Der Landkreis Lindau will seine Klimaschutzarbeit möglicherweise personell verstärken und prüft dafür den Einsatz von Fördermitteln. Zugleich sanken die Treibhausgasemissionen seiner Liegenschaften im Jahr 2024 deutlich.
Der Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und Landwirtschaft nahm den Prüfauftrag einstimmig an. Die bislang im Fachbereich Kreisentwicklung angesiedelte Klimaschutzstelle ist mit einem Beschäftigungsumfang von 50 Prozent besetzt und betreut vor allem das Monitoring sowie das Klimabündnis Allgäu. Geprüft werden soll, ob sie aufgestockt oder zu einer Stelle als Klimaschutzlotse beziehungsweise Klimaschutzmanager ausgebaut werden kann.
Dafür könnte das Förderprogramm „KommKlimaFöR 2026“ genutzt werden. Es sieht einen Zuschuss von 50 Prozent bei einer Förderhöchstgrenze von bis zu 150.000 Euro vor. Im Haushaltsentwurf für 2027 sollen vorsorglich bis zu 45.000 Euro eingeplant werden. Die Mittel würden mit einem Sperrvermerk versehen und erst nach einer erneuten zustimmenden Beschlussfassung auf Grundlage des Prüfergebnisses freigegeben.
Emissionen und Energieverbrauch gesunken
Im Bilanzjahr 2024 gingen die Treibhausgasemissionen der Landkreisliegenschaften im Vergleich zum Vorjahr um 15,2 Prozent zurück. Beim Wärmeverbrauch wurde eine Einsparung von 21 Prozent, beim Stromverbrauch von 18 Prozent verzeichnet. Dazu trugen Investitionen in moderne Technik, ein digitales Energiemonitoring und die schrittweise Umrüstung auf LED-Beleuchtung bei.
Beim Neubau der Antonio-Huber-Schule in Lindenberg wurden rund 1.100 Kubikmeter Holz eingesetzt. Dadurch wurden nach Angaben des Landkreises etwa 862 Tonnen CO₂ dauerhaft gebunden. Im Vergleich zu einer vergleichbaren Betonbauweise fielen rund 300 Tonnen CO₂-Emissionen weniger an.
Wasserstoffbusse und Radverkehr
Im Verkehr setzt der Landkreis neben dem im Dezember 2023 eingeführten ÖPNV-Konzept auf vier Wasserstoffbusse im Westallgäu. Geprüft werden soll zudem, ob der erneuerbare Dieselkraftstoff HVO100 als Brückentechnologie in der bestehenden Regionalbusflotte eingesetzt werden kann. Voraussetzung sind entsprechende Herstellerfreigaben und wirtschaftliche Rahmenbedingungen.
Nach der Hauptbereisung durch die AGFK Bayern am 13. Oktober 2026 empfahl die Bewertungskommission offiziell die Zertifizierung des Landkreises als fahrradfreundlich. Sie soll im Februar vollzogen werden. Durch weitere Neubauten an den Kreisstraßen LI 15, LI 6 und LI 5 soll der Radverkehrsanteil in den kommenden Jahren um weitere fünf Prozent steigen.
Moorschutz als Beitrag zum Klimaschutz
Rund neun Prozent der Flächen im Landkreis sind Moorflächen. Projekte wie das Moorschutzprojekt Degermoos sowie Wiedervernässungen in den Trogener Mooren und am Finckenmoos sollen dort große Mengen CO₂ dauerhaft binden.
Über das Bayerische Vertragsnaturschutzprogramm werden 2026 rund 1.400 Hektar von mehr als 400 Vertragsnehmern mit insgesamt über 832.000 Euro gefördert.
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