Der FC Augsburg steckt weiter in einer schwierigen Phase. Nach der deutlichen 2:5-Niederlage bei RB Leipzig fanden Spieler und Trainer klare Worte. Kapitän Jeffrey Gouweleeuw kritisierte die defensive Anfälligkeit, Fabian Rieder bemängelte fehlende Konsequenz und Trainer Manuel Baum warnte davor, die aktuelle Situation schönzureden. Auf Leipziger Seite herrschte dagegen große Zufriedenheit – vor allem über die Leistung von Brajan Gruda.
Der FC Augsburg hatte sich für das Auswärtsspiel bei RB Leipzig einiges vorgenommen und erwischte zunächst einen Traumstart. Bereits nach 38 Sekunden brachte Anton Kade die Gäste in Führung. Doch die Hoffnung auf einen Befreiungsschlag hielt nicht lange an. Ezechiel Banzuzi (34.) und Christopher Nkunku (35.) drehten die Begegnung innerhalb kürzester Zeit, ehe David Raum (45.+1) noch vor der Pause auf 3:1 erhöhte. Nach dem Seitenwechsel sorgten Rômulo (60.) und Christoph Baumgartner (66.) für klare Verhältnisse. Uchenna Ogundu gelang in der Nachspielzeit lediglich noch der Treffer zum 2:5-Endstand. Damit blieb der FCA zum siebten Mal in Folge ohne Bundesliga-Sieg.
Gouweleeuw schlägt Alarm: „Wir sind aktuell in keiner guten Phase“
Besonders deutlich wurde Augsburgs Kapitän Jeffrey Gouweleeuw. Der Niederländer bemängelte, dass seine Mannschaft nach dem frühen Führungstreffer zunehmend die defensive Ordnung verloren habe. „Wir sind gut ins Spiel gekommen und die Führung sollte uns eigentlich ein gutes Gefühl geben. Danach haben wir es Leipzig aber zu einfach gemacht und vor allem über unsere rechte Seite große Probleme bekommen“, erklärte Gouweleeuw. Vor allem gegen Leipzigs Brajan Gruda fanden die Augsburger über weite Strecken kein geeignetes Mittel. Der Offensivspieler bereitete gleich zwei Treffer vor und stellte die FCA-Abwehr mit seinen Dribblings immer wieder vor erhebliche Probleme.
„Wenn wir nicht kompakt stehen und die Räume öffnen, wird es gegen eine Mannschaft mit dieser Qualität sehr schwer“, sagte der FCA-Kapitän. Sein Fazit fiel entsprechend ernüchternd aus: „Insgesamt war das heute zu wenig.“ Gouweleeuw forderte mehr Einsatzbereitschaft, defensive Konsequenz und Zusammenhalt. Die Mannschaft müsse wieder Galligkeit entwickeln und gemeinsam einen Weg aus der schwierigen Situation finden.
Fabian Rieder fordert mehr Mentalität
Auch Fabian Rieder machte nach der Niederlage keinen Hehl aus seiner Enttäuschung. Der Schweizer sah die Ursachen vor allem in den eigenen Nachlässigkeiten. „Wir waren heute in den entscheidenden Situationen zu fahrlässig und haben es dem Gegner bei den Gegentoren zu einfach gemacht“, erklärte Rieder. Dass Augsburg in Leipzig immerhin zwei Treffer erzielen konnte, sei zwar ein Beleg für die offensive Qualität der Mannschaft. Gleichzeitig müsse man sich aber fragen, weshalb diese Ausbeute erneut nicht für Punkte gereicht habe. Rieder forderte deshalb, über die gesamte Spielzeit konzentrierter und abgeklärter aufzutreten. Auch die Mentalität müsse stimmen, um sich das zuletzt fehlende Spielglück wieder zu erarbeiten. „Wir müssen noch mehr Galligkeit und Mentalität auf den Platz zu bringen und uns das nötige Spielglück wieder erarbeiten“, betonte der Offensivspieler.
Manuel Baum: „Wir dürfen nichts schönreden“
FCA-Trainer Manuel Baum sah insbesondere in der Chancenverwertung und im Defensivverhalten die entscheidenden Schwachstellen seiner Mannschaft. „Wir sind gut ins Spiel gekommen und hatten genügend Kontersituationen, um das zweite Tor nachzulegen“, erklärte der Augsburger Coach. Allerdings seien diese Möglichkeiten zu fahrlässig vergeben worden. Auch nach der Pause habe seine Mannschaft durchaus Gelegenheiten gehabt, die Partie noch einmal spannend zu machen. Statt des möglichen Anschlusstreffers kassierte der FCA jedoch weitere Gegentore. Baum brachte das Problem auf den Punkt: „Wir dürfen die aktuelle Phase nicht überdramatisieren, aber auch nichts schönreden.“
Der Trainer betonte, dass zwei Auswärtstore gegen Leipzig grundsätzlich eine ordentliche offensive Ausbeute seien. Bei fünf Gegentreffern sei es allerdings kaum möglich, etwas Zählbares mitzunehmen. Entscheidend werde nun sein, die defensiven Fehler zu reduzieren und gleichzeitig die eigene offensive Gefährlichkeit beizubehalten. Außerdem müsse die Mannschaft die Verunsicherung aus den Köpfen bekommen.
