“Stadtgeschichte erlebbar zu machen” | Stadt Memmingen unterzeichnet Überlassungsvereinbarung für Zunftstube

Presse Augsburg
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Kreishandwerksmeister Enrico Karrer (sitzend, links) und Oberbürgermeister Jan Rothenbacher unterzeichnen die Überlassungsvereinbarung für die Zunftstube. Stehend (v.l.): Gottfried Voigt, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Memmingen-Mindelheim, Sarah Schmelzer vom Projektbüro Stadt der Freiheitsrechte, Kulturamtsleiter Sebastian Huber und Stadtarchivar Christoph Engelhard. (Fotos: A. Wehr/ Pressestelle Stadt Memmingen)

In der Zunftstube der Kramerzunft am Weinmarkt in Memmingen versammelten sich vor 499 Jahren oberschwäbische Bauernvertreter und diskutierten ihre Forderungen an die Obrigkeiten zwischen Bodensee, Alpen und Donau. Auf Grundlage der Zwölf Artikel verständigten sie sich auf mehr persönliche Freiheiten, mehr Teilhabe an natürlichen Ressourcen und eigenverantwortliche Gestaltung ihrer kommunalen Angelegenheiten.

Kreishandwerksmeister Enrico Karrer (sitzend, links) und Oberbürgermeister Jan Rothenbacher unterzeichnen die Überlassungsvereinbarung für die Zunftstube. Stehend (v.l.): Gottfried Voigt, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Memmingen-Mindelheim, Sarah Schmelzer vom Projektbüro Stadt der Freiheitsrechte, Kulturamtsleiter Sebastian Huber und Stadtarchivar Christoph Engelhard. (Fotos: A. Wehr/ Pressestelle Stadt Memmingen)

Im Event- und Gedenkjahr „500 Jahre Zwölf Artikel“ sollen in der bis heute erhaltenen Zunftstube Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit erhalten, den Ereignisort von überregionaler historischer Bedeutung kennenzulernen. Damit dies uneingeschränkt möglich ist, hat die Stadt Memmingen eine Überlassungsvereinbarung für die Zunftstube mit dem Hausherrn, der Kreishandwerkerschaft Memmingen- Mindelheim, geschlossen. Sie wurde von Oberbürgermeister Jan Rothenbacher und Kreishandwerksmeister Enrico Karrer in der Kramerzunft unterzeichnet.

„Ich freue mich sehr über die gute Zusammenarbeit mit der Kreishandwerkerschaft. Wir ziehen am gleichen Strang, um die reiche Memminger Stadtgeschichte erlebbar zu machen und die historische Zunftstube gerade im Gedenkjahr 2025 öffentlich zugänglich zu machen“, betont Oberbürgermeister Jan Rothenbacher bei der Unterzeichnung der Überlassungsvereinbarung.

„Für uns ist das eine Selbstverständlichkeit. Als Handwerksorganisation sind wir uns nicht nur der großen historischen Vergangenheit dieses Hauses bewusst, sondern vor allem für die Gegenwart und Zukunft verantwortlich. Wir freuen uns deshalb auf viele Besucherinnen und Besucher im Jubiläumsjahr 2025“, erklärt Kreishandwerksmeister Enrico Karrer.

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Detail der historischen Decke der Zunftstube, einem Original aus der Zeit um das Jahr 1525.

Der Überlassungsvereinbarung waren auch Überlegungen für einen Kauf der Kramerzunft durch die Stadt Memmingen vorausgegangen. Dies kann jedoch aufgrund der angespannten Haushaltslage nicht realisiert werden. „Wir bleiben aber weiter im Austausch über einen möglichen späteren Kauf und über ein passendes Grundstück für eine alternative Ansiedlung der Kreishandwerkerschaft“, erklärt Gottfried Voigt, Geschäftsführer der Handwerks-Organisation.

Von März bis Oktober 2025 wird die historische Kramerzunftstube für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Sie wird Teil eines geplanten Stationenweges sein, der die Bayernausstellung des Hauses der Bayerischen Geschichte im Dietrich-Bonhoeffer-Haus mit der Kramerzunft am Weinmarkt verbindet.

 

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Newsdesk der Presse Augsburg Medien-Redaktion.