Substanz statt Spekulation: Christophe Lemery von Albert Immo über den Wert langfristiger Bestandshaltung im Berliner Wohnimmobilienmarkt

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Presse Augsburg
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In einem Markt, der oft von kurzfristigen Renditeerwartungen geprägt ist, verfolgt Albert Immo einen bewusst anderen Kurs: langfristige Bestandshaltung, nachhaltige Nachverdichtung und konsequente Investitionen in den Erhalt bestehender Bausubstanz. Christophe Lemery, Gründer und Geschäftsführer von Albert Immo, erklärt, warum Seriosität in der Immobilienbranche keine Frage des Stils ist, sondern eine Frage der Haltung.

Ein Markt, der zum Umdenken zwingt

Wer sich mit dem Berliner Immobilienmarkt beschäftigt, stößt schnell auf ein vertrautes Muster: kaufen, aufwerten, verkaufen, möglichst rasch und mit möglichst hoher Rendite. Der kurzfristige Exit ist für viele Marktteilnehmer keine Ausnahme, sondern Geschäftsmodell. Dass es auch anders geht, beweist Albert Immo seit Jahren. Das Berliner Unternehmen um Gründer und Geschäftsführer Christophe Lemery hat sich bewusst gegen diesen Reflex entschieden und dafür eine eigene Philosophie entwickelt, die in der Branche auffällt, gerade weil sie so unaufgeregt daherkommt. Keine großen Versprechen, keine aggressiven Wachstumsziele, kein Exit-Denken. Stattdessen: Bestand, Substanz und Verantwortung.

Vom Projektmanager zum Bestandshalter: Die Geschichte hinter Albert Immo

Lemery kam 2009 nach Berlin, als die Hauptstadt noch weit davon entfernt war, das zu sein, was sie heute ist. Wer damals mit wachem Blick durch Neukölln, Lichtenberg oder Johannisthal fuhr, sah keine Trendviertel, er sah Substanz. Altbaubestände mit vernachlässigten Dachgeschossen, Höfe mit ungenutzten Flächen, Gebäude, die mehr konnten, als man ihnen zutraute. Lemery, der 2000 in Frankreich das Unternehmen EasyBuro gegründet hatte und sich dort auf Projektmanagement und Büroausbau spezialisiert hatte, brachte einen geschulten Blick für bauliche Strukturen und Entwicklungspotenziale mit. Er erkannte in Berlin früh, was viele andere erst Jahre später sahen. Diese Überzeugung führte 2015 zur Gründung von Albert Immo, mit dem klaren Ziel, Wohnraum nicht nur zu erwerben, sondern dauerhaft zu entwickeln und zu erhalten.

Was sich dahinter verbirgt, ist weniger spektakulär als es klingt, und genau das ist der Punkt. Albert Immo ist kein Fonds, kein Vehikel für schnelle Exits, kein Unternehmen, das Quartiere kauft, um sie weiterzuverkaufen. Es ist ein Haus, das seine Objekte selbst langfristig im Bestand hält und konsequent in deren Substanz investiert. 

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Langfristig denken, anders entscheiden

Lemery selbst formuliert das nüchtern: Wer Immobilien langfristig hält, denkt zwangsläufig anders als jemand, der in fünf Jahren verkaufen will. Man investiert in Qualität, weil man selbst mit den Folgen einer schlechten Entscheidung lebt. Man behandelt Mieter als Partner, weil man sie nicht nach einer Transaktion los wird. Und man denkt in Jahrzehnten, nicht in Quartalen. Das klingt banal, ist es aber nicht, wenn man sich vor Augen hält, wie viele Marktteilnehmer genau das Gegenteil praktizieren.

Dieses Prinzip hat handfeste Konsequenzen für die Art, wie Albert Immo Projekte plant und umsetzt. Instandhaltung wird nicht aufgeschoben, bis sie unausweichlich wird, sondern als laufende Investition verstanden. Modernisierungen werden nicht auf das Minimum reduziert, das gesetzlich oder mietrechtlich verlangt wird, sondern an dem gemessen, was das Gebäude langfristig braucht. Und Mieter werden nicht als vorübergehende Bewohner eines Verkaufsobjekts betrachtet, sondern als Teil eines stabilen Portfolios, das über Generationen Bestand haben soll.

Schwammsanierung in Johannisthal: Was verantwortungsvolle Investition konkret bedeutet

Ein konkretes Beispiel für diese Haltung liefert das Projekt in der Waldstraße in Berlin-Johannisthal. Als Lemery und sein Team dort einen massiven Befall durch den Echten Hausschwamm feststellten, hätte eine kurzfristige Kalkulation nahegelegt, die Kosten zu scheuen oder die notwendigen Maßnahmen auf das Nötigste zu beschränken. Stattdessen wurde vollständig entkernt, fachgerecht saniert und aus dem sanierten Dachgeschoss gleich 290 Quadratmeter neue Wohnfläche auf vier Einheiten geschaffen. Die betroffenen Bestandsmieter aus dem dritten Obergeschoss wurden währenddessen in Umsatzwohnungen aus dem eigenen Portfolio untergebracht, damit die Sanierung überhaupt möglich wurde.

