Uraufführung am Staatstheater Augsburg stellt die “Die gefährlichste Frau Amerikas” ins Zentrum

Presse Augsburg
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Sie galt zu Beginn des 20. Jahrhunderts als “Die gefährlichste Frau Amerikas”: die Anarchistin Emma Goldman, deren Leben und leidenschaftlichem Kampf für Selbstbestimmtheit das Staatstheater Augsburg eine Uraufführung widmet. Wie schon beim 2023 gezeigten Schauspiel “Frauen der Unterwelt. Sieben hysterische Akte” erarbeiteten die Autorin Tine Rahel Völcker und das Team um die Leitende Regisseurin Nicole Schneiderbauer im engen Austausch einen berührenden und aufrüttelnden, performativen und sinnlich-ästhetischen Theaterabend.

Im Zentrum steht dabei die gleichermaßen ambivalente wie beeindruckende Persönlichkeit Emma Goldman – widerständig und kämpferisch, rhetorisch brillant, verfolgt und kriminalisiert, zu gewalttätigem Protest bereit und dennoch eine Ikone der Friedensbewegung.

Die Uraufführung findet am Samstag, den 17.2.24 um 19:30 Uhr in der brechtbühne des Staatstheater Augsburg statt. Neun weitere Vorstellungen stehen bis Juni auf dem Spielplan. Tickets sind beim Besucherservice des Staatstheater Augsburg erhältlich (Telefon 0821 324 49 00, Email an tickets@staatstheater-augsburg.de, online über www.staatstheater-augsburg.de/spielplan oder persönlich an der Theaterkasse am Rathausplatz, Mo-Fr 9 bis 17 Uhr & Sa 10 bis 17 Uhr).

Emma Goldmans Leben (1869 bis 1940) war für ihre Zeitgenossen eine einzige Provokation: Als russische, jüdisch-stämmige Einwanderin schloss sie sich der anarchistischen Bewegung in den USA an und vertrat selbstbewusst progressive, feministische und antimilitaristische Ideen. Ihr teilweise gewaltsamer Kampf für individuelle Freiheiten, wie das Recht auf freie Meinungsäußerung, sexuelle Befreiung und Geburtenkontrolle, bietet vor dem Hintergrund ihres gleichzeitigen Strebens nach gesellschaftlicher Gerechtigkeit bis heute Anlass für die brennende Frage: Was sind legitime Mittel im Kampf um eine gerechte, politische Sache?

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Die Autorin Tine Rahel Völcker hat sich in intensiver Recherche mit der historischen und politischen Figur Emma Goldman auseinandergesetzt und ihre Erkenntnisse für das Staatstheater Augsburg zu einem dramatischen Text verflochten. In ihrer Inszenierung begibt sich Nicole Schneiderbauer mit sechs Ensemble-Mitgliedern des Schauspiels (Mirjam Birkl, Paul Langemann, Mirjana Milosavljević, Thomas Prazak, Patrick Rupar, Katja Sieder), der Choreografin Gabriella Gilardi, dem Komponisten und Live-Musiker Fabian Löbhard sowie dem erprobten Team um die Ausstatterin Miriam Busch und die Video-Künstlerin Stefanie Sixt auf eine gemeinsame Reise mitten hinein in das Leben der Emma Goldman. Anhand von fünf halbfiktiven Reden werden Fragen nach Selbstbestimmtheit und Freiheit aufgeworfen, die immer noch verblüffend aktuell wirken. In einer assoziativen, fluiden und durchaus humorvollen Annäherung wird Emma Goldman als Mensch hinter der Ikone erfahrbar gemacht.

 

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Newsdesk der Presse Augsburg Medien-Redaktion.