Was Presse Augsburg bereits am Mittwochabend exklusiv berichtete, ist nun offiziell: Der FC Augsburg leitet einen tiefgreifenden personellen Umbruch in der sportlichen Führung ein. Cheftrainer Jess Thorup und Sportdirektor Marinko Jurendić müssen den Verein verlassen. Wer Thorups Nachfolge antreten wird, wurde am frühen Freitagabend noch nicht bekannt gegeben. Nach Informationen von Presse Augsburg soll jedoch Sandro Wagner als neuer Cheftrainer bereitstehen.

Cheftrainer Jess Thorup und Sportdirektor Marinko Jurendic müssen gehen
Im Rahmen einer mehrtägigen Analyse der abgelaufenen Saison hat sich der FC Augsburg zur Trennung von Cheftrainer Jess Thorup entschlossen.
„Wir bedanken uns bei Jess Thorup für seinen Einsatz in den vergangenen knapp zwei Jahren für den FC Augsburg. Jess hat sich zu jeder Zeit voll und ganz mit dem FCA identifiziert und uns in den letzten beiden Jahren stabilisiert. Die Entscheidung ist uns alles andere als leichtgefallen. Wir sind jedoch nach intensiver Aufarbeitung und vertrauensvollen Gesprächen zu dem Ergebnis gekommen, für die weitere Entwicklung und Ausrichtung unseres Vereins eine Veränderung auf der Position des Cheftrainers vorzunehmen. Wir wünschen Jess und seiner Familie nur das Allerbeste“, sagt Geschäftsführer Michael Ströll
Auch Sportdirektor Marinko Jurendić wird den Klub verlassen. Die Entscheidung fiel laut Vereinsführung ebenfalls im Zuge der umfassenden Analyse der sportlichen Gesamtstruktur.
„Wir haben uns in den vergangenen Tagen intensiv mit sämtlichen Bereichen auseinandergesetzt. Auch die Ausrichtung unseres Klubs sowie die bisherige und weitere Entwicklung im sportlichen Bereich waren Kernthemen. In den vergangenen beiden Jahren haben wir gemeinsam einiges auf den Weg gebracht. Wir sind jedoch nach Abwägung aller Aspekte zu dem Ergebnis gekommen, uns in der sportlichen Führung neu aufzustellen. Wir danken Marinko für seinen Einsatz und sein Engagement für unseren FCA und wünschen ihm und seiner Familie alles Gute für die Zukunft“, ergänzt Ströll
Strategiewechsel unter Michael Ströll – mit Chancen und Risiken
Die Neuausrichtung des FC Augsburg geht maßgeblich auf Geschäftsführer Michael Ströll zurück. Er treibt die strategische Weiterentwicklung konsequent voran und sieht in der Neubesetzung der Trainerposition die Möglichkeit, neue sportliche Impulse zu setzen und das Team weiterzuentwickeln.

Dieser Kurs ist jedoch nicht ohne Risiko. Sollte die neue Richtung nicht den erhofften Erfolg bringen, droht dem Klub eine sportliche Stagnation oder gar ein Rückschritt – und auch Ströll selbst müsste sich in diesem Fall kritische Fragen gefallen lassen.
Ein positives Vermächtnis bleibt
Trotz des Wechsels hinterlassen sowohl Jess Thorup als auch Marinko Jurendić ein positives Erbe. Thorup, der im Oktober 2023 das Traineramt übernahm, stabilisierte die Mannschaft spürbar. Der FCA spielte lange Zeit eine seiner stärksten Saisons der letzten Jahre. Allerdings verliefen die letzten Wochen enttäuschend: In den letzten acht Spielen belegte Augsburg den letzten Platz der Formtabelle. In der gesamten Saison erzielte man zudem nur 35 Tore – der drittschlechteste Wert der Liga.

Jurendić, seit 2022 im Amt, hatte ebenfalls großen Anteil an der sportlichen Entwicklung. Nach dem Abschied von Stefan Reuter formte er gemeinsam mit Thorup einen konkurrenzfähigen Kader. Kritik gab es jedoch intern bezüglich seiner vorsichtigen Bewertung junger Talente wie Noahkai Banks und Mert Kömür.
Neuanfang mit frischer Spielidee?
Mit der bevorstehenden Verpflichtung eines neuen Trainers schlägt der FC Augsburg ein neues Kapitel auf. Der zukünftige Chefcoach – allem Anschein nach Sandro Wagner – soll mit einem modernen, offensiv ausgerichteten Spielstil frischen Wind bringen und den Verein nachhaltig in der Bundesliga etablieren. Ziel ist es, den Blick nicht nur auf den Klassenerhalt, sondern weiter nach oben zu richten.

Ob dieser Weg zum Erfolg führt, wird sich in der kommenden Saison zeigen. Klar ist: Der FCA hat mit diesem mutigen Schritt ein deutliches Zeichen für seine Zukunftsambitionen gesetzt.


