Pressath: Unbekannte erbeuten durch Anruf Wiederherstellungsphrase und stehlen Kryptowährungen

Alfred Ingerl
4 Minuten Lesezeit

Betrug mit digitalen Geldbörsen: Polizei warnt nach Verlust in Pressath

Die Polizei in der Oberpfalz warnt vor einer aktuellen Betrugsmasche, bei der sich Täter am Telefon, per E‑Mail oder über Messenger als Mitarbeiter von Handelsplattformen, Wallet‑Anbietern oder technischem Support ausgeben, um an Zugangsdaten, private Schlüssel oder die sogenannte Wiederherstellungsphrase (Seed Phrase) zu gelangen. Jüngstes Beispiel ist ein Fall aus Pressath: Eine 39‑jährige Frau gab nach einem Anruf die zwölf Wörter ihrer Wiederherstellungsphrase preis, woraufhin Kryptowährungen im Wert eines niedrigen vierstelligen Eurobetrags auf ein unbekanntes Wallet überwiesen wurden. Die Polizeiinspektion Kemnath ermittelt wegen Betrugs.

Wie die Masche funktioniert

Den Geschädigten wird meist ein angebliches Sicherheitsproblem geschildert: Die Wallet sei gefährdet, eine Transaktion müsse überprüft werden oder das Konto drohe gesperrt zu werden. Unter diesem Vorwand setzen die Täter die Betroffenen unter Zeitdruck und fordern sie auf, eine bestimmte Internetseite aufzurufen oder sensible Informationen weiterzugeben. In der Folge werden Benutzernamen, Passwörter, private Schlüssel oder die Wiederherstellungsphrase erfragt. Mit diesen Daten können Unbefugte unter Umständen vollständigen Zugriff auf eine digitale Geldbörse erlangen. Anschließend werden die Kryptowerte auf andere Wallets übertragen; solche Transaktionen lassen sich nicht rückgängig machen.

Tipps der Polizei zum Schutz und Verhalten nach einem Schaden

Die Polizei gibt konkrete Ratschläge, wie man sich schützen sollte: Geben Sie niemals Zugangsdaten, Passwörter, private Schlüssel, PINs, Sicherheitscodes oder Wiederherstellungsphrasen für ein Wallet weiter. Nutzen Sie für die Verwahrung Ihrer Kryptowährungen eine Hardware Wallet und lagern Sie diese getrennt von der schriftlich dokumentierten Wiederherstellungsphrase an einem sicheren Ort. Seriöse Plattformen oder Support‑Mitarbeitende fordern am Telefon keine solchen Daten.

Öffnen Sie keine Internetseiten über Links, die Ihnen am Telefon, per E‑Mail, SMS oder Messenger genannt werden; rufen Sie stattdessen die bekannte Internetadresse des Anbieters selbst auf oder nutzen Sie ausschließlich dessen offizielle App. Beenden Sie unerwartete Anrufe, wenn Sie unter Druck gesetzt werden, und kontaktieren Sie den Anbieter anschließend über einen offiziell veröffentlichten Kontaktweg. Lassen Sie keine unbekannten Personen per Fernwartungssoftware auf Ihr Smartphone, Tablet oder Ihren Computer zugreifen.

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Die Polizei betont: “Eine Transaktion jeglicher Kryptowährung kann nicht rückgängig gemacht werden. Es gibt keinen Support. Der Anwender alleine signiert die Transaktion nach sorgfältiger Prüfung und gibt diese einmalig und unumkehrbar frei.” Behandeln Sie Wiederherstellungsphrasen und private Schlüssel wie den Schlüssel zu einem Tresor. Wer diese Informationen kennt, kann uneingeschränkt über Ihr Guthaben verfügen.

Hat man bereits Daten auf einer verdächtigen Seite eingegeben oder Kryptowährungen auf Veranlassung unbekannter Personen übertragen, sollte man unverzüglich Anzeige bei der Polizei erstatten, jeden weiteren Kontakt zu den mutmaßlichen Tätern abbrechen und Beweise wie Screenshots, Rufnummern, E‑Mails, Chatverläufe oder Internetadressen sichern. Ändern Sie Zugangsdaten und sichern Sie noch vorhandene Guthaben, soweit dies technisch möglich ist, und informieren Sie gegebenenfalls den tatsächlichen Anbieter über dessen offizielle Kontaktwege. Die Polizei empfiehlt insbesondere, keine weiteren Zahlungen oder Übertragungen vorzunehmen und keine Fremdzugriffe auf eigene Geräte zuzulassen.

Dieser Artikel basiert auf einer offiziellen Polizeimeldung. Für die sprachliche Überarbeitung wurde künstliche Intelligenz eingesetzt.

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Alfred Ingerl ist Autor bei Presse Augsburg. Sein Schwerpunkt liegt auf aktuellen Polizeimeldungen und Blaulicht-Nachrichten aus Bayern. Er bereitet Meldungen der bayerischen Polizeipräsidien redaktionell für die Veröffentlichung auf Presse Augsburg auf.