Wie geht es mit afa & Co. weiter? Augsburger Messe-Wochenende bleibt hinter Besuchererwartungen zurück

Mit gemischten Gefühlen zogen am Sonntagabend die Macher des Augsburger Messe-Wochenendes Bilanz. Mit etwas über 20.000 Besuchern blieb man hinter den Erwartungen zurück, die Gründe dafür waren vielschichtig – sowohl im Vorfeld als auch vor Ort. Henning und Thilo Könicke, die afa-Messemacher, sowie Fabian Lohr von der Augsburger pro air Medienagentur wollen sich im Nachgang genau überlegen, ob und wie es mit den drei Messen afa, Immobilientage und VOLT E-Mobilität weitergehen kann.

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Foto: Stefan Winterstetter

„Zwei Firmen, die AFAG und pro air, stemmen und zahlen ein Produkt für die Region, für die Stadt Augsburg, die Landkreise Augsburg, Aichach-Friedberg sowie den gesamten Bezirk Schwaben, aber es braucht jetzt von den Beteiligten neue Impulse“, fordert Lohr. Stadt, Landkreise, die Messe-Gesellschafter, IHK und Handwerkskammer als regionale Wirtschaftsförderer hätten sich – nicht nur in diesem Jahr – in Sachen Unterstützung nach Meinung der Messemacher zu sehr zurückgehalten.

Von den angesprochenen habe ausschließlich die Stadt Augsburg einen Stand bespielt, die Landkreise waren gar nicht vertreten, etliche große Institutionen haben gefehlt. „Ich hätte mir als Geste der Unterstützung auch gewünscht, dass nicht nur ein paar heimische Politiker an den drei Messetagen zu Besuch gewesen wären“, so Lohr.

Die Veranstalter beklagen die Probleme im Vorfeld. Sie haben erst im Herbst mit den Planungen beginnen können, bis endlich wichtige Rahmenbedingungen für das Messe-Wochenende klar waren. Dies muss im Nachgang besprochen werden. Auch von den Kosten
müssten regionale Verbrauchermessen anders bewertet werden als internationale Großveranstaltungen.

„Eigentlich ist das alles nur noch eine Liebhaberei“, sagt Fabian Lohr. Er sieht sich als heimische Agentur in der Pflicht, „als Augsburger sind wir für die Augsburger gerne da, aber nicht um jeden Preis.“ Er dankte den Ausstellern, die bei der afa, den Immobilientagen und der VOLT vertreten waren. Auch die Media Stage und die Künstler-Ausstellung in Halle 1 kamen sehr gut an.

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Fabian Lohr: „Nur noch Liebhaberei“ | Foto: Stefan Winterstetter

Die AFAG fordert nun den Schulterschluss zwischen Veranstaltern, Stadt und den Landkreisen – kurz allen Beteiligten. „Man müsste künftig wieder größer denken, die drei Messen gehören in die Region, allein das Bekenntnis dafür fehlt“, sagt Thilo Könicke. „Vor dem Machen steht das Wollen“, appelliert Fabian Lohr.

Er würde gerne im nächsten Jahr weitermachen, aber nicht um den Preis, „dass wir draufzahlen und auch noch belächelt werden.“ Sollte man im nächsten Jahr das Messe-Wochenende noch einmal anpacken, müsse jedenfalls alles auf den Prüfstand gestellt werden. „Von den Infrastruktur-Preisen, über die Eintrittspreise, das Parken, den ÖPNV bis hin zu einem attraktiven Programm für die drei Veranstaltungen“, so die Veranstalter. „Wir haben einige wirklich gute Ansätze gesehen, da kann man drauf aufbauen“, so Lohr, „aber ohne den Schulterschluss zwischen allen Beteiligten lasse sich ein attraktives Messe-Wochenende 2025, das eine starke afa braucht, nur schwer umsetzen.“