Gewalt gegen Polizei in Oberfranken auf konstant hohem Niveau: Deutlicher Anstieg bei gefährlichen Körperverletzungen und tätlichen Angriffen im Jahr 2025

Alfred Ingerl
3 Minuten Lesezeit

OBERFRANKEN. Am Mittwoch hat Bayerns Innenminister Joachim Herrmann das Landeslagebild Bayern 2025 zur Gewalt gegen Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte vorgestellt. Auch das Polizeipräsidium Oberfranken gibt einen Überblick über die Entwicklung der Fallzahlen in der Region.

Entwicklung der Fallzahlen

Im Jahr 2025 wurden in Oberfranken insgesamt 594 Fälle von Gewalt gegen Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte registriert. Dies entspricht einem leichten Anstieg um zwei Fälle beziehungsweise 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Fallzahlen bleiben damit auf einem hohen Niveau.

Obwohl die Gesamtzahl der Straftaten nahezu unverändert blieb, entwickelten sich die einzelnen Deliktsbereiche unterschiedlich. Besonderes Augenmerk gilt der Zunahme gefährlicher Körperverletzungen, die von 15 Fällen im Jahr 2024 auf 23 Fälle im Jahr 2025 stiegen, ein Anstieg von mehr als 53 Prozent.

Ebenso erhöhte sich die Zahl der tätlichen Angriffe auf Vollstreckungsbeamte von 188 auf 220 Fälle, was einer Zunahme von 17 Prozent entspricht. Rückläufig zeigten sich die vorsätzlichen Körperverletzungen, die um 37,5 Prozent auf 20 Fälle sanken. Beleidigungen (-7,2 Prozent auf 194 Fälle) und Widerstände gegen Vollstreckungsbeamte (-7,8 Prozent auf 95 Fälle) nahmen ebenfalls ab.

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Zur Auswertung zählen unter anderem Tötungsdelikte, Körperverletzungsdelikte, Widerstandshandlungen, Bedrohungen, Beleidigungen sowie tätliche Angriffe auf Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamte. Die Aufklärungsquote dieser Delikte lag 2025 bei beeindruckenden 99,8 Prozent.

Versuchtes Tötungsdelikt zum Nachteil von Polizeibeamten

Bedauerlicherweise wurde im Jahr 2025 erneut ein versuchtes Tötungsdelikt gegen Polizeibeamte verzeichnet. Der Vorfall ereignete sich Ende März in Coburg, als ein 19-jähriger deutsch-italienischer Mann nach einer Auseinandersetzung mit seiner Mutter Polizeibeamte angriff. Bei der Festnahme setzte er ein Einhandmesser ein und verletzte zwei Beamte leicht am Hinterkopf, Unterarm und an der Hand.

Tatorte und polizeiliche Maßnahmen

Der überwiegende Teil der Übergriffe geschah im öffentlichen Raum, wo Straßen, Wege und Plätze mit über 44 Prozent den größten Anteil ausmachten. In 21 Prozent der Fälle fanden die Taten im privaten Umfeld, insbesondere zu Hause, statt. Auf Polizeidienststellen entfielen 75 Fälle.

Gewalt gegen Polizeibeamte steht oft im Zusammenhang mit polizeilichen Maßnahmen. Im Jahr 2025 ereigneten sich 235 Übergriffe im Zusammenhang mit Festnahmen, Gefangennahmen oder Unterbringungen. Identitätsfeststellungen und Sachverhaltsklärungen waren Anlass für 129 Fälle.

Die häufigsten Angriffe erfolgten durch Treten (128 Fälle) und Schläge mit der Hand oder Faust (89 Fälle). In einigen Fällen wurden auch Tatmittel wie Schusswaffen oder Hieb- und Stichwaffen eingesetzt.

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Insgesamt wurden 510 Tatverdächtige ermittelt, von denen über 83 Prozent männlich und mehr als 79 Prozent deutsche Staatsbürger waren. Über die Hälfte der Tatverdächtigen stand unter dem Einfluss von Alkohol, Drogen oder Medikamenten.

Fazit: Die Zahl der Gewaltdelikte gegen Polizeibeamte bleibt in Oberfranken konstant hoch. Das Polizeipräsidium Oberfranken betont, dass Gewalt gegen Einsatzkräfte inakzeptabel ist und Straftaten konsequent verfolgt werden.

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Alfred Ingerl ist freier Redakteur aus dem Bereich Blaulicht für Augsburg, Bayerisch-Schwaben und Bayern.