Mit einer Pontifikalmesse im Hohen Dom und einem Festakt im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses haben die Augsburger Domsingknaben ihr 50-jähriges Bestehen gefeiert. Vertreter aus Kirche, Politik und Gesellschaft würdigten die musikalische Arbeit des Chores und seine Bedeutung für die Stadt. Bischof Bertram Meier hob dabei besonders die Verbindung von Glauben und Musik hervor.
Vor 50 Jahren hatte Reinhard Kammler die Tradition der Kathedralsängerknaben am Augsburger Dom wiederbelebt. 43 Jahre lang leitete er den Chor und erinnerte beim Festakt an wichtige Wegbegleiter und Meilensteine, darunter den Umzug ins Haus St. Ambrosius und ein Konzert für Papst Benedikt XVI. in der Sixtinischen Kapelle.
Bischof Dr. Bertram Meier bezeichnete die Domsingknaben als wichtige Botschafter der Stadt, die neben dem FC Augsburg und der Augsburger Puppenkiste zur „absolute Top-Liga der städtischen Botschafter“ gehörten. Sie stünden für Kirchenmusik auf höchstem Niveau und hätten sowohl „den Himmel im Ohr“ als auch eine „Stimme in der Welt“.

Bischof erinnert an die Wurzeln im Dom
Meier betonte, dass der Dienst an der Liturgie trotz zahlreicher Konzertreisen und Auftritte die wichtigste Aufgabe bleiben müsse. Die Musik sei weit mehr als eine Begleitung des Gottesdienstes, sondern eine besondere Form der Verkündigung. Zugleich dankte er den Mitarbeitenden, Unterstützern und Eltern der Sängerknaben. Mit einem Augenzwinkern gab er ihnen einen Wunsch mit auf den Weg: „Werdet nicht Augsburger Stadtmusikanten, bleibt Domsingknaben!“
Auch Generalvikar Dr. Wolfgang Hacker unterstrich die Bedeutung der Kirchenmusik für Glauben und Gemeinschaft. Weitere Grußworte kamen von Regierungsvizepräsidentin Sabine Beck, Altoberbürgermeisterin Eva Weber und FCA-Präsident Markus Krapf.
Domkapellmeister Stefan Steinemann, der den Chor seit 2020 leitet, erinnerte an seine eigene Zeit bei den Domsingknaben und dankte seinem Vorgänger Kammler. Für die Zukunft formulierte er einen persönlichen Wunsch: „Ich wünsche mir, dass noch viele Kinder hier ihre Stimme entdecken, Freundschaften schließen und Menschen finden, die ihnen etwas zutrauen, so wie wir es selbst auch einmal erfahren haben, als wir klein waren.“
Vier Chöre gestalten Jubiläumsgottesdienst
Bereits vor dem Festakt hatten die Domsingknaben mit einer feierlichen Pontifikalmesse im Augsburger Dom an ihr Jubiläum erinnert. Neben dem Kammerchor wirkten der Karl-Kraft-Chor, die Chor-Aspiranten und die Nachwuchschöre mit. Domorganistin Claudia Waßner begleitete den Gottesdienst musikalisch.
In seiner Predigt erinnerte Bischof Meier erneut an die Bedeutung des Doms als Heimat des Chores: „Vergesst Eure Wurzeln nicht. Sie liegen im Dom. Erst wer um die Wurzeln weiß, bekommt Flügel, um auszustrahlen und in die Ferne zu schweifen.“
Das gemeinsame Singen könne zudem Gemeinschaft stärken und Menschen über unterschiedliche Charaktere und Fähigkeiten hinweg verbinden. Wenn aus musikalischer Disziplin auch gesellschaftliche Verantwortung und Dankbarkeit entstünden, werde Musik zu einem Zeugnis des Glaubens, betonte der Bischof.
Beim anschließenden Festakt sorgten Solisten des Kammerchores und ein Ehemaligen-Chor mit verschiedenen geistlichen und weltlichen Werken für den musikalischen Rahmen.
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