Das ist kein PR-Narrativ, es ist schlicht logisch, wenn man davon ausgeht, dass man das Gebäude in zwanzig Jahren noch besitzt. Wer verkaufen will, saniert anders als wer bleibt. Und genau in diesem Unterschied zeigt sich, was langfristige Bestandshaltung in der Praxis bedeutet: Es geht nicht darum, ein Objekt möglichst attraktiv für den nächsten Käufer herzurichten, sondern darum, es für die Menschen, die darin wohnen, und für die nächsten Jahrzehnte tragfähig zu machen.

Nachverdichtung als Lösung, nicht als Problem

Nachverdichtung ist für Lemery kein Unwort, sondern eine Notwendigkeit, vorausgesetzt, sie geschieht verantwortungsvoll. Berlin hat ein Wohnraumproblem, das sich nicht durch Abriss und Neubau auf der grünen Wiese lösen lässt. Die bestehende Bausubstanz birgt enormes Potenzial, wenn man bereit ist, es zu heben. Durch Aufstockungen, die sich architektonisch in das Bestandsbild einfügen. Durch Dachgeschossausbauten, die Leerraum in Wohnraum verwandeln. Durch Lückenschließungen, die Straßenzüge komplettieren statt zerstückeln.

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Albert Immo ist derzeit an der Planung neuer Mietwohnungen in mehreren Berliner Bezirken beteiligt, allesamt eingebettet in bestehende Strukturen und auf langfristige Haltung ausgelegt. Die Projekte umfassen sowohl Aufstockungen und Dachgeschossausbauten als auch klassische Lückenschließungen und Neubauten auf bereits erschlossenen Grundstücken. Der gemeinsame Nenner ist dabei immer derselbe: neuer Wohnraum, der zum Gemeinwohl beiträgt, ohne die vorhandene Bausubstanz zu ignorieren oder zu verdrängen.

Nachhaltigkeit ohne Schlagwortcharakter

Was Lemery dabei immer wieder betont: Nachhaltigkeit ist für ihn keine Marketingvokabel. Es geht um die Schonung vorhandener Ressourcen, um den minimalen ökologischen Fußabdruck eines Projekts und um die schlichte Erkenntnis, dass ein Gebäude, das gut gebaut und gut gepflegt ist, langfristig mehr wert ist als eines, das nach zehn Jahren Aufwand erfordert, der vorher hätte vermieden werden können. Das ist keine Ideologie, das ist Handwerk.

Wer Bestandsgebäude entwickelt statt abzureißen, schont graue Energie, vermeidet den Ressourcenaufwand eines Komplettneubaus und trägt zur Stabilität gewachsener Stadtstrukturen bei. Das sind keine abstrakten Nachhaltigkeitsziele, sondern unmittelbare Folgen eines Ansatzes, der die bestehende Stadt als Ausgangspunkt begreift, nicht als Hindernis.

Wirtschaftliche Stabilität durch Bestandsorientierung

Dass dieser Ansatz auch wirtschaftlich trägt, ist keine Überraschung, aber er trägt eben anders. Nicht durch schnelle Wertsteigerung beim Weiterverkauf, sondern durch stabile Mieteinnahmen, geringe Leerstandsquoten und ein Portfolio, das nicht auf fremdfinanzierte Exitstrategien angewiesen ist, um zu funktionieren. Wer bestandsorientiert arbeitet, ist weniger abhängig von Marktschwankungen als jemand, dessen gesamte Kalkulation auf einem bestimmten Verkaufspreis in einem bestimmten Zeitfenster basiert.

Der Berliner Wohnimmobilienmarkt ist in den vergangenen Jahren komplizierter geworden. Regulierung, steigende Baukosten, politische Unsicherheit und ein schwieriges Zinsumfeld haben viele Investoren vorsichtig gemacht oder ganz vom Markt ferngehalten. Lemery sieht das pragmatisch: Wer solide arbeitet, muss sich um Marktzyklen weniger sorgen als jemand, dessen Kalkulation auf konstanter Preissteigerung basiert. Substanz schützt besser als Spekulation, und das gilt für Beton genauso wie für die eigene Glaubwürdigkeit als Marktteilnehmer.

Haltung als Geschäftsmodell

Seriosität in der Immobilienbranche ist keine Frage des Auftretens. Sie zeigt sich darin, welche Entscheidungen man trifft, wenn es unbequem wird. Wenn eine Sanierung teurer ausfällt als kalkuliert. Wenn ein Aufstockungsprojekt länger dauert als geplant. Wenn kurzfristiger Verzicht nötig ist, um langfristig das Richtige zu tun. Albert Immo hat in diesem Sinne eine klare Haltung entwickelt, die aus der täglichen Praxis entsteht und nicht aus dem Hochglanzprospekt. Und diese Haltung ist, gerade weil sie keine lauten Versprechen macht und keine schnellen Gewinne in Aussicht stellt, am Ende das Überzeugendste, was das Unternehmen zu sagen hat.

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Newsdesk der Presse Augsburg Medien-Redaktion.