Nördlinger Stiftungswald: 39 Prozent der Pflanzen ausgefallen

Presse Augsburg
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Beim Waldbegang im Nördlinger Stiftungswald wurde deutlich, wie schwierig die Wiederbewaldung unter trockenen Witterungsbedingungen ist: Auf einer Aufforstungsfläche bei Utzmemmingen sind rund 39 Prozent von etwa 17.000 Pflanzen ausgefallen.

Die Stadt Nördlingen hatte am Freitag, 23. Oktober 2026, zum traditionellen Waldbegang eingeladen. Oberbürgermeister David Wittner, Stadträtinnen und Stadträte, Ortssprecherinnen und Ortssprecher sowie Vertreterinnen und Vertreter der Stadtverwaltung und der evangelischen und katholischen Kirche informierten sich über den Zustand des rund 1.450 Hektar großen Stiftungswaldes zwischen Ederheim, Schweindorf und Utzmemmingen.

Aufforstungsfläche bei Utzmemmingen

Die erste Station war eine rund 5,6 Hektar große Aufforstungsfläche. Dort wurden vorwiegend heimische und klimaangepasste Baumarten wie Feldahorn, Spitzahorn, Speierling und Elsbeere gepflanzt. Zwischen den Baumreihen wurden außerdem Blühstreifen angelegt, die zur Förderung der Artenvielfalt beitragen sollen. Die Fläche soll zeigen, welche Baumarten unter den veränderten klimatischen Bedingungen Trockenheit, Sturm und Schädlingen möglichst gut standhalten.

Die ausgefallenen Pflanzen sollen ersetzt und die betroffenen Flächen nachgebessert werden. Unkrautbewuchs und Mäuse erschweren zusätzlich die Entwicklung der jungen Bäume. Bis sich dort wieder ein ausgewachsener Wald entwickelt hat, werden voraussichtlich rund 30 Jahre vergehen. Die Aufforstung kostet etwa 75.000 Euro.

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Holzvermarktung und wirtschaftliche Bedeutung

An einer weiteren Station erläuterte Revierleiter Sven Schmidt die Sortierung und Vermarktung des geernteten Holzes. Fichtenholz wird derzeit als Sägeholz für rund 120 Euro je Festmeter verkauft; die jährlich vermarktete Menge beträgt etwa 3.000 Festmeter. Buchenholz wird unter anderem als Brennholz angeboten und kostet etwa 90 Euro je Festmeter. Insgesamt werden jährlich rund 3.000 Festmeter Brennholz an Privathaushalte und Händler abgegeben.

Wolfgang Müller, Büroleiter der Forst-Außenstelle Bopfingen, stellte die Ergebnisse der Zwischenrevision vor. In den vergangenen fünf Jahren wurde mit dem Stiftungswald durchschnittlich ein Gewinn von rund 250.000 Euro erzielt.

Zum Waldbegang gehörte außerdem ein Besuch des Steinbruchs bei Dehlingen. Dort erhielten die Teilnehmenden Einblicke in den Gesteinsabbau und in das Lösen des Materials durch Sprengungen. Der Steinbruch erwirtschaftet jährlich rund 60.000 Euro für die Vereinigten Wohltätigkeitsstiftungen.

Die Fachkräfte des Landratsamts Ostalbkreis – Wolfgang Müller sowie die Revierleiter Horst Ferner und Sven Schmidt – erläuterten die Auswirkungen von Trockenheit, Wetterextremen und Schädlingsbefall. Ziel ist es, den Stiftungswald durch eine vielfältige Baumartenzusammensetzung, gezielte Pflege und nachhaltige Nutzung langfristig gesund und widerstandsfähig zu erhalten.

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