Die Stadtwerke Augsburg (swa) setzen auf Elektromobilität: Bis spätestens 2039 soll die komplette Omnibusflotte auf Elektroantrieb umgestellt sein. Mit einem ersten Testbetrieb im Herbst 2025 beginnt der Weg in eine emissionsfreie Buszukunft.
Startschuss für den E-Bus-Test im Herbst
Ab Herbst 2025 werden zwei vollelektrische Busse von Mercedes im regulären Linienbetrieb getestet. Ziel ist es, erste praktische Erfahrungen im Stadtverkehr, in der Wartung und beim Fahrpersonal zu sammeln. „Wir profitieren davon, dass andere Städte wie München, Nürnberg und Ulm bereits erste Elektrobusse im Einsatz haben. So können wir nicht nur unsere eigenen Erfahrungen machen, sondern auch aus deren Herausforderungen lernen“, erklärt Klaus Röder, Leiter Fahrzeuge der swa.
Im Fokus stehen dabei u. a. die Reichweite der Fahrzeuge, das Fahrverhalten bei unterschiedlichen Wetterbedingungen und die technische Wartung.
Serienstart ab 2027 – komplette Umstellung bis 2039
Der eigentliche Hochlauf der eBus-Flotte beginnt 2027 mit 32 Fahrzeugen. Bis 2030 soll dieser erste große Schritt abgeschlossen sein. Danach erfolgt die Umstellung in weiteren Etappen. Insgesamt werden die Biogasbusse nach und nach durch 92 Elektrofahrzeuge ersetzt.
Bis dahin bleibt Biogas ein wichtiger Bestandteil: Bereits ab 2026 kommen nochmals 14 neue Biogasbusse vom Hersteller MAN zum Einsatz. Sie ersetzen ältere Modelle und sichern den Betrieb, bis die vollständige Elektrifizierung der Flotte erfolgt ist.
Hintergrund: EU-Vorgaben beschleunigen den Wandel
Die Entscheidung zur Elektrifizierung basiert nicht nur auf ökologischem Engagement. Hintergrund ist das EU-Gesetz zur Beschaffung sauberer Fahrzeuge. Ab 2026 muss jeder dritte neue Bus vollständig emissionsfrei sein. Gasbetriebene Fahrzeuge gelten dabei nicht mehr als zukunftsfähig – viele Hersteller kündigten bereits an, künftig keine Gasbusse mehr zu produzieren.
Förderung und Infrastruktur: Millioneninvestitionen geplant
Die swa rechnen mit Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe für Busse und Ladeinfrastruktur. Der Freistaat Bayern beteiligt sich mit etwa 25 % an den Fahrzeugkosten, beim Infrastrukturausbau werden rund 50 % der Kosten gefördert.
„Zu hoffen ist, dass die Bundesförderung für klimafreundliche eBusse wieder aufgenommen wird. Im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung finden sich erste Ansätze dazu“, so Röder.
Der Anschlusswert für das Netz muss auf rund acht Megawatt erhöht werden, um die Ladeanforderungen zu erfüllen. Die Ladeinfrastruktur ist ein zentraler Bestandteil der neuen Busstrategie der swa.
Effizientes Laden dank smarter Technik
Derzeit dauert das Laden eines eBusses noch etwa sechs Stunden. „Wir planen daher auch die Möglichkeit für Schnellladungen, sodass die Busse nach etwa zwei Stunden wieder einsatzbereit sind“, sagt Röder. Die Technik entwickelt sich rasant weiter – mit steigenden Reichweiten und sinkenden Ladezeiten ist zu rechnen.
Auch der Busbetriebshof wird entsprechend modernisiert. „Wir haben das Glück, dass wir keinen neuen Standort suchen müssen“, betont Röder. Stattdessen wird der bestehende Hof mit moderner Ladeinfrastruktur und intelligenter Ladesoftware aufgerüstet.

Archivbild: swa/Thomas Hosemann
Mehr Ruhe, weniger Wartung – Vorteile auf ganzer Linie
Neben der Umweltfreundlichkeit bringt die Umstellung auch wirtschaftliche Vorteile mit sich. Elektromotoren sind wartungsärmer und verursachen geringere Betriebskosten. Außerdem sind E-Busse deutlich leiser – ein Pluspunkt für Fahrgäste und Anwohner.
„Unser Ziel ist ein weiterhin nachhaltiger Nahverkehr für Augsburg – leise, umweltschonend und zukunftssicher“, fasst Klaus Röder zusammen.


