Die Warnstreiks in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie nehmen am Dienstag (3. November) deutlich an Fahrt auf. Die IG Metall ruft Beschäftigte in insgesamt 41 Betrieben im Freistaat zu Arbeitsniederlegungen auf. Ein Schwerpunkt der Proteste liegt in Augsburg, wo mehrere große Unternehmen betroffen sind.
Kundgebungen bei Everllence und Renk in Augsburg
In Augsburg sind für Dienstag gleich mehrere Warnstreikaktionen geplant. Beschäftigte von Everllence, MT Aerospace und manroland Goss web systems kommen um 9:30 Uhr zu einer gemeinsamen Kundgebung vor dem Vorstandsgebäude von Everllence in der Stadtbachstraße 1 zusammen.
Eine weitere größere Kundgebung findet um 10 Uhr auf dem Parkplatz des Getriebeherstellers Renk an der Gögginger Straße statt. Daran beteiligen sich auch Beschäftigte von Hosokawa. Erwartet wird dort unter anderem der bayerische IG Metall-Bezirksleiter Horst Ott.
Auch beim Automobilzulieferer Faurecia Emissions Control in Augsburg sind Arbeitsniederlegungen über alle Schichten hinweg vorgesehen. Im schwäbischen Lindenberg beteiligen sich Beschäftigte von Liebherr Aerospace bereits seit der Nachtschicht an den Protesten.
IG Metall kündigt weitere Verschärfung der Warnstreiks an
Mit den Arbeitsniederlegungen will die Gewerkschaft den Druck auf die Arbeitgeber in den laufenden Tarifverhandlungen erhöhen.
„Mit unseren Warnstreiks erhöhen wir jetzt den Druck auf die Arbeitgeber, ihr unzureichendes Angebot nachzubessern. Dabei werden wir unsere Warnstreik-Aktivitäten im Laufe der Woche steigern“, erklärte IG Metall-Bezirksleiter und Verhandlungsführer Horst Ott.
Hintergrund ist die bislang ausgebliebene Einigung in der Tarifrunde. Bei der zweiten Verhandlungsrunde am vergangenen Dienstag in Coburg hatten die Arbeitgeber nach Angaben der Gewerkschaft eine Entgelterhöhung von 1,3 Prozent nach 20 Monaten angeboten.
Die IG Metall hält dieses Angebot für unzureichend und fordert stattdessen eine deutlich stärkere Anhebung der Einkommen.
Gewerkschaft fordert fünf Prozent mehr Geld
Konkret verlangt die IG Metall Bayern eine Entgelterhöhung um fünf Prozent sowie eine Anhebung der Ausbildungsvergütungen um monatlich 110 Euro. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags soll zwölf Monate betragen.
Darüber hinaus setzt sich die Gewerkschaft für eine tarifliche Gewinnbeteiligung der Beschäftigten in wirtschaftlich erfolgreichen Betrieben ein. Eine soziale Komponente soll insbesondere Arbeitnehmer in den unteren Entgeltgruppen besserstellen.
Ein weiteres Anliegen sind verbindliche Gespräche mit dem Arbeitgeberverband über die langfristige Sicherung von Arbeitsplätzen und Industriestandorten.
Warnstreiks in ganz Bayern
Neben Augsburg zählen Passau und Aschaffenburg zu den Schwerpunkten der Protestaktionen. Im Passauer ZF-Werk in Patriching ist für 10 Uhr eine größere Kundgebung angekündigt. In Aschaffenburg beteiligen sich unter anderem Beschäftigte von Linde Material Handling an gemeinsamen Aktionen.
Weitere Warnstreiks sind unter anderem bei Schaeffler in Herzogenaurach, Bosch in Ansbach, Siemens in Fürth sowie bei Krauss Maffei, KNDS und Siemens Mobility in Parsdorf geplant.
Insgesamt sind nach Angaben der IG Metall am Dienstag 41 Betriebe in Bayern von den Warnstreikaufrufen betroffen. Die Gewerkschaft kündigte bereits an, ihre Aktionen im weiteren Wochenverlauf auszuweiten.

