Augsburger Stadtspitze positioniert sich deutlich gegen Auftritt von „Identitäre Bewegung“-Kopf Sellner

Augsburg macht unmissverständlich klar: Antisemitismus, Muslimfeindlichkeit, Rassismus und jede Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit werden in der Friedensstadt nicht geduldet. Hintergrund ist eine angekündigte Lesung des bekannten Rechtsextremisten Martin Sellner, führender Kopf der sogenannten „Identitären Bewegung“, am 1. Juli in Augsburg.

Oberbürgermeisterin Eva Weber mit deutlicher Ansage

Oberbürgermeisterin Eva Weber stellt sich entschieden gegen das Gedankengut der Identitären und ihre Anhänger: „Die sogenannte ‚Identitäre Bewegung‘ und ihre Protagonisten verachten und bekämpfen alles, was unsere freiheitliche Demokratie und unsere vielfältige und liberale Gesellschaft ausmachen. Sie vertreten und verbreiten menschenfeindliche, rassistische und antidemokratische Ideologien und verhöhnen diejenigen, die nicht in ihr völkisches Weltbild passen. In Augsburg ist kein Platz für derartige Personen. Das haben wir auch in der Vergangenheit bereits mehrfach unter Beweis gestellt. Als Augsburgerin und Oberbürgermeisterin der Friedensstadt sage ich klar: Wer die Grundwerte unseres Zusammenlebens nicht nur ablehnt, sondern bekämpft und die Zerstörung unserer Demokratie vorantreibt, ist in Augsburg nicht willkommen!“

Sellner provoziert über soziale Netzwerke

Diverse Medien zitieren Sellner, der die Debatte selbst weiter anheizen soll. Zu seinem angekündigten Auftritt schrieb er: „Augsburg: das Spiel geht los.“ Er spekuliert öffentlich über mögliche Maßnahmen der Stadt und fragt: „Wird die Stadt meine Lesung am 1. Juli sprengen? Bekomme ich ein Stadtverbot? Und welche Trickli sind geplant?“ Mit „Trickli“ meint der Rechtsextremist gezielte Täuschungsmanöver gegenüber Behörden und Gegendemonstranten.

„Foto: C.Stadler/Bwag“

Stadt setzt auf rechtsstaatliche Mittel

Augsburgs Ordnungsreferent Frank Pintsch unterstreicht, dass die Stadt entschlossen handelt – im Rahmen des Rechtsstaats: „Wir nutzen erneut die Mittel, die uns als wehrhafte, rechtsstaatliche Demokratie zur Verfügung stehen, um rechtswidrige Taten oder verfassungsfeindliche Handlungen zu unterbinden. Dazu stehen wir in enger Abstimmung mit den Staatsschutzbehörden des Freistaats Bayern, insbesondere auch dem Polizeipräsidium Schwaben-Nord.“

Die Stadt Augsburg stellt damit erneut klar: Der Schutz demokratischer Grundwerte und ein entschlossenes Vorgehen gegen extremistische Strömungen bleiben unverrückbare Pfeiler ihres Selbstverständnisses.
 

Presse Augsburg
Presse Augsburg
Newsdesk der Presse Augsburg Medien-Redaktion.

Meistgelesen

Cyberangriff auf Online-Shop von ROFU – Kundendaten abhanden gekommen

Rheinland-Pfalz – Der Spielwarenhändler ROFU Kinderland Spielwarenhandelsgesellschaft mbH ist...

Polizei durchsucht 40 Objekte im Raum Augsburg und Dillingen – Drei Haftbefehle wegen mutmaßlichen Subventionsbetrugs

Augsburg – In Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Augsburg hat...

Polizeibericht Augsburg und Region vom 10.02.2026

Hier lesen Sie den Polizeibericht Augsburg und Region von heute

Massiver BMW-Rückruf: Offenbar 575.000 Fahrzeuge weltweit betroffen – Brandgefahr

München – Der Autobauer BMW startet eine weltweite Rückrufaktion...

Leiche in der Donau bei Passau entdeckt: Polizei ermittelt Todesumstände

Am Mittwoch, den 11. Februar 2026, wurde in Passau...

Neueste Artikel