Älteres Ehepaar in Neuburg Opfer von Callcenter-Betrug – Tatverdächtiger festgenommen

Neuburg a.d.Donau: Ein älteres Ehepaar aus Neuburg an der Donau ist am Donnerstag (26.03.2026) Opfer eines sogenannten Callcenter-Betrugs geworden. Die Ehefrau übergab dabei Bargeld in Höhe von mehreren zehntausend Euro. Ein Tatverdächtiger wurde noch am selben Abend an einem Rastplatz festgenommen.

Trickbetrug: Geldübergabe in Neuburg

Das Ehepaar, beide über 80 Jahre alt, wurde am Nachmittag von Betrügern angerufen. Die Anrufer behaupteten, dass eine nahe Angehörige schwer erkrankt sei und ein teures Medikament benötige, das von der Familie gezahlt werden müsse. Ein sogenannter Abholer erschien daraufhin gegen 17:30 Uhr an der Wohnadresse des Ehepaars und nahm Bargeld in mittlerer fünfstelliger Höhe entgegen. Erst später erkannten die Rentner, dass sie Betrügern aufgesessen waren, als sie die angeblich erkrankte Angehörige erreichten.

Festnahme nach Autofahrt in Schlangenlinien

Rund eine Stunde später meldete sich ein Zeuge bei der Polizei, um ein Fahrzeug zu melden, das in Schlangenlinien im angrenzenden Landkreis Eichstätt unterwegs war. Auf dem Rastplatz Offenbau (Lkr. Roth) stoppten die Beamten der Verkehrspolizei Ingolstadt und der Polizeiinspektion Beilngries das Auto. Der Fahrer, der offenbar unter Drogeneinfluss stand, weckte den Verdacht, der Abholer aus dem Betrugsfall in Neuburg zu sein. Bei ihm wurde eine Summe Bargeldes gefunden, die zur Betrugsmasche passte. Außerdem entdeckten die Beamten illegale Gegenstände und eine geringe Menge Drogen im Fahrzeug. Gegen den 43-jährigen Fahrer ermittelt die Kriminalpolizei Ingolstadt nun auch wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittel- und Waffengesetz.

Haftbefehl gegen Verdächtigen

Der Tatverdächtige, ein 43-jähriger polnischer Staatsbürger, wurde am Freitag auf Antrag der Staatsanwaltschaft Ingolstadt einem Ermittlungsrichter am Amtsgericht Neuburg vorgeführt. Dieser erließ Haftbefehl, und der 43-Jährige wurde anschließend in eine bayerische Justizvollzugsanstalt eingeliefert.

Die Kriminalpolizei warnt erneut vor dem Phänomen „Schockanruf“ und rät:

  • Beenden Sie das Telefonat, wenn Sie sich unter Druck gesetzt fühlen!
  • Geben Sie am Telefon niemals Auskunft über Ihre persönlichen und finanziellen Verhältnisse.
  • Übergeben Sie niemals Geld oder Wertgegenstände an unbekannte Personen!
  • Die echte Polizei wird niemals Bargeld, Überweisungen oder Wertgegenstände von Ihnen fordern, um Ermittlungen durchzuführen oder um Kautionen zu stellen! Auch die Forderung hoher Summen für angeblich dringend notwendige Medikamente zur Behandlung von Verwandten ist eine perfide Masche der Betrüger.
  • Rufen Sie den angeblich betroffenen Angehörigen daher unter der Ihnen bekannten Nummer an!
  • Die Polizei kontaktiert Sie niemals unter der Polizeinotrufnummer 110! Das machen nur Betrüger. Wenn Sie unsicher sind, wählen Sie die Nummer 110. Aber nutzen Sie dafür nicht die Rückruftaste!
  • Ziehen Sie eine Vertrauensperson hinzu (Verwandte, Nachbarn, Freunde).
  • Sprechen Sie auch mit Ihren Angehörigen über das Phänomen und warnen Sie sie vor dem Vorgehen der Täter!
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Alfred Ingerl
Alfred Ingerl
Alfred Ingerl ist freier Redakteur aus dem Bereich Blaulicht für Augsburg, Bayerisch-Schwaben und Bayern.

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