Rassismus und Todesdrohungen gegen FCA-Profi Juma Bah – FC Augsburg kündigt Strafanzeige an

Juma Bah #35 (FC Augsburg) muss mit Rot vom Platz, FC Augsburg vs. 1. FC Union Berlin, Fussball, 1. Bundesliga, 7. Spieltag, 24.10.2026 DFB/DFL regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi-video Bildagentur kolbert-press
Presse Augsburg
4 Minuten Lesezeit

Auf Instagram ist Juma Bah vom FC Augsburg nach seinem Platzverweis im Bundesliga-Spiel gegen Union Berlin massiv rassistisch beleidigt und mit dem Tod bedroht worden. Auch die Familie des 20-jährigen Verteidigers wurde zum Ziel von Drohungen. Der FC Augsburg reagierte mit einer deutlichen Stellungnahme und kündigte eine Strafanzeige an.

Rote Karte gegen Union Berlin löst Hassnachrichten aus

Das 1:1 des FC Augsburg gegen den 1. FC Union Berlin am Samstag wurde von schweren rassistischen Anfeindungen gegen FCA-Verteidiger Juma Bah überschattet. Der 20-Jährige aus Sierra Leone hatte in der 63. Spielminute die Rote Karte gesehen, nachdem er bei einem Zweikampf mit gestrecktem Bein den Berliner András Schäfer getroffen hatte. Im Anschluss an die Partie wurde Bah auf Instagram massiv beleidigt und bedroht. Dabei richteten sich die Drohungen nicht nur gegen den Fußballprofi selbst, sondern auch gegen seine Familie.

Juma Bah #35 (FC Augsburg) muss mit Rot vom Platz, Chrislain Matsima #5 (FC Augsburg) troestet, FC Augsburg vs. 1. FC Union Berlin, Fussball, 1. Bundesliga, 7. Spieltag, 24.10.2026
DFB/DFL regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi-video Bildagentur kolbert-press

Der FC Augsburg machte die Vorfälle noch am Samstagabend öffentlich. In einer Stellungnahme erklärte der Bundesligist: „Heute wurde unser Spieler Juma Bah auf Instagram auf widerwärtigste Weise rassistisch beleidigt und mit dem Tod bedroht. Auch seine Familie wurde bedroht.“

FC Augsburg kündigt Strafanzeige an

Der Verein verurteilte die Angriffe auf seinen Spieler mit deutlichen Worten: „Wir sind erschüttert über diesen Hass. Und wir stellen unmissverständlich klar: Wir werden ein solches Verhalten niemals akzeptieren, tolerieren oder einfach hinnehmen!“

- Anzeige -

Der FCA betonte dabei, dass sich die Angriffe nicht allein gegen Bah richteten, sondern gegen grundlegende Werte des Vereins. „Wer einen unserer Spieler rassistisch beleidigt oder bedroht, greift nicht nur einen Einzelnen an, sondern die Werte unserer gesamten FCA-Familie. Egal welche Hautfarbe, Herkunft, Religion oder Nationalität – jeder Mensch verdient Respekt, Würde und Sicherheit.“

Mit den Worten „Wir schauen nicht weg! Wir schweigen nicht! Wir stehen zusammen!“ unterstrich der Bundesligist seine Haltung. Zugleich kündigte der FC Augsburg konkrete Konsequenzen an: „Wir werden diesen Vorfall konsequent zur Anzeige bringen und alle uns zur Verfügung stehenden rechtlichen Schritte prüfen.“

Massive Drohungen auch gegen die Familie

Wie schwerwiegend die Anfeindungen waren, zeigte ein von FCA-Geschäftsführer Michael Ströll veröffentlichter Screenshot einer Instagram-Nachricht. Darin wurde Bah mit rassistischen Ausdrücken beschimpft und ausdrücklich mit dem Tod bedroht. Auch gegen seine Familienangehörigen wurden konkrete Gewalt- und Todesdrohungen ausgesprochen. Die Nachricht verdeutlicht, dass die Angriffe weit über unsachliche Kritik an einer sportlichen Aktion hinausgingen. Der Verein will die Vorfälle deshalb strafrechtlich verfolgen lassen.

Geschaeftsfuehrer Finanzen Michael Stroell (FC Augsburg) im Gespraech mit Chef-Trainer Manuel Baum (FC Augsburg), FC Augsburg vs. 1. FC Union Berlin, Fussball, 1. Bundesliga, 7. Spieltag, 24.10.2026
DFB/DFL regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi-video Bildagentur kolbert-press

 

Solidarität von Union Berlin und FCA-Kapitän Gouweleeuw

Auch der 1. FC Union Berlin stellte sich hinter den Augsburger Verteidiger. Der Hauptstadtclub verbreitete die Stellungnahme des FCA auf der Plattform X und kommentierte den Instagram-Beitrag der Augsburger mit „Wichtiges Statement!“. FCA-Kapitän Jeffrey Gouweleeuw solidarisierte sich ebenfalls mit seinem Mannschaftskollegen. Der Niederländer veröffentlichte ein Foto von Bah mit der Botschaft „NO to racism.“ („Nein zu Rassismus.“).

- Advertisement -

Der FC Augsburg schloss seine Stellungnahme mit einer direkten Botschaft an den betroffenen Spieler: „Wir stehen geschlossen hinter Dir, Juma!“ Der 20-jährige Juma Bah steht seit September auf Leihbasis von Manchester City beim FC Augsburg unter Vertrag.

Diesen Artikel teilen
Der Newsdesk von Presse Augsburg veröffentlicht aktuelle Nachrichten aus Augsburg, Bayerisch-Schwaben und Bayern. Die Redaktion berichtet unter anderem über regionale Ereignisse, Polizei und Blaulicht, Politik, Wirtschaft, Verkehr, Kultur und Sport.