Zwei Bahnhofs-Unfälle in München: Lebensgefährliche Gleisüberquerungen enden glimpflich und kritisch

Alfred Ingerl
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Am vergangenen Wochenende kam es an den Bahnhöfen Neufahrn bei Freising und Taufkirchen zu tragischen Zwischenfällen aufgrund von leichtsinnigem Verhalten. Ein Vorfall am Freitag endete glimpflich, während der Samstagabend einen schweren Unfall mit sich brachte.

Zug hält knapp vor Seniorin: Beinahe-Unfall in Taufkirchen

Am Freitag, den 8. Mai, gegen 13:50 Uhr, betrat in Taufkirchen eine 88-jährige Frau unbefugt den Gleisbereich. Der Fahrer der herannahenden S-Bahn, ein 24-jähriger Mann, erkannte die Gefahrensituation, gab rechtzeitig einen Achtungspfiff ab und leitete eine Schnellbremsung ein. Der Zug kam nur einen Meter vor der Frau zum Stillstand, die die Gleise betreten hatte, um ihren Heimweg abzukürzen. Während der Zugführer nach dem Schock abgelöst werden musste, blieben die etwa 50 Fahrgäste unverletzt. Die Bahnstrecke war eine Stunde lang gesperrt, was zu leichten Behinderungen im Bahnverkehr führte.

Schwerer Unfall in Neufahrn: Senior verliert Bein nach Zugkollision

Ein noch dramatischerer Vorfall ereignete sich am Samstagabend, den 9. Mai, am Bahnhof Neufahrn bei Freising. Gegen 19:45 Uhr überquerte ein 82-jähriger Mann die Gleise 1 und 2, als sich ein Regionalzug mit 140 km/h näherte. Trotz schneller Reaktion des Zugführers und eines Zeugen, der versuchte, den Senior von den Gleisen zu ziehen, wurde der Mann von dem Zug erfasst. Er erlitt schwere Verletzungen und verlor ein Bein. Rettungskräfte und ein Notarzt kümmerten sich um ihn, bevor er mit einem Rettungshubschrauber in ein Münchner Klinikum geflogen wurde. Die Bahnstrecke war bis 21:30 Uhr gesperrt, was zu erheblichen Verzögerungen und Ausfällen im Bahnverkehr führte. Der Zustand des Mannes bleibt kritisch.

Die Bundespolizei ermittelt in beiden Fällen wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr und warnt eindringlich vor den lebensbedrohlichen Gefahren im Gleisbereich. Das Betreten der Gleise ist strengstens untersagt, unabhängig von möglichen Zeitgewinnen.

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Alfred Ingerl ist freier Redakteur aus dem Bereich Blaulicht für Augsburg, Bayerisch-Schwaben und Bayern.