Großangelegte Durchsuchung in Schwerin: Neuer Verdacht im Fall des gestohlenen Keltengoldes von Manching

Alfred Ingerl
3 Minuten Lesezeit

Im November 2022 ereignete sich ein Aufsehen erregender Diebstahl: Der größte keltische Goldfund des 20. Jahrhunderts wurde aus dem „kelten römer museum manching“ entwendet. Nach intensiven Ermittlungen konnte die Polizei vier Tatverdächtige festnehmen. Zwar konnten rund 500 Gramm der gestohlenen Goldmünzen sichergestellt werden, jedoch fehlt von einem Großteil der Beute sowie einem gestohlenen Goldgusskuchen bislang jede Spur. Die mutmaßlichen Täter wurden vom Landgericht Ingolstadt zu hohen mehrjährigen Haftstrafen verurteilt, wobei das Urteil noch nicht rechtskräftig ist.

Erneute Durchsuchungen bei den Verdächtigen

Knapp vier Jahre nach dem spektakulären Goldraub durchsuchten Kunstfahnder des Bayerischen Landeskriminalamtes heute erneut das Anwesen des Hauptverdächtigen nahe Schwerin, der nicht rechtskräftig zu 11 Jahren Haft verurteilt wurde, sowie das seiner Lebensgefährtin. Neue Erkenntnisse hatten zu diesem Schritt geführt.

Die Experten des BLKA erhalten Unterstützung durch die Tatortgruppe des Bundeskriminalamtes (BKA) und die von der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) geleitete Heritage Crime Task Force. Die Sonderkommission OPPIDUM geht davon aus, dass sich 411 Goldmünzen sowie der Goldgusskuchen noch immer im Besitz des Hauptverdächtigen befinden. Ermittler vermuten, dass die gestohlenen Gegenstände zusammen mit möglicherweise weiteren Beutestücken wie Bargeld professionell auf dem Grundstück des Verdächtigen versteckt sind.

Intensive Suche nach dem versteckten Keltengold

Das aktuelle Ermittlungsverfahren, geleitet von der Staatsanwaltschaft Ingolstadt, richtet sich gegen den Hauptverdächtigen, der derzeit in München-Stadelheim einsitzt, sowie gegen seine Lebensgefährtin. Ihm wird vorgeworfen, Teile der erbeuteten Goldmünzen eingeschmolzen und versteckt zu haben, um diese später verkaufen zu können. Seine Lebensgefährtin soll von den Taten gewusst und Bargeld krimineller Herkunft entgegengenommen haben. Angeblich bot sie an, beim Verkauf der eingeschmolzenen Goldmünzen zu helfen, da sich ihr Partner in Untersuchungshaft befindet.

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Unter Einsatz modernster Röntgen- und Radartechnik wird das gesamte Wohnanwesen gründlich durchsucht. Die Ermittler messen jedes Zimmer und gleichen es mit den Bauplänen ab, um mögliche Verstecke festzustellen. Möbelstücke werden auf Geheimfächer untersucht, die Bodenplatte und das Grundstück mit einem Bodenradar gescannt.

Internationale Unterstützung bei den Ermittlungen

Zusätzlich zur technologischen Untersuchung erhielt das Team Unterstützung durch vier aus Ungarn kommende Goldspürhunde. Die Soko OPPIDUM hatte die umfangreichen Durchsuchungen über Monate im Voraus unter Einbeziehung internationaler Expertise geplant. Die OSZE, weltweit tätig in der Bekämpfung von Kunstdiebstahl, koordiniert die grenzüberschreitenden Maßnahmen und trägt die Kosten des Einsatzes.

Folgende Institutionen sind an der Operation beteiligt:

  • Kunstfahndung des BLKA
  • Staatsanwaltschaft Ingolstadt
  • Tatortgruppe des Bundeskriminalamtes
  • Heritage Crime Task Force der OSZE mit weiteren Experten
  • LKA Mecklenburg-Vorpommern
  • Bereitschaftspolizei und Diensthundestaffel Mecklenburg-Vorpommern
  • Hauptzollamt Stralsund

Die Suche nach dem wertvollen Keltengold genießt von Anfang an oberste Priorität und wird mit aller Kraft fortgesetzt. Das Keltengold stellt ein bedeutendes kulturelles Erbe Bayerns dar.

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Alfred Ingerl ist freier Redakteur aus dem Bereich Blaulicht für Augsburg, Bayerisch-Schwaben und Bayern.