Leipzigs Orbán: Fehlstart beim Jubiläum
Während die Augsburger mit ihrer Leistung haderten, durfte sich Leipzigs Willi Orbán trotz eines persönlichen Fehlers über einen besonderen Nachmittag freuen. Der Abwehrspieler absolvierte sein 400. Pflichtspiel für RB Leipzig, war aber unmittelbar am frühen Augsburger Führungstreffer beteiligt. Seine missglückte Kopfballabwehr leitete die Gelegenheit ein, die schließlich zum 0:1 führte. Orbán räumte anschließend ein, dass er in seinen 400 Einsätzen noch nie einen derart schlechten Start erlebt habe. Umso zufriedener zeigte er sich mit der Reaktion seiner Mannschaft. Leipzig habe schnell wieder ins eigene Spiel gefunden und die Räume genutzt, die sich gegen Augsburg eröffneten. „Wir haben im richtigen Moment die Räume gefunden und die Tore gemacht. Zuhause sind wir eine Macht!“, erklärte der erfahrene Verteidiger.
Demichelis schwärmt von Gruda
Leipzigs Trainer Martín Demichelis lobte insbesondere die Ruhe, mit der seine Mannschaft auf den frühen Rückstand reagiert hatte. „Es hat mir sehr gut gefallen, wie wir nach dem frühen Gegentor unsere Idee vom Fußball weiterverfolgt haben“, sagte der Argentinier. Die drei Treffer bereits vor dem Seitenwechsel seien ein Beleg für die Qualität seiner Mannschaft gewesen. Besonders begeistert zeigte sich Demichelis von Brajan Gruda. Der Offensivspieler war an den beiden Treffern beteiligt, mit denen Leipzig die Begegnung innerhalb von nur zwei Minuten drehte. „Brajans Leistung war überragend. Das freut mich sehr für ihn“, erklärte Demichelis. Gleichzeitig hob er die geschlossene Mannschaftsleistung hervor. Leipzig habe sowohl offensiv als auch gegen den Ball überzeugt.
Gruda hatte „mega Spaß“ gegen die FCA-Abwehr
Auch Brajan Gruda selbst zeigte sich nach seiner starken Vorstellung bestens gelaunt. „Ich habe gespielt, wie ich immer spiele. Heute ist mir viel gelungen. Das Dribbling habe ich glaube ich einfach im Blut“, sagte der Offensivspieler. Anschließend ergänzte er: „Ich hatte mega Spaß auf dem Platz. Auch die Mannschaft hatte Bock. So kann es weitergehen.“ Gruda hatte die Augsburger Defensive insbesondere in der ersten Halbzeit immer wieder vor Probleme gestellt. Seine beiden Torvorlagen waren maßgeblich dafür verantwortlich, dass Leipzig die Partie noch vor der Pause drehen konnte. Auch David Raum würdigte die Leistung seines Mitspielers. Gruda habe mit seinen jüngsten Auftritten gezeigt, dass seine Berufung in die deutsche Nationalmannschaft verdient sei.
FCA steht vor richtungsweisenden Wochen
Für den FC Augsburg verschärft sich nach der erneuten Niederlage die sportliche Situation. Die Mannschaft zeigt zwar weiterhin offensive Qualitäten, bekommt ihre defensiven Probleme aber nicht in den Griff. Besonders bedenklich: Bereits zum sechsten Mal in den ersten neun Saisonspielen gab der FCA eine Führung aus der Hand. Mit neun Punkten muss sich Augsburg zunehmend nach unten orientieren Die Aussagen nach dem Leipzig-Spiel zeigen, dass Spieler und Trainer die Probleme erkannt haben. Nun kommt es darauf an, die notwendigen Veränderungen auch auf dem Platz umzusetzen. Nach der Länderspielpause empfängt der FC Augsburg am Sonntag, 22. November, um 15.30 Uhr den 1. FSV Mainz 05 in der WWK ARENA. Dann bietet sich die nächste Gelegenheit, die Negativserie zu beenden.
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