Das renommierte Brechtfestival in Augsburg bekommt ab 2026 eine neue künstlerische Führung. Sahar Rahimi, Regisseurin und Performancekünstlerin, und Mark Schröppel, Regisseur und Musiker, wurden als neues Leitungsteam ausgewählt. Die Entscheidung fiel in einem anonymen Auswahlverfahren und wurde am 27. November vom Kulturausschuss der Stadt offiziell bestätigt. Ihre Amtszeit erstreckt sich bis 2028.
Überzeugendes Konzept im Geiste Brechts
Kulturreferent Jürgen Enninger lobte das innovative Konzept des Duos: „Ihr Ansatz wird die internationale Erfolgsgeschichte des Brechtfestivals fortschreiben und gleichzeitig neue Impulse setzen.“ Besonders hebt Enninger hervor, dass Rahimi und Schröppel den Dialog zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen in den Mittelpunkt stellen wollen – ein wesentlicher Aspekt in einer Zeit zunehmender gesellschaftlicher Spaltung und globaler Krisen.
Künstlerischer Schwerpunkt: Erweiterte Inklusion
Das Konzept von Rahimi und Schröppel basiert auf „erweiterter Inklusion“. Sie möchten Minderheiten und Mehrheiten, Subkultur und Hochkultur, sowie Menschen mit und ohne Beeinträchtigung zusammenbringen. Ihr Ziel ist es, künstlerische Experimente als Plattform für gesellschaftlichen Austausch zu nutzen. „Wir wollen einen aktiven Gegenpol zu den aktuellen Spaltungsprozessen bieten“, erklärten Rahimi und Schröppel in ihrer Vorstellung.
Brechtfestival 2025 unter Julian Warner
Während die neue Leitung bereits Pläne schmiedet, steht das Brechtfestival 2025 noch unter der künstlerischen Leitung von Julian Warner. Das Programm für 2025 wird am 10. Dezember vorgestellt. Ein Highlight wird der zweitägige Tanzmarathon „Die 48 Stunden von Augsburg“ sein, bei dem Teilnehmer die Chance haben, 5000 Euro zu gewinnen.
Das Festival findet vom 21. Februar bis zum 2. März 2025 an verschiedenen Spielorten in Augsburg statt und wird somit ein letztes Mal unter Warners Leitung den Geist Brechts lebendig halten.


