau trainiert, weiß, dass das keine Metapher ist. Der Kopf hört an einem gewissen Punkt auf, an die Präsentation von morgen oder das Gespräch von gestern zu denken. Das ist keine Ablenkung, das ist aktive Erholung.
Mundt beschreibt sich selbst als jemanden, der in der Lage ist, abrupt umzuschalten. Wenn die Arbeit endet, endet sie. Der Gedankenfluss stoppt. Diese Fähigkeit, die viele hochbelastete Menschen als eine ihrer größten Herausforderungen beschreiben, ist für ihn keine Errungenschaft, sondern eine selbstverständliche Praxis. Der Sport ist dabei kein Ventil für Stress, den er eigentlich nicht haben sollte. Er ist ein struktureller Bestandteil des Tages, der genau das ermöglicht: echte mentale Trennung zwischen Arbeit und dem Rest des Lebens.
Die athletische Biografie
Den Leistungssport hat Mundt früh begonnen. Was Taekwondo und Schwimmen auf Wettkampfniveau vermitteln, geht über Kondition und Technik hinaus. Es ist das Prinzip der fortlaufenden Verbesserung gegen einen persönlichen Standard, nicht gegen andere. Dieser Grundsatz begleitet ihn bis heute.
Seine sportlichen Ziele sind Kraftsteigerung, Vielseitigkeit, persönliche Weiterentwicklung und Abwechslung. Sie sind nicht auf Erfolge im Vergleich mit anderen ausgerichtet. Sie orientieren sich an der Frage: Bin ich heute besser als gestern? Das klingt nach einer einfachen Formel. In der Praxis ist es eine Haltung, die schwer zu kultivieren ist, weil sie verlangt, ehrlich mit sich selbst zu sein. Keine geschönten Trainingsberichte, keine faulen Kompromisse. Entweder man ist erschienen und hat geleistet, oder man hat es nicht getan.
Sport bedeutet für ihn, Grenzen zu testen, den Kopf frei zu bekommen, Herausforderungen zu lieben und kontinuierlich an sich zu arbeiten. Eine Haltung, die er auch als Gründer lebt.
Was Unternehmertum und Leistungssport gemeinsam haben
Die Parallelen liegen auf der Hand, und Mundt zieht sie ohne Überheblichkeit. Beide verlangen, dass man mit Rückschlägen umgehen kann, ohne die Grundrichtung zu verlieren. Beide verlangen ein Maß an Selbstdisziplin, das von außen nicht erzwungen werden kann. Und beide konfrontieren einen mit der schlichten Wahrheit, dass Ergebnisse Zeit brauchen.
Was er im Sport gelernt hat, praktiziert er als Gründer. Man arbeitet mit dem, was man hat, verbessert es kontinuierlich und nimmt zur Kenntnis, wenn eine Anpassung notwendig ist. PLAN-B NET ZERO ist in zwei Jahren von einer Idee zu einem Scale-up mit über 100.000 Kunden und einem ARR von rund 60 Millionen Euro gewachsen. Das ist kein Zufall und kein Glück. Es ist das Ergebnis eines Ansatzes, den Mundt aus dem Sport mitgebracht hat.
„Ich stresse mich wenig“, sagt er. „Dinge, die ich nicht ändern kann, versuche ich auch nicht zu ändern.“ Das ist kein Schulterzucken. Das ist eine sehr bewusste Entscheidung, die eigene Energie dort einzusetzen, wo sie wirksam ist, und sie nicht an Unveränderlichem zu verschwenden.
Schweiz als Lebensentscheidung
Dass Mundt das Unternehmen in Zug, Schweiz, gegründet hat, war auch eine persönliche Entscheidung. Die rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen spielten eine Rolle, das steht außer Frage. Aber er sagt offen: Die Berge waren Teil des Plans. Die Möglichkeit, in zwanzig Minuten auf der Piste zu sein, ist kein Luxus, den er gelegentlich in Anspruch nimmt. Sie ist Bestandteil der Lebensqualität, die er sich bewusst eingerichtet hat.
Das ist charakteristisch für seine Art, Entscheidungen zu treffen: pragmatisch, auf das eigene Leben zugeschnitten, ohne Kompromiss bei dem, was wirklich wichtig ist.
Was Grenzen testen bedeutet
Bradley Mundt testet Grenzen, im Training, im Unternehmensaufbau, in der Überzeugung, dass der Energiemarkt grundlegend anders funktionieren kann als heute. Was dabei herauskommt, ist kein Bild des unfehlbaren Hochleistungsunternehmers. Es ist das Profil eines Menschen, der weiß, was er will, der mit Rückschlägen umgehen kann, der sich nicht in Selbstdarstellung verliert, und der glaubt, dass es einen Unterschied macht, ob man sein Bestes gibt oder nicht.



