Immer mehr Menschen können heute von zu Hause aus arbeiten, was viele praktische Vorteile im Alltag hat. So entfällt eine möglicherweise lange Anfahrt und bei vielen Mitarbeitern kann die Produktivität deutlich steigen. Doch es gibt auch Nachteile, allen voran bei der Sicherheit im Home-Office. Denn das heimische Netzwerk ist in der Regel nicht so gut geschützt wie das im Büro – viele Arbeitnehmer und Freiberufler müssen also selbst für mehr Sicherheit sorgen.
Dieser Artikel gibt praktische Tipps, mit denen man im Handumdrehen eine sichere Arbeitsumgebung im eigenen Home-Office schaffen kann. Die gute Nachricht vorweg: Mit negativen Auswirkungen auf die Produktivität muss niemand rechnen.
Moderner Router mit hohen Sicherheitsstandards
Fast alle Internetanbieter geben einem beim Abschluss eines Vertrags einen WLAN-Router dazu. In vielen Fällen handelt es sich jedoch um das günstige Gerät aus seiner Klasse, was mit Abstrichen bei Funktionen und Sicherheitsstandards einhergehen kann. Wer mehr Leistung und Funktionalität benötigt, sollte gegebenenfalls über eine Neuanschaffung nachdenken.
So setzen aktuelle WLAN-Router nicht nur auf moderne Verschlüsselungsprotokolle wie WPA3, sondern verfügen auch über leistungsstarke Firewalls, die mögliche Angriffe frühzeitig blockieren. Für noch mehr Sicherheit kann man sogar zu einer dedizierten Hardware-Firewall greifen, die im Zusammenspiel mit dem Router noch effizienter ihre Arbeit verrichtet.
Sichere WLAN-Konfiguration mit starkem Passwort
Viele unbefugte Zugriffe und Sicherheitsrisiken ergeben sich aber vor allem durch eine schwache Absicherung bzw. ein schwaches Passwort. Das voreingestellte Passwort des WLAN-Routers sollte unbedingt durch ein langes, komplexes und einzigartiges Passwort ersetzt werden – die entsprechende Option findet sich in den Einstellungen.
Man kann aber sogar noch einen Schritt weiter gehen, um unbefugte Zugriffe zu minimieren. So gibt es bei einem modernen WLAN-Router die Möglichkeit, nur bestimmte Geräte anhand ihrer MAC-Adresse zuzulassen. Eine Verbindung ist dann schlichtweg unmöglich, es sei denn, das Gerät wurde vorab explizit für das Netzwerk durch den Administrator hinzugefügt.
Zusätzliche VPN-Verschlüsselung für alle Geräte
Abgesehen vom Router und Heimnetzwerk bietet aber auch das Internet selbst zahlreiche Möglichkeiten für Angreifer und Betrüger. Phishing und Identitätsdiebstahl gelingen häufiger, als die meisten Menschen es vermuten. Eine VPN-App bietet dagegen effizienten Schutz: Sie baut eine verschlüsselte Verbindung auf und kann vor gefährlichen Inhalten warnen.
Mittlerweile lassen sich VPN-Dienste auf allen Geräten installieren, ob Laptop oder Handy. Mit einem Fire-TV-Stick-VPN kann man sogar für mehr Sicherheit beim Streaming sorgen. Wer alle Geräte schützt, schließt mögliche Lücken im Haushalt und trägt somit auch zu mehr Sicherheit im Home-Office bei.
Automatische Sicherheitsupdates bieten Komfort
Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht eine neue Sicherheitslücke entdeckt wird. Ob Microsoft, Apple oder Google, kein Unternehmen kann einen hundertprozentigen Schutz bieten. Aber sie liefern immerhin laufend neue Sicherheitsupdates, die bekannte Lücken schließen und somit die Gefahr minimieren (vorausgesetzt, das eigene Geräte wird noch unterstützt).
Früher war es oftmals lästig, alle Geräte auf dem aktuellen Stand zu halten. Heute bieten fast alle Systeme wie Windows, Android oder iOS die Möglichkeit für automatische Sicherheitsupdates. Wer diese Funktion aktiviert, muss sich um nichts mehr kümmern. Das Gerät lädt Updates von allein herunter und installiert diese zum nächstmöglichen Zeitpunkt.
Starke Passwörter mit Passwort-Manager verwalten
Hohe Sicherheit im Home-Office setzt starke Passwörter voraus. Unternehmen geben ihren Mitarbeitern meistens strikte Richtlinien vor, doch viele umgehen diese, ob unwissend oder absichtlich. Sie verwenden immer wieder ein ähnliches Passwort mit leichten Änderungen, was das Risiko eines unbefugten Zugriffs deutlich erhöhen kann.
Dabei müssen starke Passwortrichtlinien gar nicht mal so lästig sein, wenn man über die richtigen Tools verfügt. So kann ein moderner Passwort-Manager auf Knopfdruck sichere Passwörter erzeugen und diese anschließend im sicheren Tresor verwahren. Für den Zugriff muss man sich im Gegenzug nur noch ein einziges Master-Passwort merken.
Multi-Faktor-Authentifizierung als letzte Bastion
Doch selbst das stärkste Passwort kann von einem Datenleck betroffen sein und anschließend im Internet landen. Hat ein Angreifer den Kontonamen samt Passwort, kann er sich unbefugten Zugriff verschaffen, Daten abgreifen und weiteren Schaden anrichten. Da viele im Home-Office mit sensiblen Daten umgehen, können die Folgen noch dramatischer sein.
Mit einer Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) kann man sich vor diesem Szenario effektiv schützen. Ein System oder ein Dienst fragt dann nach einer Bestätigung auf einem anderen Gerät, ehe der Zugriff gestattet wird. So bleiben Betrüger und Kriminelle außen vor, selbst wenn ein Konto samt Passwort einmal betroffen sein sollte.

