115 Meter Stahlbeton, verteilt auf 35 Stockwerke: Seit mehr als 50 Jahren prägt der Hotelturm das Stadtbild. Jetzt wurde er zum Denkmal erhoben. Und ist damit das höchste bewohnte Baudenkmal Bayerns.
Alle vier Tage ein Stockwerk
Gebaut wurde der „Maiskolben“ in Rekordzeit. Im Mai 1971 gab die Stadtverwaltung grünes Licht. Am 2. Juli 1972 war der Hotel- und Apartmentturm bezugsfertig. Möglich war dieses Tempo durch innovative Ideen der Augsburger Baufirma Thormann & Stiefel (Thosti). Sie verwendete vorgefertigte Beton-Elemente. So entstand der Turm in zwei parallelen Baustellen: Der 18-eckige Kern mit seinen Stützen wurde vor Ort gebaut. Die zweite Baustelle lag in unmittelbarer Nähe und stellte die Fertigteile her. Alle vier Tage wuchs der Hotelturm um ein weiteres Stockwerk.
Nachtclub und Restaurant
Das Hotel hatte nach der Eröffnung 450 Betten auf 17 Etagen. Die ersten Gäste waren Vertretende des Olypischen Komitees. In den obersten beiden Stockwerken gab es einen Nachtclub und ein Restaurant mit einer spektakulären Aussichtsterrasse. Beide sind seit vielen Jahren geschlossen.
OB Eva Weber: „Wahrzeichen und Orientierungspunkt“
Am gestrigen Dienstag, 3. Dezember, wurde der Hotelturm vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege offiziell zum Baudenkmal erklärt. „Für die Augsburgerinnen und Augsburger ist der Hotelturm mit seiner außergewöhnlichen Architektur schon lange ein Wahrzeichen und bedeutender Orientierungspunkt“, sagt Oberbürgermeisterin Eva Weber. „Ich freue mich sehr, dass wir mit seiner Aufnahme in die Denkmalliste Augsburgs Geschichte als Stadt der Innovationstreiber weiterschreiben dürfen.“ (pm/rs)


