Studie: Messerdelikte junger Menschen in Bayern oft ohne Verletzungen, viele Täter mit Vorstrafen

Alfred Ingerl
3 Minuten Lesezeit

Studie zu Messerdelikten: Junge Tatverdächtige oft mit Vorbelastungen

Die Kriminalpolizeiliche Forschungsgruppe (KFG) hat die erste umfassende Auswertung zu Messerdelikten von Tatverdächtigen unter 21 Jahren in Bayern vorgelegt. Die Analyse der Fälle aus dem Jahr 2024 auf Basis der Polizeilichen Kriminalstatistik zeigt, dass viele der jungen Tatpersonen bereits vorher mit dem Gesetz in Berührung gekommen sind, häufig psychische Auffälligkeiten aufweisen und Messerangriffe vielfach im sozialen Umfeld stattfinden.

Risikofaktoren und Vorstrafen

Bei rund einem Viertel der untersuchten Tatverdächtigen deuten polizeiliche Daten auf psychische Auffälligkeiten hin. Etwa 55 Prozent wiesen bereits vor dem Messerdelikt Konfrontationen mit dem Gesetz auf, überwiegend wegen Körperverletzungsdelikten, Raub, Nötigung oder Bedrohung, daneben eine Vielzahl einfacher Diebstahlsdelikte. Bei einigen Tatverdächtigen registrierte die Polizei zudem Hinweise auf konflikthafte familiäre Verhältnisse, etwa wiederholte Vermisstenanzeigen oder anhaltende Streitigkeiten in der Familie.

Ein nicht unerheblicher Anteil der vorauffälligen Tatpersonen und der Opfer war zuvor mit dem Betäubungsmittelgesetz in Berührung gekommen: 38,0 Prozent der Tatverdächtigen beziehungsweise 29,3 Prozent der Opfer. Die Untersuchung stellt fest, dass in etwa einem Fünftel der Fälle die Messerangriffe mit der Anbahnung und Durchführung von Drogengeschäften zusammenhängen.

Tat- und Opferkonstellationen, Verletzungsausmaß

Messerdelikte junger Menschen ereignen sich häufig zwischen Gleichaltrigen und innerhalb bestehender sozialer Beziehungen. Die Mehrheit der Betroffenen ist demnach ebenfalls jünger als 21 Jahre. Sind die Opfer älter, handelt es sich oft um Familienangehörige oder Betreuungspersonen. Insgesamt stammen fast 40 Prozent der Opfer aus dem näheren sozialen Umfeld der Tatverdächtigen, rund 20 Prozent waren flüchtige Bekannte der Tatperson.

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Die Mehrheit der Taten endet ohne körperliche Verletzungen; viele Fälle sind Bedrohungs- oder Raubdelikte, bei denen das Messer zur Einschüchterung eingesetzt wird. Wenn Verletzungen auftreten, sind diese meist leicht, und in einem Drittel der verletzten Fälle wurden die Verletzungen nicht mit dem Messer verursacht. Rund sechs Prozent der Opfer erlitten schwere Verletzungen, etwa drei Prozent waren lebensgefährlich verletzt, in keinem der betrachteten Fälle kam es zu einem Todesfall. Die KFG weist darauf hin, dass reflexartige Ausweich- und Abwehrbewegungen das Ausmaß der Verletzungen in Einzelfällen verringern können.

Räumlich und situativ fanden sich bei knapp der Hälfte der ausgewerteten Fälle öffentliche Orte wie Straßen, Plätze oder Parks als Tatorte. Private Räumlichkeiten machten 28,5 Prozent aus, Schulen 11,3 Prozent. In etwas mehr als 60 Prozent der Fälle führten Tatverdächtige bereits ein Messer mit sich; diese Delikte traten überwiegend im öffentlichen Raum auf.

Dieser Artikel basiert auf einer offiziellen Polizeimeldung. Für die sprachliche Überarbeitung wurde künstliche Intelligenz eingesetzt.

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Alfred Ingerl ist freier Redakteur aus dem Bereich Blaulicht für Augsburg, Bayerisch-Schwaben und Bayern.