Angesichts der von der Bundesregierung geplanten gesetzlich geregelten Infarktvorsorge dringen Intensivmediziner auf eine Stärkung der Gesundheitskompetenz schon bei Grundschülern. “Es ist ausdrücklich zu begrüßen, dass die Politik die Infarktvorsorge stärker in den Fokus rückt”, sagte Uwe Janssens, Medizinischer Geschäftsführer der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), der “Rheinischen Post” (Freitagausgabe).
Er würde es für konsequent halten, Gesundheitskompetenz als verpflichtendes Schulfach ab der Grundschule einzuführen. Kinder sollten früh verstehen, welche Rolle Blutdruck, Blutfette, Bewegung, Ernährung und Rauchen für ihr späteres Herz-Kreislauf-Risiko spielen. Derzeit sei Gesundheitswissen noch stark vom sozialen Status und Bildungsniveau abhängig – das verstärke gesundheitliche Ungleichheit anstatt sie zu reduzieren.
“Wenn Menschen wissen, wie sie ihren Blutdruck und Cholesterinwert kontrollieren, welche Bedeutung regelmäßige körperliche Aktivität hat und wie schädlich Rauchen wirklich ist, können wir viele Erstinfarkte verhindern”, erklärte Janssens. Die konsequente Kontrolle klassischer Risikofaktoren wie Rauchen und Blutdruck könne das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und kardiovaskulären Tod um 30 bis 40 Prozent senken.

